Belinda Bencic «Ich hoffe, dass bald alles wieder heil ist»

Sie wäre der Star des Turniers in Lugano gewesen. Stattdessen muss Belinda Bencic über eine neue Verletzung reden. Die 21-Jährige macht Aquajogging und eine Schallwellentherapie.
Belinda Bencic Interview
© Nicolas Righetti

Besuch in Lugano: Belinda Bencic zeigt sich trotz Verletzung beim WTA-Turnier Samsung Open im TC Lido.

Belinda Bencic, Sie sind schon wieder verletzt. Diesmal am rechten Fuss. Erklären Sie uns, wie es dazu kam.
Ich habe nach dem Turnier in Indian Wells Schmerzen im rechten Fuss gespürt. Aber ich dachte mir nicht viel dabei. Ein paar Tage später in Miami musste ich nach dem dritten Training abbrechen, weil die Schmerzen so stark waren. Seit diesem Zeitpunkt konnte ich nicht mehr draufstehen. Ich hatte Panik, machte ein MRI, habe geröntgt. Sie sagten zuerst, ich hätte nichts, es sei nur entzündet.

Was haben Sie getan?
Ich wartete zuerst ein paar Tage. Dann flog ich in die Schweiz, ging zu Doktor Biedert nach Bern. Er machte nochmals ein MRI und sagte, ich hätte beim dritten Zeh eine Vor-Stressfraktur zweiten Grades. Das heisst, wenn ich weiterspielen würde, käme es zu einer Fraktur. Es war extrem schmerzhaft. Jede Berührung tat weh. Ich hatte Flüssigkeit im und ausserhalb des Knochens.

Wie behandeln Sie das?
Ich mache Schallwellentherapie, die zwar auch schmerzhaft ist, aber die Durchblutung fördert, dazu Aquajogging, ich fahre auch Velo und mache im Gym, was halt geht. Im Schuh habe ich eine Karbonplatte, damit ich den Vorderfuss nicht beuge.

Belinda Bencic gibt auf in China
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Ihre Karriere ist ein Auf und Ab: Im Februar 2016 war Belinda Bencic die Nummer sechs der Tennis-Weltrangliste, aktuell ist sie auf Platz 67.

Wie lange müssen Sie pausieren?
Sie haben mir gesagt, dass ich vier bis sechs Wochen warten muss. Wenn ich zu früh beginne, fängt es wieder von vorne an. Wenn ich fit bin, spiele ich vor Paris im Mai noch ein Turnier in Trnava, wo ich meine Trainingsbasis habe.

Sie haben langsam Routine im Umgang mit Verletzungen. Können Sie es deshalb emotional leichter verarbeiten?
Nein. Ich bin stets am Boden zerstört. Auch weil ich mich immer erklären muss. Es ist extrem mühsam. Denn ich hatte eine sehr gute Zeit nach der Handgelenksoperation. Ich spielte gut, alles war positiv.

Fragen Sie sich manchmal, warum es immer Sie trifft?
Das ist so. Aber ich will nicht im Selbstmitleid versinken. Ich bin nicht die Einzige, die verletzt ist. Ich will nicht herumjammern und alles aufs Universum schieben. Es ist frustrierend, aber ich kann nichts tun.

Hat die Pause etwas Positives?
Diesmal nicht. Letztes Mal hatte ich einen Break von fünf Monaten, konnte mich persönlich sammeln, neu einstellen. Dieses Mal wache ich jeden Morgen auf und hoffe, dass alles wieder heil ist. Bis Ende Monat werde ich hoffentlich wissen, ob ich wieder spielen kann.

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