Mario Torriani «Neben Melanie kann man nur verlieren»

Den DRS3-Hörern ist seine Stimme schon lange vertraut, mit der Sendung «Einstein» bekam er ein Gesicht. Nun moderiert Mario Torriani mit Melanie Winiger seine erste grosse TV-Live-Gala: die Swiss Music Awards vom Freitagabend.
Mario Torriani und Melanie Winiger präsentieren die Swiss Music Awards 2012.
© SRF Mario Torriani und Melanie Winiger präsentieren die Swiss Music Awards 2012.

SI online: Mario Torriani, als eine der Morgenstimmen von DRS3 fangen Sie oft um 3.30 Uhr an zu arbeiten. Bringt es Ihren Rhythmus nicht total durcheinander, wenn Sie nun plötzlich am Abend moderieren?
Mario Torriani: Im Gegenteil, dadurch bin ich mich gewohnt, zu Unzeiten zu arbeiten. Egal ob das frühmorgens oder spätabends ist. Aber diesen Freitagmorgen habe ich keinen Frühdienst… Wobei, ich muss ja sowieso in die Maske fürs Fernsehen, dort würden sie mich wieder frisch machen.

Was motiviert Sie besonders, für die Swiss Music Awards länger aufzubleiben?
Ich freue mich auf einen ungezwungenen Abend, auf dieses Familientreffen der Schweizer Musikszene. Alle ziehen sich etwas Gutes an und feiern eine coole Party.

Haben Sie sich punkto Outfit speziell beraten lassen, um neben Ihrer Co-Moderatorin Melanie Winiger nicht völlig unterzugehen?
Neben Melanie kann man nur verlieren, die befindet sich auf einer anderen Flughöhe! Wir müssen unsere Outfits noch abgleichen. Aber eines weiss ich jetzt schon: Sie sieht gut aus. Und ich bin auch noch da (lacht).

Dafür sind Sie der Musikexperte.
Die Rolle der Experten übernehmen an den Swiss Music Awards die Jury und das Volk, also der Souverän, um es gut schweizerisch zu sagen. Aber durch meine Arbeit bei DRS3 kenne ich natürlich alle Acts, das macht es interessant.

Wo würde man Sie am ehesten antreffen: Am Heavymetal-Festival Sonisphere, am klassischen Menuhin Festival in Gstaad oder an der Flower-Power-Schlagerparade in Chur?
Ich würde es so sagen: Ich mag echte Musik, eine Gitarre, die auch mal kratzt, und eine unbearbeitete Stimme, gerne akustisch, und zwischendurch auch mal laut. House und fette Beats brauche ich weniger, und ich bin kein Mensch der Extreme, klassische 12-Ton-Musik törnt mich ebenso ab wie Gitarren, die nur Lärm machen.

Dann wären es noch am ehesten die alten Schlager in Chur. Haben Sie einen aktuellen Lieblingssong?
Den darf ich nicht verraten, er ist von einer nominierten Band.

Aus der Schweiz?
Ja.

Gibt es einen Song, der seit vielen Jahren zu Ihren Lieblingen gehört?
Einer meiner Top-10-Songs ist «Nothing Ever Happens» von der schottischen Rockband Del Amitri. In der Schweiz gefällt mir momentan Anna Känzig sehr gut, und wenn es wieder wärmer wird, ist es wieder Zeit für Foster the People. Deren Song «Pumped Up Kicks»  verleidet mir auch beim x-ten Mal hören nicht.

Ein super Song zum Feiern. Werden Sie an der After-Party der Swiss Music Awards bei den Letzten dabei sein?
Eigentlich sagt man ja, man sollte nie als Letzter gehen und nie als Erster da sein. Aber diesmal bin ich nun mal als Erster da. Dann bleib ich auch lange!

Und werden Sie dort versuchen, gleich Kontakte für weitere TV-Jobs zu knüpfen?
Ich glaube nicht, dass dies der richtige Ort dafür wäre. Das hängt wohl alleine von meiner  Leistung ab.

Bleibt das Radio Ihre grosse Liebe?
Mir geht es in erster Linie darum, gute Inhalte zu vermitteln. Wenn ich Anfragen für einen Moderationsjob beim Fernsehen bekomme, überlege ich mir, ob ich das Format selbst schauen würde. Die Model-Formate, die sich meine Frau gerne anschaut, würde ich zum Beispiel eher nicht moderieren. Aber die Moderation der Swiss Music Awars passt, weil wir mit DRS3 von Anfang an dabei waren.

Ihre Co-Moderatorin Melanie Winiger und Sie haben verschiedene Hintergründe. Was können Sie voneinander abschauen?
Das Spezielle an Melanie ist das Unberechenbare. Bei den Proben sagt sie einfach mal etwas, und das macht sie durchaus gut. Und das Tolle ist: Zu zweit kann der eine übernehmen, wenn der andere nicht weiterkommt. Dafür merkt man am Radio nicht jedes Missgeschick. 

Hatten Sie auch schon grössere Pannen bei Ihrer Arbeit?
Am Tag nach dem grossen SBB-Stromausfall witzelten wir bei DRS3 darüber, als plötzlich alle Sender ausfielen. Ironischerweise hatte sie ein Bagger auf einer Baustelle des öffentlichen Verkehrs lahmgelegt.

Swiss Music Awards 2012: Freitag, 2. März. Ab 20 Uhr live auf SF2.

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