Dank Handicap zum Musikstar Viktoria Modesta macht ihre Beinprothese zum Accessoire

Am Sonntag wählte das Publikum in Grossbritannien den Gewinner der Castingshow «X Factor». Neben dem Sieger Ben Haenow zog vor allem eine Person alle Blicke auf sich: die beinamputierte Sängerin Viktoria Modesta. Während des Talentshow-Finales präsentierte sie ihr neusts Musikvideo und faszinierte die TV-Zuschauer.

Umgerechnet über 300'000 Franken liess sich Channel 4 einen Werbeclip für das «X Factor»-Finale in Grossbritannien kosten, berichtet Dailmail.co.uk. In der gezeigten Werbung präsentiert Sängerin Viktoria Modesta, 27, ihr neustes Musikvideo. Wieso der öffentlich-rechtliche Fernsehveranstalter so viel für den Clip zahlte? Für den guten Zweck natürlich!

Mit der Initiative «Born Risky» setzt sich Channel 4 für Menschen mit Behinderung ein. Und Viktoria Modesta weiss ganz genau, wie es ist, mit einem Handicap zu leben: Mit 20 Jahren liess sie sich aufgrund eines Geburtsfehlers ihr linkes Bein amputieren, wie sie auf ihrer Website schreibt. Von ihrem Handicap lässt sie sich aber nicht unterkriegen. Sie startet gerade als erster «bionischer Popstar» durch.

Mit dem Song «Prototype», der in der Werbepause des «X Factor»-Finals lief, will sie das Stigma über Macht und Sexualität von Menschen mit Behinderungen zerstören, wie sie dem Magazin «Dazed» sagt. «Ich habe mich dazu entschieden, meinen eigenen Weg zu gehen, ohne mich zu rechtfertigen. Und ich hoffe, die Menschen werden gleich reagieren.» In ihrem Musikvideo zeigt sich die lettische Sängerin mit ihren verschiedenen Prothesen: Einmal trägt sie ein falsches Bein aus einer Leuchtstoffröhre, einmal sitzt sie auf einem Stuhl mit einer mit Diamenten besetzten Prothese. Zum Schluss tanzt sie als «Black Swan» mit einer künstlichen Gliedmasse, die stark an einen schwarzen Obelisken erinnert.

Ihren bisher grössten Erfolg feierte die 27-Jährige an der Abschlussfeier der Paralympics in London 2012. Dort präsentierte sie sich vor einem Milliardenpublikum. Wohl habe sie sich damals aber nicht wirklich gefühlt, gesteht sie gegenüber «Dazed». «Ich kam dort an und fühlte mich wie ein absoluter Aussenseiter. Ich lief in diesem grossartigen Glitzeroutfit mit High Hheels und einem Kristall-Bein herum. Die Leute sahen mich an, als ob sie fragen wollten: ‹Wie kannst du glücklich sein? Wie kannst du so tun, als wärst du sexy?›»

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