Beni Thurnheer im persönlichen Interview «Ich wäre gern eine Ananas auf Hawaii»

Er ist und bleibt auch in Pension der «Schnurri der Nation»: Kaum ein TV-Moderator ist 
so beliebt wie er. Im Gespräch verrät Bernard Thurnheer, warum er Steuerberater für 
überflüssig hält und am liebsten gleich selbst eine Fussballmannschaft gezeugt hätte.

Schweizer Illustrierte: Beni Thurnheer, wie hätte Ihr Name als Mädchen gelautet?
Beni Turnheer: Jacqueline! Meine Mutter stammt aus der Romandie, daher die Idee zu einem französischen Namen. Eine ihrer Freundinnen hiess auch Jacqueline.

Als Sie ein Kind waren, was hat 
man Ihnen da immer gesagt? 
Vergiss das Taschentuch nicht.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz? 
Sie hiess Heidi. Ihr Trumpf war, dass sie gleich nebenan wohnte. Ich dachte damals, das sei praktisch. Man müsste nicht zügeln, wenn man heiratet. Nach einem Monat war alles vorbei.

Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes geschenkt? 
Ich habe meinem Sohn Thomas ein Stück «moderne Kunst» geschenkt. Schienenstück auf Podest. 

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Ich nehme Sydney gleich als Ganzes! Diese Stadt gefällt mir am 
besten. Sie ist eine Grossstadt, liegt aber auch am Meer. Das Wetter ist immer gut, die Leute sind angenehm. Ich empfinde Sydney als beste Mischung aus den USA und Grossbritannien. Dort ist es wie in den USA minus die Oberflächlichkeit und wie in England ohne den Dünkel des Traditionellen und überlegenen Alten.

Welches Gemüse gehört verboten? Und welche Frucht wären Sie?
Ich bin gegen jedes Verbot! Ich würde gerne als Ananas auf 
Hawaii zur Welt kommen. Sie hat eine tolle und interessante Form und Farbe. Unter der rauen Oberfläche steckt ein weicher Kern. Und sie ist süss, aber nicht zu süss.

Wo am Körper tuts Ihnen weh? 
Ab und zu an der Achillessehne. 

Haben Sie einen Organspendeausweis?
Nein, weil ich seit 20 Jahren immer denke: «Jetzt mache ich es dann gleich …»

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
«Another One Bites the Dust» von Queen. Aber meine Verwandtschaft wäre vermutlich dagegen. Okay, übersetzt heisst 
das ja: «Wieder einer hat ins Gras gebissen» – das wäre wohl etwas zu derb.

Über welche Ihrer Taten wird man noch nach Ihrem Ableben reden? 
Ich gehöre nicht zu den Leuten, die sich selbst überschätzen. Ich glaube, dass jeder Mensch 100 Jahre nach seinem Tod vergessen ist. Was von ihm bleibt, ist meistens auch noch ein Missverständnis oder eine Sage.

An meiner Beerdigung soll «Another One Bites the Dust« von Queen gespielt werden
 

Haben Sie also zwecks korrekter Überlieferung Ihrer Story schon vier Bücher geschrieben?
Ja (lacht).

In «Hauptsache es flimmert» geht es um Ihre Leidenschaft: das TV.
Schon als Jugendlicher faszinierte mich das Fernsehen, denn damit konnte man sehen, was anderswo zeitgleich passierte. Vorher war das Kino mein liebstes Hobby. Und plötzlich konnte ich das den ganzen Tag haben. 

Wie viele Stunden die Woche schauen Sie heutzutage fern?
Ich schätze mit dem ganzen Sport werden es so zwölf Stunden sein. Das geht noch, oder?

Wird es das Fernsehen in 15 Jahren noch geben?
Ja, aber es wird anders sein. Vor 20 Jahren beherrschte es das Familienleben, man richtete die Möbel danach aus. Heute haben viele keinen Fernseher mehr, die Bedeutung nimmt ab. In Zukunft werden TV und Computer verschmelzen.

Im Buch erzählen Sie auch von einem lustigen Unfall mit einer Scheibe.
Ich sass in einem Restaurant und im Hintergrund filmte man noch. Plötzlich fing mein Handy an zu klingeln. Da wusste ich, dass ich da in zwei Sekunden weg sein muss, oder ich zerstöre die Aufnahme. Ich preschte los Richtung Ausgang. Nur leider war das eine gut geputzte Glasscheibe. Ich donnerte voll rein, riesiges «Bumm». Da war mir die Aufmerksamkeit auch wieder sicher, oje.

Die bisher beste Idee Ihres Lebens? 
Sportreporter beim Fernsehen zu werden. Das hat mich immer erfüllt und glücklich gemacht.

Mein bester Freund ist meine Partnerin Karin
 

Und Ihre dümmste Idee?
Einen Steuerberater beizuziehen. Er kostete mehr als die Ersparnis, die mir sein Wirken eintrug!

Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben? 
Elf Kinder zu zeugen. Alle männlich. Das wäre eine ganze Fussballmannschaft.

Welche Pille gehört erfunden? 
Die Pille, die ab dem 35. Geburtstag den Alterungsprozess stoppt.  

Falls Ihr Leben verfilmt wird, welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen? 
Dustin Hoffman. In einem Parkhaus in Phoenix, Arizona wurde ich mal für ihn gehalten. Also denke ich, die Besetzung würde passen.

Wer ist Ihr bester Freund? 
Das ist natürlich meine Partnerin Kathrin. 

Über welches Geschenk freuten Sie sich zuletzt? 
Ein Riesenbild mit ganz vielen Fotos aus 40 Jahren Sportpanorama, wo man mich zusammen mit allen Stars sieht.

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