Oscar Pistorius Verzweifelter Anruf: «Habe mein Baby getötet»

Immer mehr Details im Fall Oscar Pistorius kommen ans Licht. So wie es derzeit aussieht, soll der Sprintstar seine Freundin Reeva Steenkamp umgebracht und mit einem Cricketschläger traktiert haben. Das Motiv soll Eifersucht sein.

Was geschah wirklich in der Nacht auf Valentinstag im Haus von Oscar Pistorius? Angeblich - und wider den ersten Vermutungen - haben der 26-jährige Paralympics-Star und seine Freundin Reeva Steenkamp, 29, die Nacht zusammen verbracht. Das zumindest berichtet die südafrikanische «City Press». Die studierte Juristin soll sich schon ab dem frühen Abend in der Villa des Sportlers im Nobelvorort von Pretoria eingefunden haben. Der erste Schuss aus einer 9-mm-Pistole soll im Schlafzimmer stattgefunden haben und hätte das Model in der Hüfte getroffen. Drei weitere seien durch die Badezimmertüre abgefeuert worden, nachdem die blonde Südafrikanerin dorthin geflüchtet war, zitiert die Zeitung eine Polizeiquelle. 

Es gäbe demnach auch keine Anzeichen für einen Einbruch oder ein Missverständnis, zitiert die südafrikanische Zeitung «Mail & Guardian» eine Polizeimitarbeiterin. Doch der Sportler, der nun wegen Mordes angeklagt wurde, spricht selbst von einer schrecklichen Tragödie. 

Pistorius will nach der grausamen Tat als erstes seinen Vater angerufen haben, berichtet die Zeitung «Sunday Independent». Das zweite Telefonat gilt seiner Nachbarin Audrey, einer Anwältin. Er bittet sie, sofort zu ihm zu kommen. Denn «es ist etwas Schreckliches passiert». Als sie um 3.20 Uhr sein Haus betritt, taumelt Oscar mit seiner angeschossenen Freundin die Treppe herunter. Er ist blutüberströmt. Zwar versucht er, sie mit Mund-zu-Mund-Beatmung wiederzubeleben, doch Reeva stirbt in der Blutlache. Kurz darauf soll Pistorius ein drittes Mal telefoniert haben. Der beinamputierte Sportler ruft seinen Freund Justin Divaris, 27, an und gesteht: «Ich habe mein Baby getötet. Gott soll mich holen.» 

Derzeit prüft die Polizei, ob Oscar Pistorius zur Tatzeit unter Drogen stand. Die britische «Sun» berichtet, dass im Badezimmer des Südafrikaners Steroide gefunden worden seien. Das Dopingmittel kann in Kombination mit Alkohol zu einem extrem aggressiven Verhalten führen. Nachbarn sagen aus, sie hätten zuerst einen Streit gehört, dann seien Stunden später die Schüsse gefallen. Ausserdem ist noch unklar, welche Rolle der blutverschmierte Cricketschläger spielt, der im Haus gefunden wurde. Angeblich habe Steenkamp neben den Schussverletzungen zusätzlich einen zertrümmerten Kopf gehabt.

Grund für das Beziehungsdrama könnte Eifersucht sein. Das zumindest glaubt die südafrikanische Zeitung «Beeld». Angeblich soll Oscar Pistorius eifersüchtig auf den 24-jährigen Sänger Mario Oglu gewesen sein, der mit dem Model zusammen in der Reality-Show «Tropika Island of Tresure» teilgenommen hatte. «Pistorius war eifersüchtig und arrogant auf eine Art und Weise, die keine Logik hatte», zitiert das Blatt Dominique Piek, eine Freundin von Steenkamp. «Er wollte nicht, dass Reeva mit Mario in derselben Show mitmacht.» Ausserdem wird Pistorius nachgesagt, aufbrausend und unberechenbar zu sein. Weil er als selbstmordgefährdet gilt, steht der inhaftierte Sportler unter Beobachtung. Wie «Die Welt» schreibt, stünde zur Debatte, ob Pistorius womöglich gegen Kaution freikommt. Sein Agent Peet van Zyl teilt am Sonntagabend zudem mit, dass alle geplanten Rennstarts abgesagt sind. Pistorius wolle sich voll darauf konzentrieren, sich gegen die Beschuldigungen zu verteidigen. 

Oscar Pistorius und das drei Jahre ältere FHM-Model waren seit November ein Paar. Ihre Leiche soll nach Angaben ihrer Familie am Dienstag in einer privaten Trauerzeremonie beigesetzt werden. Die Öffentlichkeit und die Medien sind hiervon ausgeschlossen.

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