Craig, Ford & Wilde Zwei Aliens und ein Cowgirl in Locarno

Zur Europapremiere ihres Films «Cowboys & Aliens» reisten die Hauptdarsteller ins Tessin. Während Olivia Wilde ihr Cowgirl stand, kämpfte Harrison Ford mit ausserirdischem Jetlag. Und Daniel Craig wollte plötzlich kein Action-Held mehr sein.
Am Samstag feiern Daniel Craig, Harrison Ford und Olivia Wilde (v.l.) Europapremiere für ihren Film «Cowboys & Aliens». Ab jetzt geht's auf Europa-Tour.
© Keystone Am Samstag feiern Daniel Craig, Harrison Ford und Olivia Wilde (v.l.) Europapremiere für ihren Film «Cowboys & Aliens». Ab jetzt geht's auf Europa-Tour.

Normalerweise sitzen sie bei Interviews in Hochhäusern in Grossstädten, am Filmfestival in Locarno geniessen die Hollywood-Stars mediterranes Ambiente. Die «Cowboys & Aliens»-Schauspieler Daniel Craig, 43, Harrison Ford, 69, und Olivia Wilde, 27, residieren im noblen Hotel «Villa Principe Leopoldo» in Lugano - mit Aussicht auf den Luganersee.

SI online traf die drei am Samstag zum Interview. Gleich um die Ecke: die aus dem James-Bond-Film «Golden Eye» bekannte Staumauer im Verzasca-Tal.  Ein Heimspiel also für den aktuellen Bond Daniel Craig, oder?


SI online: Daniel Craig, sind Sie heute schon vom Staudamm gesprungen?
Daniel Craig: Da kann man tatsächlich runterspringen?
Ja, für 250 Franken.

Das ist das letzte, was ich an einem freien Tag tun würde! Dann möchte ich guten Wein trinken, gut essen, aber nicht von Staudämmen springen. Schliesslich muss ich das bei der Arbeit immer.
Auch ihr aktueller Charakter - der böse Cowboy Jake Lonergan - zeigt sich furchtlos.

Oh nein, innerlich ist er panisch!

Und wovor fürchten Sie sich im echten Leben?

Vor ganz normalen Dingen. Zum Beispiel sorge ich mich um die Sicherheit meiner Familie.

Wie sieht's mit Spinnen aus?

Da bin ich gut! Manchmal muss man einfach Mann sein. 

Und warum sollte sich eine Frau «Cowboys & Aliens» anschauen – ausser wegen Ihnen?
Ähm... Ausser wegen mir? Es ist ein guter Sommerfilm oder einer fürs erste Date. Wer keine Romantik-Komödie sehen will, geht hin.


Oder man ist eine Frau wie «Dr. House»-Star Olivia Wilde und hat sich schon als Kind mit dem Vater gerne Western-Filme angeschaut.


SI online: Olivia Wilde, wie war es, als Frau mit so vielen starken Männern am Filmset?

Olivia Wilde: Toll! Ich war so aufgeregt, mit Harrison und Daniel zusammenzuarbeiten. Sie sind die perfekten Cowboys und Daniels Augen… Ich könnte für den Rest meines Lebens in seine Augen starren. 

Er starrte wohl lieber wo anders hin, als Sie im Film nackt vor ihm standen.

Eigentlich war ich gar nicht nackt. Ich trug mehr, als die meisten am Strand tragen. Es war trotzdem intensiv, als er mich von oben bis unten gemustert hat.

Vielleicht hat er in Ihnen ein neues Bond-Girl gesehen. Würden Sie mitspielen?

Ja, aber als James Bond. 

Sie mögen es unkonventionell. 

Absolut. Auch Cowgirl Ella ist keine typische weibliche Rolle. Sie ist taff, trägt Pistole und galoppiert einhändig durch die Prärie. Sie verkörpert die moderne Frau. 

Was war der härteste Moment für Sie am Set?

Als ich vom Pferd fiel. Aber ich war entschlossen, nicht zu heulen. Schliesslich war ich die einzige Frau meilenweit. 

Von wem konnten Sie profitieren?

Harrison Ford ist grossartig. Er weiss genau, wie man das Maximum aus einer Szene herausholt.


Als alter Hase im Filmgeschäft kann Harrison Ford auf Ratschläge verzichten, wie er während des Interviews erklärt. Er braucht nur eins: Kaffee. Viel Kaffee. Die Müdigkeit macht es dem Schauspieler sichtlich schwer, dem Gespräch zu folgen.


SI online: Harrison Ford, wussten Sie, dass sich das Filmfestival Locarno Umweltbewusstsein auf die Fahne schreibt?

Harrison Ford: Ah, schön zu hören. Wie macht man das denn?

Recycling, Hybrid-Autos...
Ah, das ist gut. Das sollten wir alle tun. 

Sie auch?
Ja. Aber ich habe noch nicht herausgefunden, wie man ohne Treibstoff ein Flugzeug fliegt. 

Apropos: Sie sind ja auch Pilot. Sind Sie selbst hergeflogen?

Nein. (schweigt) Sie müssen entschuldigen, ich kann heute irgendwie nicht reden. Ich habe manchmal solche Tage.

Langweilen Sie sich?

Nein. Ich bin langweilig.

Immerhin haben Sie Daniel Craig im Film ins Gesicht geschlagen. Wie war’s?
Wir haben uns ja nicht richtig geprügelt. Aber es machte Spass.



«Cowboys & Aliens» startet am 25. August in den Schweizer Kinos. 
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