Nach dem Suizid von Benoît Violier Witwe Brigitte bricht ihr Schweigen

Ende Januar hat sich Benoît Violier mit einer Schusswaffe das Leben genommen. Das Restaurant des Schweizer Spitzenkochs öffnete nur zwei Tage später wieder seine Tore. Violiers Witwe erklärt im exklusiven Interview mit «Illustré» und der «Schweizer Illustrierten» die Gründe und spricht darüber, wie es ihr jetzt geht und warum Aufhören keine Option für sie ist.
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© RDB/SI/Bruno Voser

Brigitte und Benoît Violier führten zusammen das Restaurant L'Hôtel de Ville in Crissier. 

Es war eine Schockmeldung, die die Gourmetszene am 31. Januar 2016 ereilte: Benoît Violier ist tot. Der Koch des Jahres 2013 und Chefkoch des Restaurants L'Hôtel de Ville in Crissier VD beging Selbstmord. Violier wurde 44 Jahre alt, hinterlässt Ehefrau Brigitte, 44, und den 12-jährigen Sohn Romain. Doch warum? Darüber kann nach wie vor nur spekuliert werden. Für die Witwe keine einfache Situation. «Es ist schwierig für mich. Man stellt sich so viele Fragen. Und man sagt sich: Hätte ich doch... Die Zeit wird uns sicher helfen, die Antwort zu finden», sagt Brigitte Violier im Interview mit «Illustré» und der «Schweizer Illustrierten».

Aber sie wisse auch, dass sie vielleicht niemals eine Antwort bekommen werde. «Eines ist sicher: Ich mache ihm deswegen keine Vorwürfe. Diese Entscheidung und die Gründe dafür waren ganz allein seine Sache. Ich respektiere sie so wie ich auch seine bisherigen Entscheide immer respektiert habe.»

Brigitte Violier will Erbe ihres Mannes weiterführen

Was passiert ist, kann sie sich nicht erklären. «Alles war in Ordnung: Die Befriedigung über die getane Arbeit, über den bisherigen Weg und über den, den wir noch gehen wollten.» Er habe alles gehabt, fügt Violier an. «Die Anerkennung. Die Verwirklichung neuer Projekte. Ein glückliches Ehe- und Familienleben.» Die Gerüchte, Benoît Violier sei Opfer eines Weinbetrugs geworden oder habe finanzielle Probleme gehabt, stimmen nicht, sagt sie.

Statt sich zu verkriechen, macht die Witwe unbeirrt weiter. «Vorwärts zu schauen, ist die beste Art, die Probleme zu lösen.» Darum habe sie knapp zwei Tage nach der Tragödie das Restaurant wieder geöffnet - nach Absprache mit dem gesamten Team. «Sie haben mir gesagt, bereit zu sein, Benoîts Arbeit zu übernehmen und weiterzuführen. Ich konnte sie dabei nur noch unterstützen.»

Brigitte Violier sieht ihr Leben in Crissier, im Restaurant, das zu den besten der Welt zählt. «Wir haben das Projekt zusammen aufgebaut, ich will das nicht verlassen.» Sie habe im Gegenteil Lust, «es weiter zu entwickeln - mit Respekt vor dem, was wir zwei zusammen geschaffen haben.»

Das ganze Interview mit Brigitte Violier lesen Sie auf Französisch in «Illustré» oder auf Deutsch in der «Schweizer Illustrierten» Nr. 6 - ab Freitag 12. Februar 2016 am Kiosk, auf Ihrem iPad oder im WebReader

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