«DSDS» Marco Schreyl Interview: «Ich habe Respekt vor Sarah Engels»

Seit sechs Jahren morderiert Marco Schreyl, 37, «Deutschland sucht den Superstar». Mit SI online spricht er über seinen Draht zu den Kandidaten, seelische «Wasserfälle» - und er verrät, warum er so gerne Schweizerdeutsch nachäfft.
Bei der Abwahl von Sarah Engels (r.) war Marco Schreyl selbst zu Tränen gerührt.
© RTL Bei der Abwahl von Sarah Engels (r.) war Marco Schreyl selbst zu Tränen gerührt.

SI online: Ist diese Staffel «Deutschland sucht den Superstar» härter als die vorherigen?
Marco Schreyl: Nein, das würde ich nicht sagen. Die Kandidaten sind stark und arbeiten hart an sich. Zudem weiss jeder, der mitmacht, worauf er sich einlässt.

Aber Nina Richel ist zusammengebrochen, Anna-Carina musste letzten Samstag heulend von der Bühne.
Es ist ein Wettbewerb, das darf man nicht vergessen. Es geht ums Gewinnen. Für Nina war es zu viel. Sie aus der Show zu nehmen, war die richtige Entscheidung. Die Gesundheit der Kandidaten geht vor und niemand kann RTL vorwerfen, es gehe nur um die Quote.

Wie ist der Kontakt zwischen Ihnen und den Kandidaten?
Freundschaftlich professionell. Es ist jetzt nicht so, dass ich mit den Kandidaten Nudeln essen gehe, aber wir sehen uns immer am Freitag bei den Proben und quatschen dann auch.

Fällt es Ihnen schwer, die Entscheidung rauszuzögern, wenn Sie sehen wie die Kandidaten leiden?
Es gehört dazu, einen Spannungsbogen aufzubauen. Aber ich will den Kandidaten ja nicht weh tun. Und ich muss auch ehrlich sagen, dass bei gewissen Entscheidungen bei mir auch schon mal ein seelischer Wasserfall passiert. Denn es gibt immer Kandidaten oder Kandidatinnen, die man noch lieber mag als andere. Aber einer muss immer gehen, das ist die Spielregel bei der Show und die kennt jeder, ob Kandidat oder Zuschauer.

Die Kandidaten zählen auf Ihre Schützenhilfe. Sind Sie immer auf deren Seite?
Ja, grundsätzlich bilde ich mit den Kandidaten zusammen eine Front. Aber auch ich habe eine eigene Meinung und würde nicht sagen, dass ich etwas gut finde, wenn es für mich schlecht war.

Also sind Sie nicht immer neutral.
Grundsätzlich schon. Aber am Samstag war für mich klar, dass ich beim Auftritt von Sarah Engels neben der Bühne stehe und mit ihr mitfiebere wie ein grosser Bruder.

Das klingt als wären Sie glücklich darüber, dass Sarah Engels wieder zurück ist?
Wäre Sarah am Samstag rausgewählt worden, hätte mir das persönlich wehgetan. Sarah Engels wurde von den Zuschauern nicht immer gut behandelt, kommt zurück und stellt in eineinhalb Tagen eine überzeugende Show auf die Beine. Da verdient sie meinen Respekt.

Apropos Respekt. Warum «äffen» Sie bei Zazou Mall immer den Schweizer Dialekt nach?
Ich meine das ja nicht böse, aber die Schweizer haben nun mal einen Dialekt und der ist süss. Vielleicht will ich mich auch empfehlen, damit mich die Schweizer in ihre Fernseher lassen.

Seit sechs Jahren moderieren Sie «Deutschland sucht den Superstar». Wird das nicht langsam langweilig?
Nein, gar nicht. Wir versuchen jede Staffel neu und spannend zu gestalten und «DSDS» auch immer wieder mit neuen Impulsen zu versehen, ohne zu versuchen die Show neu zu erfinden.

Gibt es bei Ihnen künftig neue Projekte?
Da gilt das Motto «vor der Show ist nach der Show». Wir machen erst mal «DSDS» fertig. Dann gibt es immer Verträge und Vereinbarungen, die neu verhandelt werden müssen. Ansonsten möchte ich weiterhin moderieren und Radio machen.

Kai Pflaume hört bei «Nur die Liebe zählt auf». Könnten Sie sich vorstellen sein Nachfolger zu werden?
Ich habe keine Anfrage bekommen und das Format läuft auf einem anderen Sender.

Auch bei «Wetten, dass...?» wird eine Stelle frei.
Wer die Nachfolge von Thomas Gottschalk antritt, wird es sehr schwer haben. Zudem finde ich es schade, dass Thomas ab Sommer nicht mehr zu sehen sein wird.

Man hört nie etwas über Ihr Privatleben. Warum?
Ich trenne Privates und Geschäftliches strikt. Es heisst ja nicht umsonst Privatleben. Deshalb spreche ich nicht öffentlich darüber.

Aber verraten Sie uns, wer Ihr persönlicher «DSDS»-Favorit ist?
Ich habe natürlich eine oder einen, würde Ihnen aber nie den Namen verraten. Bei jeder Staffel habe ich eine Vorstellung von der Finalkonstellation. Letztes Jahr lag ich damit richtig. Dieses Mal trifft es nicht mehr zu 100 Prozent zu.

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