Whitney Toyloy Miss Sonnenschein

Die Jüngste ist die Schönste. Die neue Miss Schweiz drückt in Yverdon VD noch die Schulbank. Jetzt verrät Whitney Toyloy, warum ihre Wurzeln von China bis Panama reichen und von New York bis in die Schweiz!
Whitney Toyloy entspannt sich im Spa des «Principe Leopoldo» in Lugano. «Ich dachte erst, ich höre nicht recht, als ich zur Siegerin erkürt wurde.»
Whitney Toyloy entspannt sich im Spa des «Principe Leopoldo» in Lugano. «Ich dachte erst, ich höre nicht recht, als ich zur Siegerin erkürt wurde.»

Plötzlich Miss: Was ist das für ein Gefühl?
Ich bin total happy und gleichzeitig etwas traurig, weil ich meine Familie noch nicht richtig sehen konnte. Im Moment ist für mich so vieles neu, ich weiss nicht, wann ich nach Hause kommen werde und was jetzt alles auf mich zukommt.

Was ging in Ihnen vor, als Sie zur Siegerin erkürt wurden?
Ich dachte nur: Habe ich richtig gehört?

Sie wirkten erstaunt.
Ich war total schockiert. Ich rechnete fest damit, dass Rekha Datta gewinnt. Im Vorfeld hatte ich oft zu hören bekommen, ich sei mit achtzehn noch zu jung.

Wovon haben Sie geträumt letzte Nacht?
Letzte Nacht nichts. Aber vor der Wahl träumte ich, dass mir auf der Bühne der Absatz abbrechen würde.

«Ein bisschen fürchte ich schon, dass meine Beziehung zu Karim zerbrechen könnte»

Und in welcher Position?
Ich bin eine Bauchschläferin.Wie schlafen Sie: im Nachthemd oder im Pyjama?
Wenn ich mit meinem Freund zusammen bin, im Nachthemd. Wenn mir kalt ist, trage ich lieber meinen Snoopy-Pyjama. Aber den mag Karim überhaupt nicht.

Ihr erster Gedanke heute Morgen beim Aufwachen?
Wo bin ich? Was muss ich machen? Und ich habe noch mal ein bisschen geweint, weil ich mich im ersten Moment allein fühlte.

Sie sind seit vier Monaten mit Karim zusammen. Er reagierte sehr emotional auf Ihren Sieg.
Er war wahnsinnig nervös. Er ist sonst ganz anders, eher der coole Typ.

Eine sehr junge Liebe. Haben Sie Angst, dass sie in Ihrem Amtsjahr zerbrechen könnte?
Ein bisschen schon. Aber es spielt für mich keine Rolle, ob wir seit vier Jahren oder seit vier Monaten zusammen sind. Wir lieben uns.

Was mögen Sie an Karim besonders?
Seinen Optimismus.

Wie oft sehen Sie sich?
Vier- oder fünfmal pro Woche, je nachdem wie viele Hausaufgaben ich fürs Gymnasium erledigen muss.

Gibt es etwas, was Sie an ihm nervt?
Dass ihm seine Ex-Freundin hin und wieder SMS schreibt. Ich bin etwas eifersüchtig.

Wieso wollten Sie Miss Schweiz werden?
Ich wollte und werde die multikulturelle Schweiz repräsentieren. Es erfüllt mich wirklich mit Stolz, dass ich gewählt worden bin.

**WERBUNG**

Spielte der Gedanke ans Geld, das Sie verdienen werden, auch eine Rolle?
Es ist natürlich super, da ich noch Schülerin bin und bisher kein Geld verdient habe.

Sie haben im Vorfeld gesagt, dass es an der Zeit sei für eine «Miss Multikulturell».
Der Grossvater meines Vaters stammte aus China, meine Grossmutter aus Panama. Mein Vater ist in New York geboren, und meine Mutter ist eine waschechte Schweizerin.

Was ist typisch schweizerisch an Ihnen?
Dass ich alles, was mit der Schule zu tun hat, straff organisiere. Nicht ganz so genau nehme ichs allerdings, wenns darum geht, mein Zimmer aufzuräumen. Ach - und ich bin sehr pünktlich.

Und gibt es etwas Amerikanisches an Ihnen?
(Lacht.) Meine Essgewohnheiten. Ich liebe Fast Food - Pizza, Burger, Cola. Und ich habe die Offenheit der Amerikaner, auf Leute zuzugehen.

