Nachgefragt bei Nik Hartmann

Herr Hartmann, Sie liessen während zehn Wochen auf Ihrer Reise «über Stock und Stein» von Basel auf den Piz Bernina GR Ihren Bart wachsen. Jetzt ist er wieder weg!
Eigentlich wollte ich ihn schon vor dem Aufstieg auf den Viertausender rasieren, ähnlich wie ein Taliban, der sich noch die Füsse wäscht, bevor er sich in die Luft jagt. Der Bart ist dann wegen Zeitmangels geblieben, erst nach dem Abstieg und der letzten Klappe habe ich ihn weggemacht.

Diese Frage stellt sich doch jeder Mann: Haben Sie ihn vor oder nach dem Duschen rasiert?
Nach dem Duschen. Dann ist die Haut aufgeweicht. Und so steht es auch im Knigge. Ich habe aber trotzdem 25 Minuten gebraucht, bis er ab war.

Wie fühlen Sie sich jetzt ohne Gesichtshaar?
Ich vermisse es. Denn tief drinnen in mir bin ich ein Bartträger. Der Bart hat mir ein Lebensgefühl vermittelt: einfach mal wachsen lassen und schauen, was passiert. Das könnte man schon als meine Lebens­philosophie bezeichnen.

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Bekommen Sie nun mehr Küsse von Ihrer Frau Carla auf die Wange?
Da gibts keinen Unterschied. Aber der Meistgeküsste bin sowieso nicht ich, sondern unser Baby Melchior. Der wird von allen von oben bis unten nonstop verküsst.

Psychologen der Uni Kiel glauben, dass Männer mit Bart sympathischer, schlauer und attraktiver wirken. Können Sie das bestätigen?
Ich kann nur sagen: Der Bart hat mir viele Türen geöffnet. Viele Bergler und Bauern tragen ebenfalls Bart. Ich war einer von ihnen. Und mein Sohn Constantin findet, dass ich nur mit Bart ein richtiger Vater sei.

Können Sie sich eigentlich noch an Ihre erste Rasur erinnern?
Ja, das kann ich. Ich wollte mich von meinem Vater abgrenzen und habe extra nass rasiert – im Gegensatz zu ihm. Ich war erst 15, noch viel zu jung, und hatte gehofft, dadurch würden mehr Haare spriessen. Das war übrigens meine einzige und grösste pubertäre Rebellion meinen Eltern gegenüber.


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