Beni Thurnheer wird 65! Endlich mehr Zeit für den eigenen Rasen

Eine Schweizer Radio- und TV-Legende geht in Pension - zumindest vom Alter her. Zwei Tage vor seinem letzten Fussball-Länderspiel feiert Beni Thurnheer in Rio de Janeiro seinen 65. Geburtstag. Eine grosse brasilianische Geburtstagsparty? Nicht für Beni Thurnheer. Er lässt seinen Geburtstag ruhig angehen. SI online gratuliert - und zeigt seine Karriere im Video-Rückblick.
Beni Thurnheer beim Rasenmähen Rente Pension
© RDB/Glückspost/Bruno Torricelli

Beni Thurnheer wird Rentner - zumindest vom Alter her.

Er ist der «Schurri der Nation», fast schon ein Nationalheiligtum und aus der Schweizer TV- und Radio-Geschichte nicht wegzudenken: Beni Thurnheer. Am Freitag, 11. Juli, feiert er seinen 65. Geburtstag. Mit dem Rentenalter beginnt für «Beni national» ein neuer Lebensabschnitt. Am Sonntag kommentiert er in Rio de Janeiro seinen inzwischen achten Fussball-WM-Final. Danach ist Schluss, zumindest mit Fussball-Länderspielen. Eigentlich der perfekt Ort und Anlass für eine grosse Geburtstags- und Renten-Party. Aber nicht für Beni Thurnheer. «Ich schenke mir möglichst einen Tag ohne Termine und Verpflichtungen - einfach herumhängen nach Lust und Laune», sagt er gegenüber «glanz & gloria». Und trotzdem: Der 65. Geburtstag sei für jeden Schweizer ein einschneidendes Erlebnis. Wie er damit umgeht? «Ich akzeptiere ihn.»

ÜBER 40 JAHRE KARRIERE SIND (FAST) GENUG
So wortkarg kennt man Beni Thurnheer gar nicht. In seiner Karriere machte er nebst seinem Fachwissen vor allem mit seinem ungebremsten Redefluss und Wortwitz auf sich aufmerksam. 1973 - vor über 40 Jahren - wurde er fürs Schweizer Radio und Fernsehen entdeckt. 1978 berichtete die Sendung «Karussell» über das Jung-Talent:

Bald schon wurde Beni Thurnheer auch im TV eingesetzt. Und nicht nur als Kommentator. Während Jahren führte er als Moderator durch Sendungen wie «Sportpanorama» oder «Sport aktuell». Ausserhalb des Sportes wurde er ab 1980 mit «Tell-Star» einem breiten Publikum bekannt. Elf Jahre lief die erfolgreiche Quizsendung im Schweizer Fernsehen.

Mit der Nachfolgesendung «Benissimo» kam ab Anfang der Neunzigerjahre die grosse Samstagabend-Kiste für Beni Thurnheer. Die Show war ihm auf den Leib geschnitten. Eine Mischung aus Zuschauergesprächen, glücklichen Gewinnern, grossen internationalen Stars und komödiantischen Einlagen.

Eine Herausforderung für jeden Moderator: die Live-Gespräche mit Zuschauern übers Telefon. Ein sprachloser Beni Thurnheer? Nicht vorstellbar! Schon fast legendär die Sendung mit dem wohl nicht mehr ganz nüchternen Anrufer aus Schaffhausen.

Mit bis zu 60 Prozent Marktanteil galt «Benissimo» als erfolgreichste Schweizer Unternhaltungssendung. 2012 war Schluss. Ein schwerer Abschied für viele. Nicht so für Beni Thurnheer. «Dass eine Show nach 21 Jahren abgesetzt wird, ist nachvollziehbar und nicht so tragisch», sagte er damals gegenüber SI online.

NOCH IST NICHT FERTIG!
Am Sonntag moderiert der Neu-Rentner mit dem WM-Final zwischen Argentinien und Deutschland nun also sein letztes Fussball-Länderspiel. Wehmut komme aber keine auf. Er freue sich auf den Sonntag. «Ich weiss ja schon lange, dass nachher Schluss ist», lässt er in der «Berner Zeitung» verlauten. 
Und danach? Er bleibt dem Fussball erhalten, kommentiert weiterhin Super League-Spiele. Und Kunstturnen. Vor allem aber möchte er nun aber etwas kürzer treten, zumindest in Raten.

«Beim Fernsehen aufhören ist ein bisschen wie ein Drogenentzug», sagte er im vergangenen Jahr gegenüber der «Schweizer Illustrierten». Sein ganzes Leben habe er dem TV-Business unterworfen - «deshalb muss ich den Entzug langsam und schrittweise machen.» Der richtige Zeitpunkt für ihn. Seit rund einem Jahr ist er mit Kathrin Hildebrand liiert, der Mutter von «glanz & gloria»-Moderatiorin Sara Hildebrand. Nach den Sommerferien reduziert auch die Primarlehrerin ihr Pensum auf 50 Prozent. Dem gemeinsamen Geniessen steht also nichts mehr im Wege. Vielleicht dann mit grosser Renten-Party?

Auch interessant