Mister-Schweiz-Wahl «Nur ‹hin und her laufen› reicht nicht mehr!»

Nach dem Ausstieg von SRF war die Zukunft der Mister-Schweiz-Wahl ungewiss. Seit Freitag steht fest, dass der Schweizer Privatsender 3+ in die Bresche springt. Im Interview mit SI online spricht Urs Brülisauer, Geschäftsführer der Mister-Schweiz-Organisation, über die Vor- und Nachteile der neuen Partnerschaft, blickt zurück in die Vergangenheit und verrät, wie die künftige Wahlnacht aussehen wird.
Die Zukunft der Mister-Schweiz-Wahl ist geregelt. «Mit dem Wechsel der TV-Partnerschaft stehen wir vor Veränderungen», sagt Geschäftsführer Urs Brülisauer.
© RDB/SI/Fabienne Bühler / Mister Schweiz Organisation Die Zukunft der Mister-Schweiz-Wahl ist geregelt. «Mit dem Wechsel der TV-Partnerschaft stehen wir vor Veränderungen», sagt Geschäftsführer Urs Brülisauer.

SI online: Gratulation! Die Suche nach einem neuen TV-Partner hat ein Ende - die Wahl wird ab 2012 vom Privatsender 3+ übertragen.
Urs Brülisauer: Das ist ein sehr wichtiger Schritt für die Mister-Schweiz-Wahl! Die Wahl als TV-Format geht nun langfristig weiter und die Kontinuität ist auch für unsere Partner gewährleistet.

Welche Vorteile, aber auch Nachteile, sehen Sie in der Zusammenarbeit mit 3+ im Gegensatz zum vorigen Partner SRF?
Als grossen Vorteil sehe ich die Tatsache, dass der Freiraum der Partnerintegration beim Privatfernsehen weit grösser ist als beim Staatsfernsehen. Als Nachteil: Die meisten Schweizer haben SF1 auf der Fernbedienung ganz vorne und 3+ eher weiter hinten. (lacht) Aber Dominik Kaiser gibt mit seinem Sender mächtig Gas, und wir freuen uns, einen Teil dieser Vorwärtsstrategie zu sein.

Die Kooperation beläuft sich vorerst einmal über drei Jahre. Sorgen Sie sich weiterhin um die Zukunft der Mister-Wahl?
Nein, Sorgen machen wir uns keine. Mit dem Wechsel der TV-Partnerschaft stehen wir vor Veränderungen. Wir werden den Bereich Social-Media markant ausbauen und auch die TV-Sendung selbst Richtung Casting-Format weiterentwickeln. Auch ein eingeführter Brand muss ständig reformiert werden.

Die Wahl soll sich in Richtung Casting-Format entwickeln - was heisst das?
Ansatzweise haben wir das bereits in der Ausgabe 2011 angedeutet. Die Zeiten des «hin und her laufen» und in die Kamera lächeln sind vorbei! Wer künftig Mister werden will, muss mehr zu bieten haben und das gleich live unter Beweis stellen.

Welche Fähigkeiten muss der Mister Schweiz der Zukunft sonst noch mitbringen - und was eben nicht mehr?
Wir suchen nicht ausschliesslich den schönsten Schweizer, sondern eine Person, die auch andere Attribute erfüllt. Beispielsweise sind der Umgang mit Medien und rhetorische Fähigkeiten immer wichtiger. Ein Mister Schweiz muss zudem ein Typ mit Ecken und Kanten sein.

Hat sich auch das Ansehen eines Mister Schweiz in den letzten Jahren verändert?
Ja, im Positiven. Eine Miss Schweiz hat schon seit den 90er-Jahren in der hiesigen Unterhaltungsszene einen hohen Stellenwert. Diesen mussten wir uns mit dem Mister erst erarbeiten. Heute scheint mir, dass wir die Lücke von damals geschlossen haben.

Wie haben Sie das geschafft?
Das intensive Jahr mit Bauer Renzo Blumenthal war für die Entwicklung des Titels von grosser Bedeutung. Ein wichtiger Moment war auch die Unterzeichnung der Zusammarbeitsvereinbarung mit dem Schweizer Fernsehen im Jahr 2005.

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