«Das persönliche Interview» mit Antoine Monot Jr. «Mein Magen ist meine Achillesferse»

Auberginen findet er merkwürdig. Deshalb sieht er sich selbst lieber als eine bunte Gemüsemischung aus der Tiefkühltruhe: Antoine Monot Jr., der Anwalt aus «Ein Fall für zwei». Mit einer Mordsgeduld wartete der Schauspieler 18 Jahre, bis seine beste Freundin auch sein Herzblatt wurde. 
Antoine Monot Jr. der Taube Jack Tatort Interview privat
© Getty Images

Antoine Monot Jr.: In «Ein Fall für zwei» löst der deutsch-schweizerische Doppelbürger knifflige Fälle.

«Schweizer Illustrierte»: Antoine Monot, was für ein Hintergrundbild hat Ihr Smartphone?
Ein Foto vom New Yorker Times Square mit ganz vielen Taxis. Ich stellte mich bei Rot für den Autoverkehr mitten auf die Strasse und drückte ab.

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Orten setzen Sie ihn zusammen?
Aus Manhattan und dem Drumherum. Ich liebe New York.

Wie hätte Ihr Name als Mädchen gelautet?
Antoinette. Ich danke, wem auch immer, dass ich ein Junge bin.

Welches Gemüse gehört verboten?
Auberginen, die sind merkwürdig matschig. Braucht kein Mensch.

Und was für ein Gemüse wären Sie?
Eine Gemüsemischung aus der Tiefkühltruhe. Ich bin auch so bunt und habe viele Interessen.

Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Momentan bin ich massiv glücklich, auch wenn ich viel arbeite. Ich achte darauf, nur an fünf Tagen pro Woche zu arbeiten und zwei-, dreimal pro Jahr Ferien zu machen. Gerade habe ich auf einer Kreuzfahrt nach Indonesien aus meinem Buch «Vertrauen Sie mir, ich tu’s ja auch» gelesen, eine Lesereise also. Im August gehts auf Kreuzfahrt durch die Karibik.

Als Sie Kind waren, was hat Ihre Mutter Ihnen da immer gesagt?
Zwei Dinge bleiben mir in Erinnerung. Wenn ich Fragen stellte, die sie nicht beantworten wollte, sagte sie: ‹Das erzähle ich dir, wenn du 18 bist.› Und: Sie korrigierte mich stets, wenn ich etwa sagte: ‹Ess das!› Dann kam zurück: ‹Iss das!› Ich korrigiere heute mein Umfeld ebenfalls automatisch.

Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes geschenkt?
Meiner Lebensgefährtin Stefanie schrieb ich zum 30. Geburtstag ein kleines Büchlein. Wir kennen uns seit 18 Jahren, kamen aber erst 2015 zusammen. Sie war und ist meine älteste und beste Freundin.

Wo am Körper tuts Ihnen weh?
Meine Schwachstelle ist mein Magen - er ist quasi meine Achillesferse.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?
Überhaupt nicht! Ich finds wichtig, Kindern beizubringen, dass sie den Teller nicht voll machen.

Haben Sie einen Organspendeausweis?
Nein, ich will meine Organe auch nicht spenden. Ich traue der Sache nicht. Im Zweifelsfall sind Organe mehr wert als ein Menschenleben.

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Die Ouverture aus Jacques Offenbachs «La vie parisienne».

Können Sie sich vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen?
Das Leben ist so komplex, ich möchte es nicht ausschliessen. Ich bin dafür; die Schweiz ist diesbezüglich auf dem richtigen Weg.

Über welche Tat oder Aussage von Ihnen wird man noch lange nach Ihrem Ableben reden?
Ach, es wäre schön, wenn es so wäre. Ich konzentriere mich aber lieber auf das, was ich im Leben aktiv gestalten kann.

Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Dass ich so hartnäckig um die Liebe und Freundschaft meiner heutigen Partnerin gekämpft habe.

Und Ihre dümmste Idee?
Gibts keine! Alles ist zu etwas gut.

Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben?
Ich habe noch alle meine Träume und Wünsche, auch die, die sich bisher nicht erfüllt haben.

Was würden Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben wollen?
Sich Ziele zu setzen. Und im Sinn zu behalten, dass es nur einen Menschen gibt, der dich hindern kann zu scheitern: dich selbst!

Angenommen, der liebe Gott würde Sie neu erschaffen: Mit den Eigenschaften welcher Berühmtheiten soll er Sie erschaffen?
Ich will so bleiben, wie ich bin.

Welches Buch, welche Musik hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
Die Buch-Trilogie von Philippe Djian, bestehend aus «Erogene Zone», «Betty Blue» und «Verraten und verkauft». Bei Musik sind es Jacques Offenbach, Element of Crime und elektronische Musik.

Was wird man in hundert Jahren über die aktuelle Epoche sagen?
Sie wird als Jahrhundert der Digitalisierung in die Geschichte eingehen, aber auch als eine Zeit, in der sich die Menschen gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben - aber bei Letzterem unterscheiden wir uns nicht von den anderen Epochen. Wir werden immer schlauer und bleiben doch gleich dumm.

Welche Pille gehört erfunden?
Eine, die alle Krebsarten besiegt.

Ihr Spitzname als Kind?
Boubou.

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus?
Es herrschte ein einziges Chaos. Der Boden war übersät mit Kleidern, Pizzakartons, Zeitschriften. Heute bin ich total ordentlich.

Falls Ihr Leben verfilmt wird, welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen?
Die würde ich gern selber übernehmen.

Im Dossier: Weitere persönliche Interviews

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