«Ich bin ein Star - holt mich hier raus!» Quotenhoch: Alle lieben Trash-TV

Knapp zwei Wochen kämpfen sich die Stars schon durch den australischen Dschungel: Sie heulen, streiten und geben auf. Während der Sender schon lange davon wusste, hielten sie die TV-Zuschauer über 24 Stunden im Unwissen - und an der Telefonstrippe. Und trotzdem steigen die Quoten rapide.
Für ihre Teilnahme im australischen Dschungel kassieren die Stars eine Menge Geld.
Für ihre Teilnahme im australischen Dschungel kassieren die Stars eine Menge Geld.

Die Frage, ob Sarah Knappik, 24, den RTL-Dschungel verlässt oder nicht beschäftigte die Fans seit Montagabend - gelöst wurde das Geheimnis offenbar aber erst am Dienstagabend. Nicht ganz: Zwar erfuhren die TV-Zuschauer erst am Dienstag von Sarahs definitivem Auszug, gegangen wäre sie aber gerne schon am Montag. Im Klartext heisst dies: RTL hielt die Zuschauer über 24 Stunden im Unwissen und kassierte weiterhin Geld für deren Anrufe auf Sarahs Konto. Denn: RTL schummelte einen Pseudotag im Dschungel dazu, so Bild.de.

Während sich die Zuschauer ganz schön veräppelt vorkommen, zahlt sich das Spiel für den Sender aus: Gesamthaft betrug der Marktanteil der Sendung vom Dienstagabend 34,5 Prozent, derjenige der Zuschauer zwischen 14 bis 49 Jahren über 50 Prozent. Diese Traumquoten führen, so RTL, zu einem neuen «Allzeit-Rekord».

Doch worin liegt der Reiz dieser TV-Show? Warum ergötzen sich täglich Millionen von Zuschauern an dem unzivilisierten Verhalten der «Stars»? «Seit den 90-er-Jahren gibt es vermehrt ‹selbstreferenzielle Sendungen›. Sie setzen sich als eine Art Fernsehkritik im Fernsehen ironisch mit den Angeboten und Produktionsbedingungen des Mediums auseinander», erklärt Medienwissenschaftlerin Joan Kristin Bleicher das Phänomen der Dschungel-Show gegenüber Welt.de. RTL produziere für viel Geld eine Show und alle würden «Zeitverwertung» betreiben, sagt Blogger und Medienjournalist Stefan Niggemeier weiter.

Und auch auf die Frage warum sich Prominente - abgesehen vom finanziellen Reiz - öffentlich bloss stellen, hat Bleicher eine Antwort: «Die Teilnahme an der Dschungelshow bedeutet Aufmerksamkeit in den Medien. Für die Dauerbeobachtung müssen die Kandidaten aber den Preis der Schadenfreude des Publikums zahlen.» Und das Publikum wiederum zahlt für die Anrufe und das Mitbestimmrecht über das Leben im Dschungel.

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