«Tschou zäme, es isch schön gsy!» Adieu, Polo National!

Polo Hofer, ein Pionier des Schweizer Mundartrocks ist am Samstag, 22. Juli verstorben. Ein bewegtes Leben für die Schweizer Rock- und Popmusik geht zu Ende.
Und übrigens 24.3.14
© Dukas

Er hatte schon länger gesundheitliche Probleme, jetzt hat uns die Schweizer Mundartrock-Legende verlassen: Polo Hofer ist am vergangenen Samstag verstorben, wie «SRF» meldet. Offenbar hat er den Kampf gegen den Lungenkrebs verloren. Noch im März schloss er eine Chemotherapie ab und arbeitete sogar an seinem ersten englischsprachigen Album. Dazu wird es nicht mehr kommen.

Von Interlaken auf die grosse Bühne

Polo Hofer war mehr als nur ein Musiker und leidenschaftlicher Sänger. Er war eine Schweizer Institution. Nicht umsonst nannte man ihn gerne «Polo National». Als Urs Hofer kam er am 16. März 1945 in Interlaken auf die Welt und verschrieb sich schon bald der Musik. Zwar absolvierte er noch eine Lehre als Handlithograf, doch sein Herz verschrieb er der Musik.

Bereits 1961 gründete er seine erste Band mit dem Namen «The Jetmen». Mit den Coverversionen von englischen Hits tourte er durch die Clubs im In- und Ausland. Im Sommer 1971 gründete er dann mit Hanery Amman, Schifer Schafer und Sämi Jungen die Rock-Band Rumpelstilz. Die ersten eigenen Hits wie «Teddybär» oder «Kiosk» verhalfen der Mundart-Combo zum Durchbruch.

Alperose!

Ein weiterer Meilenstein in seiner steilen musikalischen Karriere war die «SchmetterBand», die er 1984 gründete. Ein Jahr später schaffte es die Band mit «Alperose» an die Schweizer Chart-Spitze. Der Song hat bis heute nichts von seiner Beliebtheit eingebüsst und wurde sogar zum grössten Schweizer Hit aller Zeiten gewählt. Ganze 18 Alben und viele Hits wie «Giggerig», «Summer '68» und «Stüehl ewäg» folgten bis 2003, als er sich von der Band trennte und eine Solo-Karriere lancierte.

Durch und durch Rock'n'Roll

Polo Hofer lebte nicht nur für den Mundartrock, er verkörperte auch den Rock'n'Roll-Lebensstil. So machte er sich zum Beispiel für die Hanflegalisierung stark und drehte sich sogar vor laufender Kamera einen Joint. Daneben galt seine Leideschaft auch dem Alkohol, der seiner Gesundheit zusetzte. 2006 fiel er mit einer Bauchspeicheldrüsenentzündung ins Koma. Doch seinen exzessiven Lebensstil konnte auch dieser Zwischenfall nicht ändern.

Frühe Heirat

Weniger halsbrecherisch war er in der Liebe unterwegs. Bereits mit 21 Jahren heiratete er seine erste Frau, deren Sohn er später adoptierte. 1997 heiratete der Berner Oberländer zum zweiten Mal, nämlich Alice, seine Managerin. Noch vor seinem Ableben hatte Polo selber seine Todesanzeige verfasst. Sie beginnt mit den Worten: «I säge: ‹Tschou zäme, es isch schön gsy!›»

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