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9 Promis, 99 Tipps für Ferien in der Schweiz

Beat Schlatter taucht im Rhein ab

Schöne Natur, freundliche Menschen, viel Paddel- und Badespass: Beat Schlatter hat Freude an seinem Sonntagsfährtli. Im dritten Teil unseres Sommerferien-Spezials paddelt Schlatter auf dem Rhein. Zudem präsentieren wir 10 Tipps für Sommer nah am Wasser.  

Er ist gar nicht zufrieden mit dem Tausch: Seine Lederschlappen von Louis Vuitton aus-, dafür die orange Schwimmweste anziehen. «Da macht man sich am Morgen Gedanken über die Kleidung, und dann das!», sagt Beat Schlatter, 57, und schnallt sich widerwillig die vorgeschriebene Weste an.

Beat Schlatter auf Kanufahrt

Kaltbädeler: Der Rhein misst 22,6 Grad. «Bis zu 18 Grad ist für mich kein Problem. Ich mag, wenn das Wasser frisch und knackig ist.»

bernard van dierendonck

«Damit sieht mein Ausflug doch gefährlicher aus, als er in Wirklichkeit ist, und schreckt ab.» Der Schauspieler steigt im Strandbad Gailingen (D) ins Boot des Kanuverleihs am Rheinfall. Den Fluss abwärts solls mit leichter Strömung bis nach Schaffhausen gehen. Ein lockeres, erfrischendes Sonntagsfährtli nach einem etwas zu langen Sommerabend.

Barfuss und in elfenbeinfarbenen Badehosen nimmt Beat Schlatter Platz. Die schönen, die ihm seine «Frau Fischer», 48, geschenkt hat, vergass er gestern im Seebad Trubikon ZG. Die Stimmung und die Doppelbock-Biere seien schuld, entschuldigt er sich. Deshalb auch die Sonnenbrille – Hut und Schutzfaktor 50 sollen vor der Sonne schützen. Los gehts!

Töffli statt Kanu

So eine Schifffahrt wollte er schon immer machen. In Zürich verlangte der Kanuclub erst die Beherrschung der Eskimorolle. «Da habe ich mir ein Töffli gekauft. Damit komme ich morgens um sechs Uhr, wenn alle noch schlafen, auch die Limmat und den See hinauf.»

In Schaffhausen sind die Kanus kinderfreundlich. Dank dem kippstabilen Boot hält auch Schlatter die Balance gut. Auf dem Rhein kreuzt er alle paar Meter Schwäne, Gummiboote, Stand-up-Paddles und Weidlinge – eine Boesch-Boot-freie Zone. Neben der Natur, dem wenigen Verkehr und dem «einmal mehr unglaublich sauberen Schweizer Fluss» fällt ihm aber etwas auf: «Ich bin der Einzige mit einer Schwimmweste! Nicht mal Kinder tragen hier eine. Und ich bin echt ein guter Schwimmer!»

Aufgewachsen am Zürichsee, hat Beat im Kindesalter die «Taucherli-Prüefig» gemacht, er beherrscht Crawl, Brust und Delfin.

Beat Schlatter auf Kanufahrt

Verschnaufpause: Unter dem Kastanienbaum des Strandbads Büsingen (D) entspannt Beat Schlatter Rücken, Beine und Geist.

bernard van dierendonck

Zeit für eine Pause. Unwissend legt der Zürcher im deutschen Büsingen bei einem Privaten an. Kein Problem! Der Besitzer erkennt den «Bank-Räuber»-Theaterdarsteller. Ein anderer Badefreund offeriert ihm die übrigen Schlangenbrote. «20 Minuten aus der Stadt Zürich raus, und schon sind die Menschen wahnsinnig freundlich!», so Schlatter, der seit 18 Jahren im Niederdorf lebt.
«Wichtig ist, dass man in Zürich selber freundlich bleibt und sich vom Tonfall, der Wortkargheit und Selbstverständlichkeit nicht anstecken lässt.»

Am Steinstrand setzt er zum Schwumm an. Unbezahlbar! Wie einer der Preise seiner langjährigen «Bingo-Show». Mit Assistentin Anet Corti, 49, sowie Musiker Christian Häni, 37, gehts im Herbst wieder auf Tournee. In der «Bingo-Show» können die Gäste Preise gewinnen, «die man unbedingt will, die Mut brauchen zum Einlösen und nicht käuflich sind».

So durften Gewinner als «Sünneli» oder «Wulche» bei der Wettersendung von TeleZüri erscheinen oder als zwölfter Spieler mit dem FC Zürich bei einem offiziellen Spiel einlaufen.

Sport muss sein

«Vo Tsüri extra dahii cho?», grüssen zwei Schaffhauser, die den aus dem Rhein ragenden Kopf aus dem Kinofilm «Flitzer» erkannt haben. Die Jungs steuern mit dem Weidling flussaufwärts.
«Es wundert mich, gibts hier keine Schlepplifte! Gegen den Strom brauchts viel Kraft», meint Schlatter. Er selbst zählt sich zu den trainierten Herren. Einmal pro Woche macht er Konditionstraining, sitzt im Fitnessstudio aufs Velo.

