Conrad Murray Urteil ist da: Jackos Leibarzt ist schuldig

Der frühere Leibarzt von Michael Jackson ist wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen worden. Dr. Conrad Murray sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Seit Freitag sassen die Geschworenen zusammen, um ein einstimmiges Urteil im Prozess gegen Dr. Conrad Murray zu fällen. Am Montagabend gaben sie ihren Entscheid bekannt: Michael Jacksons früherer Leibarzt ist schuldig gesprochen worden. Ihm drohen bis zu vier Jahre Haft und der Verlust seiner Zulassung als Arzt.

Nach der Urteilsverkündung wurde Murray sofort in Handschellen dem Untersuchungsgefängnis überstellt. Richter Michael Pastor stelle klar, dass man bislang von Murrays Unschuld ausgegangen sei und er deshalb nicht in U-Haft musste. Nun, nach dem Urteil der Geschworenen, sehe der Fall anders aus. Er habe den Tod eines Menschen herbeigeführt und müsse das genaue Strafmass nun bereits hinter Gittern abwarten.

Zuvor stand Conrad Murray während knapp sechs Wochen in einem hollywood-reifen Prozess vor Gericht.

DIE SCHLUSSPLÄDOYERS: 
Anklage und Verteidigung zogen am Donnerstag noch einmal alle Register, um die zwölf Geschworenen von ihren Standpunkten zu überzeugen. Fast vier Stunden dauerten die Schlussplädoyers. Die Reaktionen im und vor dem Gerichtssaal waren emotional: Es gab Tränen und Applaus.

Chefankläger David Walgren versuchte klarzumachen, dass Jackos Leibarzt grob fahrlässig und kriminell gehandelt habe. «Conrad Murray hat den Tod von Michael Jackson verursacht. Conrad Murray hat Michael Jackson alleine gelassen. Conrad Murray hat ihm Propofol gegeben und ihn allein gelassen», sagt er und plädierte für einen Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung.

Verteidiger Ed Chernoff bat die Jury um einen Freispruch. Er betonte, dass Jackson bereits vor Murrays Anstellung viele Beruhigungs- und Schlafmittel genommen habe. «Dr. Murray hatte keinerlei Kontrolle über die Situation, auch wegen allem, was im Hintergrund ablief. Er war nur ein kleiner Fisch in einem grossen schmutzigen Teich.»

MURRAYS EIGENE VERTEIDIGUNG: 
Bis zuletzt war unklar, ob sich Murray vor der Jury selbst verteidigen würde. Am Dienstag, kurz vor dem Abschluss des Verfahrens, verweigerte er dann seine Aussage im Zeugenstand. Die Juroren haben damit lediglich seine Angaben aus der polizeilichen Vernehmung im Juni 2009. Damals hatte der Arzt zugegeben, Propofol gespritzt zu haben, jedoch nur in einer kleinen Menge.

DIE ZEUGEN:
49 Zeugen haben sich die Geschworenen insgesamt angehört. Darunter:

  • Kenny Ortega, Jacksons Freund und Choreograph
  • Debbie Rowe, Michael Jacksons Ex-Frau
  • Kiki Fournier, Jacksons ehemalige Haushälterin
  • Fünf Patienten von Conrad Murray
  • Narkose-Experten Paul White, Steven Shafer

Jacksons Kinder Prince, 14, Paris, 13 und Blanket, 9, wollten nicht ausagen.

DIE FAMILIE:
Für Jackos Angehörige stand von Beginn weg fest: Conrad Murray hat ihren Michael «umgebracht». So bezeichnete es Mutter Katherine Jackson. Fast täglich verfolgten Eltern und Geschwister den Prozess vor Ort im Gerichtssaal. Der Prozess ging ihnen sichtlich nahe, immer wieder flossen Tränen. 

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