Roman Kilchsperger Mann der ersten Stunde

TV-Star Roman Kilchsperger, 39, moderiert die Morgenshow bei Radio Energy Zürich. Er ist seit dem Start am 15. 8. 2003 mit dabei.
Mann der ersten Stunde
Mann der ersten Stunde

Herr Kilchsperger, vergangenen Freitag lehnte das Bundesverwaltungsgericht den Rekurs von Radio Energy Zürich gegen den Konzessionsentscheid ab. Wann und wie erfuhren Sie davon?
Eigentlich wusste ich es schon am letzten Dienstag. Da hab ich Roger Schawinski beim Spiel FCZ – Real getroffen. Er hat genüsslich am Weinglas genuckelt und war super drauf – da wusste ich, das wars dann wohl. Ich bin sicher, er war schon informiert an jenem Abend. Am Freitag haben mich dann die Kollegen von Energy angerufen. Das war nur noch die Bestätigung.

Was ging in diesem Moment in Ihnen vor?
Wie gesagt, ich war vorbereitet. Aber es brodelte schon im Bauch. Dass so etwas in der Schweiz passiert, ist schrecklich des­illusionierend.

Warum, glauben Sie, hat das Gericht so ­entschieden?
Ich weiss es nicht. Selbst jene, die eine Konzession haben, geben zu, dass das ganze Verfahren ein Witz ist – leider ein furchtbar schlechter!

Was bedeutet der Entscheid für Sie persönlich? Können Sie sich vorstellen, bei einem anderen Radio zu moderieren?
Darüber habe ich mir jetzt noch keine Gedanken gemacht. Bei Radio 24 war ich ja schon über zehn Jahre. Und zu Radio 1? Na ja, Schawinski sagt, dieses Radio sei sein Spielzeug – leider tönt es genau so.

Wie ist die Stimmung im Energy-Team momentan? Kämpferisch oder eher resigniert?
Wir haben bis heute tapfer gekämpft. Ich denke, dass der Schild des Glaubens langsam löchrig wird. Zu wenig Unterstützung kam bisher von politischer Seite. Dabei hätten diese Leute jetzt eine Top-Chance, sich
für 277 000 jung gebliebene Menschen einzusetzen. Diese magere Hoffnung haben wir noch.

Gibt es noch eine Chance für Energy Zürich?
Wissen Sie, nicht nur das Team, auch die Hörerschaft war immer zu optimistisch. Es ist Zeit, sich mit dem Gedanken zu tragen, dass Energy Zürich Ende Dezember tot ist. Gerade zu Weihnachten. Auch das noch!

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