«Wetten, dass ..?» Nach Unfall: Gottschalk hält an Sende-Konzept fest

Der tragische Unfall von Samuel Koch bei «Wetten, dass ..?» wirft Fragen auf: Hat die Redaktion extra das Risiko in Kauf genommen, um den sinkenden Zuschauerzahlen entgegenzuwirken? Und wie geht es mit der Samstagabendshow weiter?
Im Februar 2011 gab Thomas Gottschalk bekannt, dass er «Wetten, dass ..?» verlassen wird.
© Getty Images Im Februar 2011 gab Thomas Gottschalk bekannt, dass er «Wetten, dass ..?» verlassen wird.

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Thomas Gottschalk, 60, ringt nach Worten, als er am Samstagabend «Wetten, dass ..?» vorzeitig abbrechen muss. Er könne nicht auf heiter machen, wenn er nicht heiter sei, begründet er den Entscheid nach dem tragischen Unfall. Wettkandidat Samuel Koch, 23, war zuvor so schwer gestürzt, dass er ins künstliche Koma versetzt werden musste. Sein Zustand ist kritisch.

Hätte der Unfall vermieden werden können? Sind die Macher von «Wetten, dass ..?» ein zu grosses Risiko eingegangen? Thomas Gottschalk sagte gemäss Spiegel Online seinen Mitarbeitern: «Es ist ein Unfall passiert. Es ist deswegen so furchtbar, weil wir in einer Konkurrenzsituation sind.» Er glaubte, für die Show «genau das Paket zu haben, um gut auszusehen». Damit spricht der Entertainer wohl Sendungen wie RTLs Quotenrenner «Das Supertalent» an. Gerüchte, dass Gottschalk dem Quotendruck erlegen sei, weist er gemäss der «Süddeutschen Zeitung» zurück. Es habe schon immer gefährliche Wetten gegeben, das sei Teil des Programms. «Ich erinnere mich an junge Leute, die Hauswände hochgeklettert sind, und an einen jungen Mann, der mit Skateboards über ein Haus gesprungen ist», so Gottschalk im «ZDF heute journal».

Trotzdem weiss er, dass er und sein Team nun hinter die Bücher müssen. «Man muss sich Gedanken machen, wie man so was in Zukunft verkauft.» Wolle man jede Gefahr vermeiden, dann «sind wir bei einem Kindergeburtstag und blasen Kerzen aus». Gottschalk glaubt, dass es wohl nur dann Konsequenzen geben werde, wenn Samuel Kochs Zukunft durch «Wetten, dass ..?» verbaut wurde. Zu seinen Mitarbeitern sagte er: «Das Beste, was uns passieren kann, ist, dass er in einem hoffentlich vorzeigbaren Zustand nächstes Mal bei mir zu Gast ist.»

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