Mit Bronze und Silber nach Hause Jetzt bleibt Beat Feuz bei seiner schwangeren Katrin

Zwei Olympiarennen, zwei Medaillen: Beat Feuz schreibt in Südkorea seine unglaubliche Geschichte weiter. Dennoch kann es der Emmentaler kaum erwarten, wieder zu Hause bei seiner Katrin und dem bald erwarteten Baby zu sein. Und gönnt sich als Erstes ein feines Steak.
Beat Feuz und Freundin Katrin und Fans beim Empfang am Flughafen Zürich nach Triumph an Olympischen Winterspielen 2018
© Keystone

Geehrt: Am Flughafen Zürich wird Feuz von Freundin Katrin und ein paar hundert Fans in Empfang genommen.

Am nervösesten ist wohl das Baby in Mamas Bauch. Während sich Beat Feuz, 31, in Pyeongchang auf die Abfahrt vorbereitet, strampelt rund 8500 Kilometer entfernt in Innsbruck sein Ungeborenes genau dann eine Stunde lang in Katrin Triendls Bauch. Vielleicht spürt es, dass etwas Wichtiges ansteht. Papas Trumpf hingegen ist, dass er in einer solchen Situation ruhig bleibt. Er lässt sich weder davon nervös machen, dass die Abfahrt um vier Tage verschoben wurde, noch davon, dass er der Top-Favorit ist.

Feuz wird in Zürich von Freundin Katrin und ein paar hundert Fans empfangen

Seine schwangere Freundin Katrin, 31, ist nicht mit nach Südkorea an die Olympischen Spiele geflogen, verfolgt zu Hause in Österreich mitten in der Nacht vor dem Fernseher, wie ihr Freund Bronze in der Abfahrt und Silber im Super-G gewinnt. Erst als sie ihn in Zürich vom Flughafen abholt – «ich freute mich schon lange darauf, wieder nach Hause zu können», so Feuz –, kann sie ihn wieder in die Arme nehmen. Begleitet von ein paar hundert Fans, inklusive Treicheln.

Beat Feuz und Freundin Katrin Triendl beim Shooting mit der SI im Januar 2018
© Kurt Reichenbach

Glücklich: Beat Feuz nimmt seine Katrin in den Arm. Die werdende Mutter blieb während Olympia zu Hause in Innsbruck.

Beat Feuz fuhr in dieser Saison oft aufs Podest

«Das ist cool, da wird man gleich fitter. Auf dem Flug war ich schon sehr müde nach den anstrengenden Tagen.» Und Wochen. Denn wer bei den Abfahrts-Klassikern im Januar, Wengen, Kitzbühel und Garmisch, auf dem Podium steht, kann zwar viel Kraft aus den Erfolgen ziehen, braucht aber auch Energie für das Drumherum. 

«Es hat sich nicht nur skifahrerisch gelohnt, sondern auch beziehungstechnisch»

Dass er einen solch sensationellen Winter hat, beruht auch darauf, dass er sein Leben nochmals ein Stück professioneller ausrichten konnte: Im vergangenen Sommer hat Katrin ihren Job an den Nagel gehängt und ist nun nicht nur als Physiotherapeutin als Erste zur Stelle, wenn Feuz etwas braucht. Sie geniessen es auch, dass sie im hektischen Sportleralltag mehr Zeit miteinander verbringen können. «Ich finde, es hat sich nicht nur skifahrerisch gelohnt, sondern auch beziehungstechnisch», sagt Feuz. Dass die beiden nun fast die ganze Schwangerschaft bis zur Geburt im Sommer gemeinsam erleben können, schätzt das bodenständige Paar enorm.

Feuz sammelte innert dreier Jahre sehr viele Medaillen

Noch immer ist sich Feuz bewusst, dass es alles andere als selbstverständlich ist, dass er nun mit zwei Medaillen von Olympia zurückkehrt. Dass er trotz allen Verletzungen und Rückschlägen wieder so erfolgreich ist, «das ist schon etwas, das ich nicht immer begreifen kann», sagt der Emmentaler dankbar. Man spürt, dass die Freude echt ist und er nicht dem Sieg nachtrauert. Weltmeister, WM-Dritter, dazu Olympia-Silber und -Bronze innert dreier Jahre – eine Wahnsinns-Ausbeute für einen, der zuvor vor dem Karrierenende stand.

Beat Feuz mit Silber und Bronze bei der Medaillenfeier im House of Switzerland Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang
© David Birri

Zufrieden: Feuz strahlt über Bronze in der Abfahrt und Silber im Super-G.

«Der Energiehaushalt ist nicht gerade hoch»

Nun soll es ruhiger weitergehen: Erholung, Physiotherapie und leichtes Training stehen auf dem Programm, als Erstes nach der Rückkehr wünschte sich Feuz einen gemütlichen Abend in einem Steakhouse in Innsbruck. «Der Energiehaushalt ist nicht gerade hoch», sagt er. Das ist auch eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Dass er weiss, wann er eine Pause braucht. Um dann sein Skimärchen noch weiterschreiben zu können. 

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