WM-Eröffnung Pannen-Show! Das ging ja schon mal zünftig in die Hose

Nicht wanhnsinnig glamourös, nicht ungeheuerlich lang - aber sehr teuer: Der Start zur Fussball-WM in Brasilien war holprig. Da konnte auch Jennifer Lopez' Po an der Eröffnungsfeier nichts mehr richten.

Fussball, Menschen und Natur - die drei Schätze Brasiliens waren die Hauptthemen der grossen WM-Eröffnungszeremonie vom Donnerstag. Die belgische Choreographin Daphné Cornez steckte die Artisten in eigenwillige Kostüme - in Bäume, Blumen oder Bälle - und liess sie über den Rasen im Stadion von São Paulo tanzen und fliegen. Doch 600 Mitwirkende, 90'000 LED-Lampen und sieben Millionen Franken garantieren eben noch kein Spektakel. Die nur 25-minütige Eröffnungszeremonie entpuppte sich als Pannen-Show.

Und eigentlich zeichnete sich das schon vor dem Startschuss ab. Superstar Jennifer Lopez, 44, wollte erst gar nicht kommen, um mit Pitbull, 33, und der brasilianischen Sängerin Claudia Leitte, 33, den WM-Song «We are the one» zu performen. Sie entschied sich dann doch um. Gehört hat man sie aber trotzdem nicht.

Die Tonqualität war derart mies, dass sich die Showacts die Seele aus dem Leib schreien mussten. Mit J.Los grünem Pailletten-Body gabs zwar was fürs Auge. Nutzte aber leider nichts, wenn der Gesangspartner ihr mit seinem schlechten Geschmack die Show stahl. Weisse 4/5-Hose aus den 90ern und ein hautenges Brasilien-Trikot - was hatte sich der Rapper bloss dabei gedacht?

Auf Reden wurde ganz verzichtet. Es hätte ja Piffe aus dem Publikum geben können. So mischten sich Fifa-Chef Sepp Blatter, Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon unter die 62'600 Menschen im nicht ganz gefüllten Stadion und genossen die Zeremonie von den Zuschauerrängen aus. Nicht gehört wurden übrigens auch die TV-Kommentatoren auf der ganzen Welt. Die Tonleitung fiel nämlich gleich am Anfang gänzlich aus.

Aber die grösste Panne: das gross angekündigte «Walk again»-Projekt. Ein querschnittsgelähmter Teenager sollte mit Hilfe eines Exoskeletts, eines gedankengesteuerten Roboteranzugs, eigenständig auf das Spielfeld laufen und symbolisch den WM-Ball vom Mittelpunkt schiessen. Dazu kams jedoch nicht. Der Junge stand lediglich an der Seitenlinie und schoss den Ball ungefähr zwei Meter weit.

Da war der Fehlstart eines brasilianischen Kickers nur noch ein kleines Missgeschick in einer langen Pannenserie. Marcelo, 26, sorgte bereits in der elften Minute für für den ersten WM-Treffer - ausgerechnet ein Eigentor. Immerhin: Es kann nur besser werden...

Auch interessant