Kurt Felix (†) Art Furrer: «Hoffte sehr, ihn nochmal zu sehen»

Er war ein enger Freund des Schweizer Entertainers und hatte schon am Donnerstag eine leise Vorahnung: Skiakrobat Art Furrer schrieb seine Abschiedsworte an Kurt Felix nieder - noch bevor er von dessen Tod erfahren hat.
Trafen sich nicht nur an öffentlichen Anlässen: Paola und Kurt Felix besuchten Art Furrer (l.) oft auf der Riederalp.
© RDB/Glückspost/Bruno Torricelli Trafen sich nicht nur an öffentlichen Anlässen: Paola und Kurt Felix besuchten Art Furrer (l.) oft auf der Riederalp.

Schweizer Illustrierte: Wann und wie haben Sie Kurt Felix kennen gelernt?
Art Furrer: Das war 1973. Ich war gerade aus den USA zurückgekommen und lernte zuerst Paola kennen, als wir gemeinsam in der Jury eines Nachwuchssänger-Wettbewerbs sassen. Durch sie traf ich dann Kurt. Meine Frau Gerlinde, ich und die beiden wurden sehr gute Freunde. Paola und Kurt waren oft bei uns auf der Riederalp.

Gibt es eine Anekdote, die Sie mit Kurt Felix verbinden?
Bei seinen Besuchen heckten wir oft gemeinsam Ideen für «Verstehen Sie Spass?» aus. Einmal sagte ich, ich würde gern als Ski-Anfänger einen Skilehrer reinlegen. Ich besorgte bei meinem Bruder vier Meter lange Völkl-Ski und tauchte damit und mit Cowboy-Hut in Garmisch auf, wo wir drehten. Ich ging dann auch so ausgerüstet in die Sendung in Böblingen, die ein voller Erfolg war: 20 Millionen Zuschauer. Das war 1986, und so wurde der Cowboy-Hut zu meinem Markenzeichen. Wir drehten danach sicher zwanzig Mal auf der Riederalp für «Verstehen Sie Spass?»

Wie hat Kurt Felix die Schweizer Showszene geprägt?
Kurt war wahnsinnig erfolgreich und kreativ. Er war ein Handwerker, der nichts dem Zufall überliess. Seine Drehbücher waren halbe Bibeln. Er arbeitete nur mit Leuten, denen er vertraute, war zu hundert Prozent ehrlich und liebte die Einfachheit. Er wusste, was die Leute
wollten - und was sie verstanden. Ich wusste das. Als Adolf Ogi mich um Rat fragte wegen seiner Neujahrsansprache, sagte ich: «Ruf Kurt an!» Das tat er - der Rest, das Tannenbäumli vor dem Lötschberg - ist legendär!

Was bedeutet sein Tod für Sie?
Ich wusste ja, dass es ihm nicht gut ging, auch wenn er selten darüber redete. Am Tag nach meinem 70. Geburtstag liefen wir zu zweit ums Riederhorn. Da sagte er: «Weisst du, wenn du einmal Krebs hast, hast du ihn immer.» Kurz darauf kam der Krebs zurück. Zum letzten Mal geredet habe ich mit Kurt an Ostern. Er sagte, er melde sich, wenn die Chemotherapie vorbei sei. Ich hoffte so sehr, ihn nochmal zu sehen. Dass seine Beerdigung im allerengsten Kreis stattfindet, war sein Wunsch. Er hat bis zum Schluss alles perfekt organisiert, zusammen mit
Paola. Die Bestattung war am Samstag, danach wurden seine Freunde informiert. Zehn Minuten, nachdem ich dieses Telefon erhalten habe, ging die Pressemitteilung raus. Ich ziehe meinen Hut vor Paola, die die letzten Jahre unglaublich viel Stärke gezeigt hat. Für sie tut mir
Kurts Verlust unendlich weh. Ich selbst habe einen meiner engsten und langjährigsten Freunde verloren. Ich bin traurig, aber gefasst. Am Donnerstag schrieb ich aus einem plötzlichen Bedürfnis heraus eine Hommage an ihn - ohne zu wissen, dass er bereits tot war. Ein
kleiner Trost: Kurt lebt in seinem Werk weiter. Und in den Herzen seiner Freunde. Auch in meinem.

Was würden Sie ihm noch sagen, wenn Sie könnten?
Du warst einer der wenigen Menschen, die immer hundert Prozent ehrlich waren zu mir. Das bedeutet viel. Ich habe von wenigen Menschen so viel gelernt wie von dir.

Kurt Felix war für mich...
...einer meiner besten Freunde, der ein riesiges Loch hinterlässt.

«Im Gedenken an Kurt Felix»: Art Furrer ist am Montagabend, 21. Mai, 22.55 Uhr, bei Roger Schawinski zu Gast (SF 1).

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