Alphornquartett Hornroh Klangwelt voll Vibration

Das Quartett Hornroh zeigt auf der neuen CD, welche ungewöhnlichen Klänge im Alphorn stecken.
Von Tuten und Blasen ziemlich viel Ahnung: das Quartett Hornroh aus Basel bietet auch den Augen ein Spektakel.
Von Tuten und Blasen ziemlich viel Ahnung: das Quartett Hornroh aus Basel bietet auch den Augen ein Spektakel.

Es ist ein Rohr - sonst nichts. Holz, umwickelt mit Peddigrohr. Keine Löcher, keine Ventile, kein Schnickschnack. Einmal in Schwingung versetzt, tut sich jedoch eine eigene, urtümliche Welt auf. Denn die Klänge des Alphorns gehen unter die Haut. Unmittelbar, unwillkürlich, ungefragt.

Diesem Phänomen ist das Alphornquartett Hornroh auf der Spur. Mit Volksmusik oder dem Alphorn als Aushängeschild des Schweizer Tourismus haben die vier nichts am Horn. Denn auch wenn es als das Schweizer Instrument gilt: Nicht wir haben das Naturhorn erfunden. Von Skandinavien über die Pyrenäen nach Südamerika bis ins Tibet sind sie vertreten, tragen klingende Namen wie Ricalo, Neverlure oder Schischeputsch. «Der Mythos Alphorn interessiert uns nicht. Das Mystische des Instruments jedoch umso mehr», sagt Rudolf Linder.

Bei ihrer Performance «Hautmusik» ist dies deutlich zu spüren und - zu sehen. Wie die vier Musiker aus Basel mit dem bis zu 3,80 Meter langen Horn und seinen diversen Verwandten (Büchel, Lure u. a.) umgehen ist einzigartig. Nicht nur experimentieren Balthasar Streiff, Rudolf Linder, Helène Berglund und Michael Büttler nach Herzenslust mit verschieden gestimmten Hörnern, mischen Obertöne hinein, benutzen Mundstücke von anderen Instrumenten und legen swingende Rhythmen darunter.

«Hautmusik» ist auch ein visuelles Erlebnis. Dank dem Büchel und dem Alpofon, einer von Balthasar Streiff entwickelten Form, sind die Musiker auf der Bühne beweglich. Wenn das Quartett im Kreis steht und die Instrumente in die Luft streckt, erinnert das an die Schornsteine auf einem Schiff. Wen wunderts dann noch, dass die Alphörner klingen, als würde ein Ozeandampfer in den Hafen einfahren. Hornroh nimmt Sie mit auf eine Abenteuerreise in unbekannte Klangwelten.


Elisabethenkirche Basel 4. und 5. September, 20 Uhr,
Performance «Hautmusik» und CD-Taufe


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