Viola Tami Auf Vermissten- Suche: «Das bricht mir das Herz»

Sie forscht und findet. Viola Tami hilft in der TV-Doku «Vermisst» verzweifelten Frauen, ihre seit Jahren verschollenen Angehörigen ausfindig zu machen. Im Gespräch mit SI online verrät die Moderatorin, welche Schicksale sie besonders berührt haben. Und warum sie lange mit ihrer Zusage gezögert hat.

SI online: Viola Tami, haben Sie auch schon einmal jemanden vermisst und verzweifelt nach ihm gesucht?
Viola Tami: Ich persönlich nicht. Aber meine Grossmutter wuchs im Kinderheim und bei Pflegeeltern auf. Somit bin ich seit meiner Kindheit mit dem Thema vertraut.

Wurde Ihre Grossmutter fündig?
Ja, sie konnte ihre Mutter mit 17 Jahren durch ein Amt ausfindig machen.

Heute wäre Sie bei Ihnen an der richtigen Adresse: Sie sind neuerdings das Schweizer Pendant der deutschen «Vermisst»-Moderatorin Julia Leischik.
Ich brauchte echt viel Zeit, bis ich mich dazu entscheiden konnte. Ich hatte grossen Respekt davor.

Weshalb?
Bis jetzt waren meine Moderationseinsätze immer sehr unbekümmert. Dies ist eine ganz andere Sache. Ich wusste nicht, ob ich das überhaupt kann. Jetzt bin ich froh, dass ich es gewagt habe. Ich habe bei diesen Drehs viel dazugelernt.

Brauchts Ihre Hilfe im Zeitalter von Facebook überhaupt noch?

Offenbar schon. Sonst hätten sich diese Menschen ja bereits ohne unsere Hilfe gefunden.

Mit was für Schicksalen haben Sie in der Sendung zu tun?
Mit einer Mutter, die Ihren Sohn nach 30 Jahren das erste Mal sieht. Und
einer Tochter, die nie wusste, wer ihre Mutter ist, ob sie überhaupt noch lebt und schon lange nach ihr gesucht hat.

Welche Geschichte hat Sie denn besonders berührt?
Sich vorzustellen, dass man sein Kind nach der Geburt weggeben muss und danach all die Jahre nicht weiss, wie es ihm geht. Ob es noch lebt, ob es genug Liebe bekommt. Das bricht mir das Herz.

Fliessen da auch bei Ihnen Tränen - wie bei Julia Leischik bei RTL?
Sagen wirs so... Ich hab mich da sehr gut im Griff.

Gabs Vermisste, die Sie nicht ausfindig machen konnten?
Wir waren vielen Fällen auf der Spur - klar, gibts da auch immer mal wieder eine Sackgasse. Umso schöner, wenn man am Ende doch zwei Menschen zusammenbringen kann.

«Vermisst» läuft am Donnerstag, 8. November, um 22.05 Uhr, bei 3+.

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