Stars an der Filmpremiere «Zu Ende Leben» «Was, wenn Sie nur noch ein Jahr zu leben hätten?»

In ihrem Film «Zu Ende Leben» begleitet Regisseurin Rebecca Panian einen Mann, bei dem die Ärzte einen tödlichen Hirntumor diagnostiziert haben. An der Lunch-Premiere in Zürich machten sich Prominente Gedanken über ihre eigene Endlichkeit.
Zu Ende leben Film Panian Tom Nissl
© Bernard van Dierendonck

Stolz auf den Film: Tom Niessl und Rebecca Panian (vorne). Andrea Zogg, Katarina Hoby, Franz Hohler, Kurt Aeschbacher (hinten v.l.).

Die Thematik ist traurig, aber die Stimmung trotzdem gut im Kino «Arthouse Le Paris». Rebecca Panian, 36, porträtiert in ihrem Film «Zu Ende Leben» Tom Niessl, 53, der trotz Hirntumor - oder gerade deswegen - beschlossen hat, sein Leben voll auszukosten. Im Streifen, der 2014 am «Zurich Film Festival» den Publikumspreis gewann, kommen auch viele Prominente zu Wort. Was würden sie tun, hätten sie nur noch kurze Zeit zu Leben? «Wandern! Bewegung ist für mich das allerwichtigste», sagt Kabarettist Franz Hohler, 72. Und falls der Körper nicht mehr mitmacht? «Dann mit den Gedanken wandern.» Schauspieler Andrea Zogg, 57, will das Gegenteil: «Ich muss nicht mehr die Welt sehen, nur noch das machen, worauf ich Lust habe. Auf dem Land Leben, Holz hacken und Obst ernten.» Pfarrerin Katharina Hoby, 53, würde mit ihren Liebsten so viel Zeit wie möglich verbringen.

Tom Nissl wurde seit der Diagnose im Jahr 2011 schon viermal operiert. Drei Jahre lang ging es ihm den Umständen entsprechend gut. Nun ist der Tumor wieder gewachsen, eine Operation ist nicht mehr möglich: «Wenn ich noch einen Geburtstag erleben könnte, wäre das toll», sagt er. Für Rebecca Panian ist die oberste Maxime, im Hier und Jetzt zu leben. Der Vater der Regisseurin verstarb an Krebs, der Prozess dauerte fünf Jahre. Diese «Trainingszeit» habe ihr die Augen geöffnet. «Es ist wichtig, dass man schon vor einer Erkrankung bewusst lebt und nicht erst danach.»

«Zu Ende Leben» läuft aktuell im Kino.

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