SRF Nach Mister-Aus auch Missen raus?

Die Mister-Schweiz-Wahl will das SRF nächstes Jahr nicht mehr übertragen. Jetzt könnte es auch den Missen an den Kragen gehen. Denn der zuständige Unterhaltungschef Christoph Gebel sieht radikale Programmänderungen vor - von denen auch «Benissimo» und «Happy Day» betroffen sind.
Nachdem die Mister-Schweiz-Wahl bereits aus dem SF-Programm gekippt wurde, könnte es der Miss-Schweiz-Wahl genauso gehen.
© photoworkers.ch Nachdem die Mister-Schweiz-Wahl bereits aus dem SF-Programm gekippt wurde, könnte es der Miss-Schweiz-Wahl genauso gehen.

In einem Interview mit der Zeitung «Sonntag» sprach SRF-Unterhaltungschef Christoph Gebel über künftige Änderungen im Programm. Geplant seien vermehrt starke Einzelsendungen wie «Alpenrose», eine Volksmusikgala, ein grosser Comedy-Abend und ein Quiz. Dafür könnte die Miss-Schweiz-Wahl aus dem Programm fallen: Im September will das SRF entscheiden, ob diese noch live übertragen wird. Bedingung für die weitere Ausstrahlung ist laut Gebel, dass alle drei Regionen in der Schweiz daran beteiligt sind. Sonst werde auf die Sendung gestrichen. Im Mai wurde bereits entschieden, dass «aufgrund sinkenden Zuschauerinteresses» künftig auf die Ausstrahlung der Mister-Schweiz-Wahl verzichtet werde.

Gar keine Zukunft haben laut Gebel Show-Reihen wie «Happy Day» oder «Benissimo». Die Zeit für solche Sendungen, die bloss vier-, fünfmal pro Jahr gesendet werden und 25 Jahre im Programm bleiben, sei trotz ansprechender Quoten aus konzeptionellen Gründen am Ablaufen. Klar ist für Gebel, dass im Frühjahr 2012 «Die grössten Schweizer Talente» an acht Abenden ausgestrahlt werde. Danach wolle man während des ganzen Jahres mehrere ein- und mehrteilige Schwerpunkte setzen.

Für 2012 heisse eines der wichtigen strategischen Ziele, die Lücke zu schliessen, die nach jeweils 30 «Giacobbo/Müller»-Ausgaben entsteht. Absicht sei, auf den 20 freien Sonntagabend-Terminen neue Comedy-Sendungen zu platzieren. Junge Talente sollen die Möglichkeit haben, sich über mehrere Sonntage hinweg vorzustellen.

Auch personell will Gebel neue Wege beschreiten. In den nächsten zwei Jahren werde man einige neue Gesichter auf dem Sender sehen, verspricht der Unterhaltungschef. «Wir sind intensiv am Casten und Scouten und halten Ausschau nach neuen Leuten.» Allerdings brauche es viel Zeit, bis jemand so weit sei, eine grosse Sendung zu moderieren.

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