Nachgefragt bei Markus Fuchs

Springreiter Markus Fuchs, 54, beendete beim CSIO St. Gallen am Wochenende nach 40 Jahren und dem 145. Nationenpreis seine Karriere.
Markus Fuchs
Markus Fuchs

Neidisch auf Tinka’s Boy, Herr Fuchs?
Weshalb?

Ihr einstiges Spitzenpferd ist wie Sie im Ruhestand und seither als Zuchthengst im Einsatz.
(Lacht.) Stimmt, der hats gut! Jedes Jahr 200 Stuten und erst noch jedes Mal eine andere. Da muss man ja fast neidisch sein.

Mit Pferden seis wie mit Frauen, sagten Sie einst. Man wisse nie, woran man sei. Weiss es denn Ihre Frau, mit Ihnen als «Pensionär»?
Maya und ich sind nun seit bald 30 Jahren zusammen, und ich bin glücklich, dass sie mit mir durch eine lange Karriere mit Hochs und Tiefs gegangen ist. Da weiss sie schon, was sie erwartet. Ich nehme mir aber vor, ihr mehr Zeit zu widmen und ihr manchmal etwas besser zuzuhören im Ruhestand …

Ruhestand? Oder doch eher Unruhestand?
Eher Zweiteres. Ich werde weiterhin Kurse leiten, Reitstunden geben und als Trainer arbeiten. Meinen Stall in St. Josefen hab ich ja schon vor Längerem verkauft, seit klar ist, dass keiner meiner beiden erwachsenen Söhne diesen übernehmen will.

Nach Ihrem letzten Ritt am Samstag haben Sie einige Tausend Zuschauer mit Freibier, Käse und Brezeln verköstigt. Ein teurer Spass!
Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mich die Sponsoren bei der Aktion etwas entlastet haben. Aber die rund 25 000 Franken, die mir der GP-Sieg in St. Gallen vor zwei Jahren eingebracht hat, sind dabei draufgegangen. Ich habe mich hier ja auch noch von Reiterkollegen oder Medienpartnern mit je einer kleinen Nusstorte verabschiedet.

Hätten Sie Ihren Fans nicht lieber mit Ihrem Leibgetränk Champagner-Orange zugeprostet?
Schön wärs! Hätten wir im Reiten Prämien wie im Tennis, hätt ichs gemacht. Aber so ein frisches Bier ist ja auch nicht ohne. Und es war sowieso eher Bierwetter.

Sie sind St. Galler Ehren-Födlebürger. Wo haben Sie in Ihrer Karriere am meisten «Födle gezeigt», also Courage bewiesen?
Das war bei Olympia 2004 in Athen. Ich trat als Mitfavorit an und versagte total, obwohl das Pferd in Form war. Dazu bin ich damals, ohne zu zögern, gestanden.


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