Müller und Giacobbo Am Geburi mit Kutsche durchs Leutschenbach

Am 6. Februrar feiert Satiriker Viktor Giacobbo seinen Sechzigsten. Ein perfekter Zeitpunkt, um über das Alter zu philosophieren. Im Interview mit der «Schweizer Illustrierten» sprechen er und sein TV-Partner Mike Müller ausserdem über Twitter, Rote Teppiche und ihre Partnerinnen.
Ein ungleiches Paar, das sich gerne auf den Arm nimmt: Mike Müller und Viktor Giacobbo.
© Christian Dietrich Ein ungleiches Paar, das sich gerne auf den Arm nimmt: Mike Müller und Viktor Giacobbo.

VIKTOR GIACOBBO, 59, ÜBER DAS ALTERN:
Oft sagen ihm seine - mehrheitlich jüngeren - Kollegen, er sei «der grösste Kindskopf von allen», sagt Giacobbo. «Daher habe ich gar kein Problem mit meinem Alter.» Der Satiriker ist überzeugt: Mit zunehmendem Alter merkt man besser, wenn es sich lohnt, hart zu sein, und wenn nicht. Zudem stehe man zu Pointen, von denen man wisse, dass sie nicht massentauglich seien.

... ÜBER DEN RUHESTAND:
An Pension denke er noch nicht, sagt Giacobbo. «Dennoch bin ich keiner, der bis zum Herzinfarkt arbeiten muss.»

... ÜBER DAS BEVORSTEHENDE GEBURTSTAGSFEST:
«Ich habe noch nichts geplant. Vielleicht in der offenen Kutsche durchs Leutschenbach fahren?»

... ÜBER SEINEN GEBURTSTAGSWUNSCH VON MIKE MÜLLER:
Er wolle von seinem Kollegen «etwas sehr Teures», sagt Giacobbo. «Aber er kann mir auch einfach ein Nötli geben.» Sein Partner aus der SRF-Sendung «Giacobbo/Müller» kontert: «Es gibt aber keine kleineren Nötli als Zehnernoten!»

MIKE MÜLLER, 48, ÜBER SEIN PRIVATES VERHÄLTNIS ZU GIACOBBO:
Giacobbos Berufskollege verrät: «Wir sind sehr gut befreundet, telefonieren und sehen uns oft. Wir habens gern lustig, führen aber auch ernsthafte Gespräche.» Zum Beispiel über ihre Beziehungen, Politik oder neue Bücher. «Wir müssen nicht von früh bis spät Komiker sein.»

GIACOBBO ÜBER DEN REIZ AN TWITTER:
13'000 Twitter-Follower - Leute, die seine Einträge regelmässig lesen - kann Giacobbo inzwischen vorweisen. «Die erreiche ich ohne Umwege, direkt und sofort.» Ihn fasziniere vor allem die Einfachheit des Mediums. «Die Zeilenanzahl ist begrenzt, und man muss etwas zu sagen haben, sonst hat man keine Follower.»

GIACOBBO UND MÜLLER ÜBER DIE KEHRSEITE DES RUHMS:
Giacobbos Leidenschaft fürs Twittern sorgte jüngst für Schlagzeilen: Er war nach seinen Ferien am Flughafen in Südafrika gestrandet und machte seinem Unmut via Twitter Luft. Als er mit zwei Tagen Verspätung endlich in Zürich landete, warteten Fotografen am Flughafen - «okay, selbst schuld, wenn ich darüber twittere», ist sich Giacobbo denn auch bewusst. «Aber einer verfolgte uns, bis wir im Auto sassen, da fand ich, es reicht.»
Unangenehm sei ihm zudem, wenn er in einem Geschäft Kleider anprobiere «und da stehen ein Dutzend Leute rum und schauen mir zu». Auftritte an offiziellen Anlässen meide er deshalb bewusst. «Ich habe etwas Mühe mit dem dämlichen roten Teppich als ‹Promi-Durchlauferhitzer›», sagt er. «Ich möchte nicht an solchen Anlässen Hollywood nachäffen.»
Ansonsten versuche man aber, sich möglichst normal in der Öffentlichkeit zu bewegen, so Müller, der gerade einen Pilotfilm als TV-Komissar gedreht hat. «Ich habe keine Lust, mein Leben danach auszurichten, ob man mich auf der Strasse erkennt oder nicht.»

GIACOBBO UND MÜLLER ÜBER DIE LIEBE:
Humor sei für ihn essentiell in einer Beziehung, sagt Giacobbo. «Eine humorlose Partnerin würde ich nicht aushalten.» Und Müller offenbart: «Ich bin seit einer Weile nicht mehr Single.» Mehr wolle er dazu aber nicht sagen.

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