Edith Hunkeler «Alle meine Erfolge sind nichts im Vergleich»

Im September kam Elin auf die Welt, Anfang Jahr hat Mama Edith Hunkeler bereits wieder mit ihrem Training begonnen. Man könnte meinen, das Leben der Rollstuhlsportlerin nimmt wieder seinen üblichen Gang. In Wahrheit hat es sich komplett verändert. Mit der «Schweizer Illustrierten» spricht sie über die neuen Herausforderungen, über Mutterglück und sie verrät ihre «Tricks» im Alltag.
Im Mutterglück: Rollstuhlsportlerin Edith Hunkeler mit ihrem Mädchen Elin.
© Thomas Buchwalder Im Mutterglück: Rollstuhlsportlerin Edith Hunkeler mit ihrem Mädchen Elin.

2560 Gramm schwer, 45 Zentimeter gross, dichtes schwarzes Haar - das ist das Glück von Edith Hunkeler, 38. Am 14. September 2010 hat ihre Tochter Elin per Kaiserschnitt das Licht der Welt erblickt. «Meine Rolle als Mutter ist das Schönste in meinem Leben», schwärmt die Rollstuhlsportlerin in der aktuellen «Schweizer Illustrierten». «Alle meine Erfolge sind nichts im Vergleich zu dem, was ich mit Elin geschenkt bekommen habe.» Äusserlich sei sie ganz Papi Mark Wolf, 38. Aber in punkto Ehrgeiz kommt das Mädchen nach der Mama. «Als sie entdeckte dass sie sich selber vom Rücken auf den Bauch drehen kann, übte sie, ohne müde zu werden.»

Trotz Baby trainiert Hunkeler seit Anfang Jahr wieder. Die Olympischen Spiele 2012 stehen schliesslich bevor. Viel Organisation ist da gefragt: Am späten Morgen bringt sie ihr Kind zu ihren Eltern, bevor sie ins Training fährt. Zum Mittagessen ist sie wieder zurück. Falls noch eine zweite Trainingseinheit ansteht, geht ihre Mutter mit der Kleinen noch spazieren.

Manchmal stosse sie schon an ihre Grenzen, gibt die frischgebackene Mutter offen zu. «In den vergangenen Monaten musste ich wieder häufiger sagen: ‹Das kann ich nicht.›» Gerade weil sie als Rollstuhlfahrerin vor noch grössere Herausforderungen gestellt ist als andere Mütter. Den Maxi-Cosi einfach auf den Boden stellen, kann sie zum Beispiel nicht. «Dieses Ding bringe ich nie mehr hoch.» Ein paar «Tricks» erleichtern Hunkeler den Alltag: Als Elin noch ganz klein war, steckte sie sie für Spaziergänge im Rollsuhl in ein «Känguru-Säckli». Heute hat sie ein blaues Band mit Klettverschuss, das ihr Kind auf ihrem Schoss festhält.

Schon bald wird die nächste Hürde folgen: Dann, wenn Elin zu Laufen beginnt. Hunkeler zögert bei der Frage, wie sie diese Situation meistern würde. «Das darf ich fast nicht sagen... Ich werde sie wohl an die Leine nehmen. Kinder sind unberechenbar. Das Risiko wäre zu gross.»

Das grosse Interview mit Edith Hunkeler und exklusive Familienbilder finden Sie in der aktuellen «Schweizer Illustrierten» vom 20. Juni 2011 - und auf dem iPad.

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