«Gott» von Kambodscha schwer erkrankt Beat Richner gibt Spitalleitung per sofort ab

Seit 25 Jahren ist Beat Richner für seine Kinderspitäler in Kambodscha im Einsatz. Jetzt ist der 70-Jährige schwer erkrankt und kann die Leitung der Kantha-Bopha-Kliniken nicht mehr weiter ausführen.

Traurige Nachrichten aus Kambodscha. Die Stiftung Kinderspital Kantha Bopha gibt am Dienstag bekannt, dass Beat Richner, 70, wegen Krankheit von seinen Ämtern zurücktritt: «Der Stiftungsrat muss leider bekanntgeben, dass Dr. med. Beat Richner schwer erkrankt ist. Dr. Beat Richner kann seine Funktion als Leiter der Spitäler Kantha Bopha in Kambodscha nicht mehr ausüben und muss alle öffentlichen Auftritte absagen. Der Stiftungsrat ist tief betroffen.»

Man sei nicht unvorbereitet gewesen, heisst es weiter. Eine Strategie zur Sicherung des Fortbestands des Werkes von Richner sei ausgearbeitet. Richner weilt zurzeit in der Schweiz, Peter Studer, Vizepräsident des Stiftungsrates, übernimmt interimistisch die Leitung der Kantha-Bopha-Spitäler.

Beat Richner eröffnete vor 25 Jahren sein erstes Kinderspital in Kambodscha. Heute gibt es deren fünf, drei in Phnom Penh, zwei in Siem Reap. 40 Millionen Franken kosten die Spitäler jährlich. 6 Millionen steuern Kambodscha und das Eidgenössische Aussendepartement bei. Den Rest zahlen Spenderinnen und Spender, viele aus der Schweiz. Richner trieb das Geld höchstpersönlich ein. Jeden Samstag verwandelte er sich in den poetischen Cellisten Beatocello, der in den 80ern die Schweizer Kleinkunstbühnen eroberte.

Beat Richner Siem Reap (Beatocello) krank Gesundheit
© Monika Flückiger

Kambodschanische Mütter bezeichnen Beat Richner als «Gott». Weil er täglich rund 200 Kindern das Leben rettete.

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