«The Voice of Germany» Zürcher Msoke: «Ich hätte noch viel mehr drauf»

Vor fünf Jahren klang Msokes Stimme noch höher und weiblicher - da war er noch eine Frau. Inzwischen fühlt er sich aber rundum wohl in seinem neuen Männerkörper und auch mit den tieferen Tönen klappts ganz gut. Der Zürcher ist bereit zu kämpfen - am Donnerstag im Battle von «The Voice of Germany». 

Nach den Operationen und Hormonbehandlungen, die zu seiner Umwandlung zum Mann beigetragen haben, musste sich Msoke auch musikalisch neu orientieren. Plötzlich traf er die höhen Töne nicht mehr - immerhin lebte er sein ganzes bisheriges Leben als Frau. «Ich hatte Angst», sagt der 34-Jährige im Gespräch mit SI online. Angst, dass seine Stimme den schönen Klang von früher verliert. Die Sorge war jedoch unbegründet: Inzwischen ist er paar Oktaven tiefer angekommen. Und bereit, allen sein Talent zu zeigen.

Doch genau beim Battle von «The Voice of Germany» gegen Teamkameradin Lilith wird Msoke in seinem musischen Können eingeschränkt. «Ich hätte noch ganz anderes auf Lager», sagt er. Snoop Lions «La La La» - der Battle-Song von Coach Nena ausgesucht - sei ihm zu langsam, zu wenig fordernd. «Aber es ist die Aufgabe, die ich bewältigen muss.» Am Donnerstagabend wird sich zeigen, ob er diese meistern kann.

In Nenas Alter noch so frisch und cool zu sein, erhofft sich auch Msoke für seine Zukunft. «Sie ist eine wahre Künstlerin.» Dass er mit der Musik seinen ganzen Lebensunterhalt verdient, wäre sein Traum. Noch betreibt er eine Wäscherei in Zürich. Ein zweites Standbein sei notwendig, «auch wenn die Selbständigkeit hart ist». Er wisse nicht, ob er diesen Schritt heute nochmals gehen würde.  

Die Entscheidung, fortan als Mann zu leben, würde er aber immer wieder fällen. «Irgendwann kommst du an einen Punkt im Leben, an dem es so einfach nicht mehr weitergehen kann», sagt er. Nochmals 30 Jahre im falschen Körper eingesperrt zu sein - ein Albtraum. Endlich habe er auch jemanden gefunden, der sein Herz schneller schlagen lässt. Eine Frau. «Früher dachte ich, ich sei homosexuell - mit dem konnte ich mich einfach nicht identifizieren.» Heute steht er hin, mit allem, was er zu bieten hat. Und ist zufrieden.

«The Voice of Germany»: Donnerstags auf ProSieben und freitags auf Sat.1, ab 20.15 Uhr.

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