Gerade hat er wieder ein Schwingtraining bei seinem «Personal Trainer» aus den «Hoselupf»-Drehzeiten absolviert. «Reichlin Dani hat den grösseren Bierbauch als ich, und bei ihm gibts zwischendurch gute Bratenrezepte und Cordon-bleu-Tipps.» Der Bonvivant weiss: Eine gute Badefigur kommt zu 15 Prozent durch Sport, 85 Prozent durch die Ernährung.

Beat Schlatter auf Kanufahrt

Manneskraft: Schauspieler Beat Schlatter paddelt auf dem Rhein von Gailingen (D) bis nach Schaffhausen.

bernard van dierendonck

In Schaffhausen endet die Fahrt. «Hätte ich gewusst, wie sehr ich paddeln muss, wäre ich gestern zwei Stunden früher nach Hause.» Jetzt meldet sich der Hunger. «Welche Crêpes empfehlen Sie?», fragt er Veronica vom mobilen «Lunas Crêpes». «Falls Sie grossen Appetit haben, die Crêpe totale.» Käse, Pesto, Tomaten, Rucola, Schinken, Speck im Bio-Teig. «Sie schmeckt grandios!», so Gourmet Schlatter.

Beat Schlatter auf Kanufahrt

 Belohnung In Schaffhausen schlägt Beat Schlatter beim mobilen «Lunas Crêpes» gleich doppelt zu.

bernard van dierendonck

«Ich mag Leute, die was machen – und dann noch sehr gut und mit Leidenschaft.» Er weist auf das antike Porzellangeschirr, auf die geringe Anzahl Tische – und das gratis Trinkwasser. «In Züri kostet das gleich foif Stutz.» Als Belohnung für den Sport ordert er noch die süsse Variante «Caramel au beurre salé avec du chocolat noir».

Beat Schlatter blickt Richtung Munot, Schaffhausens Wahrzeichen. «Momoll, diesen Ausflug mache ich nochmals.» Aber dann garantiert ohne Schwimmweste! Dafür packe er Frau Fischer und die schönen, von ihr geschenkten Badehosen ins Kanu ein.

Morgen zeigt uns Christa Rigozzi, warum sie in ihrer Heimat im Tessin Feriengefühle hat. Weitere Geschichten und Tipps für Ferien in der Schweiz finden Sie hier.

  • Meiringen BE: Alltagsflucht in die Schlucht. Durch Tunnels und über etliche Stufen steigt Jung und Alt 115 Meter durch die Rosenlaui-Gletscherschlucht. Das Naturspektakel gehört zum Unesco-Weltnaturerbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch und ist während der Sommermonate geöffnet. www.rosenlauischlucht.ch

  • Luzern: Schippern wie die Reichen. Einmal auf einer Jacht über das Wasser gleiten? Das ermöglicht die Panoramajacht «Saphir» auf dem Vierwaldstättersee. Damit auch das Luxus-Feeling stimmt, gibt es auf der Jacht mit Cabriodach nur Erstklasstickets. www.lakelucerne.ch

  • Flims GR: Über sieben Brücken. Von der Quelle des Bachs Flem, vorbei an einer Schluchtenlandschaft, führt der prämierte Wasserweg Trug dil Flem direkt ins Zentrum von Flims GR. Die sieben Brücken, die passiert werden, hat Brückenbauer Jürg Conzett angelegt. www.flims.com

  • Cheseaux-Noréaz VD: Perfekt zum «Sändele» Am Neuenburgersee, genauer in der Ortschaft Cheseaux-Noréaz, ziert der schönste Sandstrand der Schweiz das Ufer. Beim Campingplatz VD8 schmücken Pinien den leicht abfallenden Einstieg ins erfrischende Nass des Sees. www.cheseaux-noreaz.ch

  • Linthal GL: Toller (Wasser-)Fall. Das Tosen ist schon vom ehemaligen Gasthaus Bergli zwischen Linthal GL und Urnerboden UR zu hören. Ein fünfminütiger Spaziergang führt direkt zur Kulisse: der Wasserfall Berglistüber. Die Besucher können sogar hinter den «Vorhang» blicken. www.braunwald.ch

  • Brunnen SZ: Im Fluss treiben. In einem stabilen, aufblasbaren Reifen liegend, «gehts» gemütlich den Fluss hinunter. Das River-Tubing auf der Muota im Kanton Schwyz vereint während zwei bis dreieinhalb Stunden – ganz nach Wahl – Sport, Abenteuer und Spass mit dem Element Wasser. www.adventurepoint.ch

  • Thalwil ZH: Savoir-vivre in der Seebadi! Seit drei Jahren sorgt The Beach in der Seebadi Bürger I in Thalwil für Saint-Tropez-Feeling nah von Zürich. Auf das Sonnen und Schwimmen folgen Schlemmen und Savoir-vivre. www.peclard.net

  • Tiefencastel GR: Grosser Fang in den Bergen. Im Bündner Bergdorf Stierva, oberhalb von Tiefencastel GR, bietet Walter Candreia-Farrer etwas Einmaliges an: Alpenfischen mit Führung. Auf Nichtfischer und Familien warten Fangerlebnisse. www.alpenfischen.ch

  • Locarno TI: Bei Anruf in den See abtauchen. Ob Taucher auch mal dringend ein Telefonat erledigen müssen? Wer im Lido Locarno vom Sprungturm rechts abtaucht, findet auf etwa zwölf Metern Tiefe eine Telefonkabine – und noch weiter unten ein Segelschiff! www.lidolocarno.ch
  • Von Aurelia Robles am 27. Juli 2018