Welche Sprachen sprechen Sie?
Französisch, Englisch und ein bisschen Deutsch.

Im Vorfeld der Wahl sorgte eine Ihrer Mitbewerberinnen für Schlagzeilen - sie stänkerte über die Allgemeinbildung einiger Miss-Kandidatinnen. Die Namen der Bundesräte kennen Sie sicher.
Darf ich mit den Frauen beginnen?

Wie Sie wollen.
Also: Eveline Widmer-Schlumpf, Micheline Calmy-Rey, Doris Leuthard, Samuel Schmid, Hans-Rudolf Merz, Pascal Couchepin und Moritz Leuenberger.

Demnächst wird über die Hanfinitiative abgestimmt. Schon mal gekifft?
Als ich 15 war, habe ich mal mit meiner besten Freundin einen Joint probiert. Aber das wars dann auch schon. Ich rauche überhaupt nicht.

Und wie siehts aus mit Alkohol?
In meiner Familie wird nicht viel getrunken, und wenn ich im Ausgang bin, genehmige ich mir höchstens zwei Gläser.

Gibt es etwas, wofür Sie sich schämen?
O ja, ich verstand in der Schule einmal die Frage meines Lehrers nicht, gab aber trotzdem eine Antwort, bei der alle plötzlich laut über mich lachten - selbst der Lehrer. Das war mir wahnsinnig peinlich.

Was macht Sie besonders stolz?
Dass ich aufs Gymnasium gehe, denn mit 15 hatte ich eine Phase, in der es in der Schule nicht so glatt lief.

Wer steht Ihnen näher: Ihre Mutter oder Ihr Vater?
Beide gleich. Über Dinge wie Mode oder sonstige Frauenthemen spreche ich mit meiner Mutter. Gehts um meinen Freund, gehe ich zu meinem Vater.

Was für ein Verhältnis haben Sie zu Ihren Eltern?
Sie sind für mich wie gute Freunde.

Was ist das Wichtigste, was sie Ihnen mitgegeben haben?
Offenheit, Optimismus und dass ich etwas Angefangenes zu Ende bringe.

Wurden Sie streng erzogen?
Sicher strenger als meine jüngeren Geschwister. Aber ich kann mich nicht beklagen. Bei uns gilt der Grundsatz: Respektiere ich meine Eltern, respektieren sie mich.

Wann müssen Sie vom Ausgang zurück sein?
Es gibt kein Limit. Maman und Papa möchten nur, dass ich anrufe, um zu sagen, wo ich bin. Damit sie beruhigt sind.

Gibts etwas, wovor Sie sich fürchten?
Meinen Freund zu verlieren. Und ich habe Angst, die Schule nicht gut zu beenden.

Sie treffen in Ihrem Amtsjahr eine Menge Berühmtheiten. Gibts jemanden, den Sie kennenlernen möchten?
Aussenministerin Micheline Calmy-Rey und Rapper Stress. Und ein absoluter Traum wäre, Nelson Mandela zu treffen.

Worüber würden Sie sich mit ihm unterhalten?
Darüber, wie er es geschafft hat, seinen Glauben daran nicht zu verlieren, dass die Apartheid eines Tages beseitigt sein wird.

Sie sind Schülerin, haben noch ein Jahr Gymnasium vor sich. Was machen Sie jetzt?
Ich werde das Gymnasium für ein Jahr unterbrechen. Ich will die Schule aber auf alle Fälle beenden.

Haben Sie das im Vorfeld mit Ihren Lehrern besprochen?
Nein! Ich muss jetzt als Erstes einen Termin mit dem Rektor kriegen, und dann schauen wir gemeinsam, wie das mit meinem Missen-Jahr funktionieren wird.

Sie wollen Rechtsanwältin werden. Warum?
Mein Onkel ist Anwalt, und seit meinem 14. Lebensjahr habe ich diesen Berufswunsch. Ich denke, es ist ein Job, in dem man Charakter zeigen kann.

Als Miss Schweiz verdienen Sie viel Geld. Was werden Sie sich als Erstes leisten?
Für meine Mutter möchte ich eine Tasche kaufen. Dann werde ich alle meine Schulkolleginnen zum Abendessen einladen, und Karim und mir gönne ich ein Wochenende in einem schönen Spa.


Auch interessant