Iouri Podladtchikov «Autos sind für mich wie Schuhe für Frauen»

Snowboard-Star Iouri Podladtchikov ist ein Hansdampf in allen Gassen. Wenn er mal nicht in der Halfpipe sein Können zeigt, designt er für Quiksilver Sportkleidung oder fotografiert. Im Interview mit der «Schweizer Illustrierten» verrät der 24-jährige Profisportler seine Lieblingsorte und erzählt, wo er am liebsten Shoppen geht.

Schweizer Illustrierte: Iouri Podladtchikov, Sie fahren für Quiksilver und tragen in der Halfpipe Kleidung, die sie mitdesignt haben. Wie muss man sich diese Zusammenarbeit vorstellen?
Iouri Podladtchikov: Ich sammle Eindrücke auf der ganzen Welt, surfe im Netz und auf Blogs. Einmal im Jahr gestalte ich ein sogenanntes Moodboard für Quiksilver mit Dingen, die mir gefallen.

Wie beeinflusst Sie Ihre persönliche Leidenschaft zur Fotografie bei der Gestaltung dieser Moodboards?
Daher kommt bestimmt das Interesse an neuen Styles und neuen Farben. Wenn ich im Netz surfe, lande ich immer wieder auf Blogs mit Modefotografien.

Welche Blogs schauen Sie sich regelmässig an?
Mein Lieblingsblog ist Daily-Movement.com. Der ist echt mega toll.

Haben Sie auch einen Lieblingsfotografen?
Uff, das ist schwierig. Einmal habe ich für das französische Magazin «Sport & Style» mit dem Fotografen Marcel Hartmann gearbeitet. Das war schon krass! Seine Art zu arbeiten hat mich extrem fasziniert. Vor allem, wie er auf andere Menschen wirkt. Es war sofort klar, was für ein Kaliber er ist: Es stehen 20 Leute auf dem Set rum, Assistenten, Leute vom Magazin und vom Verlag und bewundern seine Art zu arbeiten. 

Zurück zum Snowboarden, was ist Ihnen bei Snowboardkleidung wichtig?
Ich kann nur in leichten Kleidern aufs Brett! Alles, was stylish aussieht, aber zu schwer ist, ziehe ich nicht an. Ich habe da fast schon einen Tick: Alles muss raus aus den Hosentaschen, damit ich möglichst leicht fahren kann.

Wo gehen Sie privat einkaufen?
Am liebsten gehe ich in Aspen in den USA shoppen, dort hat es coole Läden mit Lederaccessoires und Silberschmuck. In Zürich gehe ich gern zu VMC. Dort 
finde ich immer wieder spezielle Stücke - erst kürzlich einen Stetson-Hut, der mir 
total gefällt. Einen super Hut-Shop gibt
 es übrigens auch in San Francisco: Goorin Bros. Ich bin eher ein Accessoires-Shopper. Die sind viel einfacher zum Mitnehmen, wenn man wie ich oft unterwegs ist und nicht die ganze Garderobe mitschleppen will. Wenn ich am Reisen bin, sind meine Kleider meist nicht so stylisch. Da bin ich froh um ein paar Accessoires.

Ziehen Sie auch mal einen Anzug an?
Sicher. Italienische Labels wie Corneliani, die haben die besten Schnitte. Ein Anzug muss eng sein, du darfst dich darin nicht mehr bewegen können.


Für welche Anlässe ziehen Sie sich chic an?
Für spezielle Essen zum Beispiel. Sonst aber auch bei Hochzeiten, Silvester, Geburtstagen - auch bei meinem eigenen -, und Anlässen wie beispielsweise dem Credit Suisse Sports Awards.

Wofür geben Sie am meisten Geld aus?
Fürs Reisen. Sonst sind die teuersten
 Sachen sicher Autos. Autos und Uhren sind für mich wie Taschen und Schuhe für Frauen. Ich ticke da wie viele andere Männer. 

Gibt es etwas, worauf Sie sparen?
Oh ja, da gibt es einiges. Ein Mittelformat-Equipment zum Fotografieren, zum Beispiel. Ich spare da eigentlich nicht richtig drauf, ich will es mir einfach einmal leisten können. Ohne dass es weh tut.

Wohin gehen Sie privat in die Ferien?
Nach Biarritz in Frankreich. La grande Plage ist einer meiner Lieblingsorte. Oder Santa Monica in Kalifornien. Diese beiden Orte besuche ich immer wieder gerne, wenn auch nur für zwei Stunden Stop-Over. Wenn ich richtig in die Ferien verreise, habe ich sehr hohe Ansprüche. Das hab ich mir selber verdorben. Ich habe einfach schon so viele schöne Hotels gesehen und mir den Standard selbst zu hoch gesetzt. In London war ich kürzlich in einem Corinthia-Hotel, dieses Spa musst du gesehen haben! Weltweit gibt es davon nur etwa sieben. Mit meinem besten Freund Ruben will ich bald mal in dessen Hotel in Lissabon gehen.

Dann machen Sie auch gerne kurze Citytrips?
Ja, das mache ich oft mit Ruben. Wir «dropen» raus und lassen uns mitziehen. Einmal Paris, dann London oder Berlin. Wir tauchen voll ab in diese Stadt, lassen uns inspirieren von der Musik und der Mode.

Welche Musik hören Sie?
Wenn ich meinen Stil mit drei Künstlern charakterisieren sollte, dann mit The Doors, Kanye West und Paul Kalkbrenner.

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