«No Billag, no Culture» 5000 Kulturschaffende kämpfen für die SRG

Knapp zwei Monate vor der Abstimmung über die No-Billag-Initiative stärken die Schweizer Kulturschaffenden der SRG den Rücken. Für die neue Kampagne «No Billag, no Culture» haben sich mehr als 50 Verbände und über 5000 Kulturschaffende zusammengeschlossen.
Teaser Kampagne No Billag, no Culture
© Remo Naegeli, Geri Born, Dukas

Melanie Oesch, Dodo und DJ Antoine (v.l.) danken der SRG in Form von politischer Unterstützung.

Musikalisch haben Jodel-Königin Melanie Oesch, 30, Reggaesänger Dodo, 40, und House-Produzent DJ Antoine, 42, wenig gemeinsam. In einer wichtigen politischen Frage sind sie sich dafür zu 100 Prozent einig: Alle drei Künstler wollen eine Annahme der No-Billag-Initiative am 4. März 2018 verhindern und mit einem Aufruf die SRG retten.

Dazu haben sie sich zusammen mit 5000 weiteren Kulturschaffenden und mehr als 50 Verbänden in der neuen Kampagne «No Billag, no Culture» zusammengeschlossen.

Melanie Oesch kämpft für Musik-Vielfalt

Auf der offiziellen Website der Kampagne legen die Künstler ihre Argumente dar, wieso die Initiative abgelehnt werden soll. «Ohne die gebührenfinanzierten Sender würde Schweizer Musik im Radio und Fernsehen kaum mehr in dieser Vielfalt und Breite gespielt werden können», schreibt Jodlerin und Komponistin Melanie Oesch.

Oeschs die dritten
© Remo Nägeli

«Oesch's die Dritten» bei einem Shooting mit der «Schweizer Illustrierten»: Kevin, Annemarie, Melanie, Mike und Hansueli Oesch (v.l.).

Dodo will keine Privatisierung der Fernsehlandschaft

Sänger Dodo streicht die Wichtigkeit von Schweizer Radio und Fernsehen für die freie Meinungsbildung heraus: «Die No-Billag-Initiative fördert ein System, in dem nur noch der Meistzahlende entscheiden würde, welche Informationen die Bevölkerung erhält. Deshalb bin ich gegen die No-Billag-Initiative.»

DJ Antoine zahlt als Konsument gerne Billag-Gebühren

DJ Antoine findet die Billag-Gebühren gerechtfertigt. In seinem Statement gibt der erfolgreiche House-DJ zu Protokoll: «Die Kreativität, Musik und Filme zu produzieren, soll vom Konsumenten unterstützt werden.» 

Die Argumente machen deutlich: In der Vergangenheit haben die 5000 Kulturschaffenden und Künstler von den Fernseh- und Radiosendern der SRG profitiert. Nicht wenige von ihnen wurden dank Auftritten bei Schweizer Radio und Fernsehen erst richtig bekannt.

Auch Komiker Emil Steinberger, 85, Jonny Fischer, 37,  und Manuel Burkart, 40, von Cabaret Divertimento sowie Schauspielerin Sarah Spale, 37, stellen ihr Gesicht für die Kampagne zur Verfügung.

«Wilder»-Star kämpft auch gegen No Billag

Letztere hat gerade in der jüngsten Vergangenheit stark von der SRG profitiert. Spale hatte die Hauptrolle in der SRF-Krimiserie «Wilder». Während sechs Folgen war sie einmal pro Woche zur besten Sendezeit auf SRF 1 zu sehen.

Sarah Spale als Rosa Wilder und Marcus Signer als Manfred Kägi in «Wilder»
© SRF/Pascal Mora

Zusammen mit Marcus Signer als Manfred Kägi ermittelte Sarah Spale als Rosa Wilder in der SRF-Krimiserie «Wilder».

«No Billag, no Culture» will den Schweizer Film fördern

Neben der Musik ist den Befürwortern von «No Billag, no Culture» das Filmangebot auf den SRF-Sendern wichtig. «Gerade auch für die Film- und Dokumentarfilm-Produktion in der Schweiz ist die SRG eine existenziell wichtige Partnerin», heisst es im Aufruf der Kampagne.

Schweizer Kulturschaffende finden SRG nicht perfekt

Trotzdem finden auch die teilnehmenden Stars, dass die SRG nicht perfekt sei und über den Service public weiter diskutiert werden müsse. In ihrem Aufruf heisst es: «Wir Kulturschaffende wollen uns an diesen Diskussionen beteiligen, mitreden und mitgestalten. Dafür brauchen wir Verhandlungspartner mit einem öffentlichen Auftrag, den die gebührenfinanzierten Medien wahrnehmen.»

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