Andreas Thiel Er erhält den deutschen Kabarettpreis

Zum ersten Mal gewinnt ein Schweizer die wichtigste Auszeichnung für Kleinkunst im deutschen Sprachraum. Der Berner Satiriker Andreas Thiel bekommt den mit 6000 Euro dotierten Kabarettpreis der Stadt Nürnberg überreicht.
Satiriker Andreas Thiel bei der Delegiertenversammlung der FDP
© Keystone

Der Deutsche Kabarettpreis wird seit 1991 verliehen und gilt als einer der wichtigsten Kleinkunstpreise Deutschlands. Andreas Thiel ist der erste Schweizer, der diese Auszeichnung mit nach Hause nehmen darf.

Wie gut, ist Andreas Thiel in jungen Jahren doch kein Balletttänzer geworden. Sonst würde dem 42-jährigen Berner am 11. Januar 2014 nicht die Ehre zuteil, den wichtigsten deutschen Preis für Kleinkunst der Stadt Nürnberg verliehen zu bekommen. Thiel sei ein freier Denker und eleganter Sprachvirtuose, der «mit grosser Lust in seinem Programm häufig scheinbar ins Absurde driftende Geschichten erzählt, die auf den zweiten Blick überraschende Hintergründe und Zusammenhänge offenbaren», begründet die Jury ihre Entscheidung. Mit seinen scharfen Provokationen lote er bewusst die Toleranzgrenzen seines Publikums aus.

Für Andreas Thiel ist der Deutsche Kabarettpreis nicht die erste Auszeichnung. Er hat unter anderem den Salzburger Stier, den Prix Walo und die Auszeichnung Cornichon der Oltner Kabarett-Tage gewonnen. Neben seinen Programmen schreibt er auch regelmässig Kolumnen für Zeitungen und Magazine wie etwa die «Weltwoche» oder die «Berner Zeitung».

Dass er als Primoballerino übrigens nicht viel taugt, hat er zum Glück selbst eingesehen: «Bei einem Auftritt schmiss ich meine Tanz­partnerin aus Versehen in den Orchestergraben. Das Publikum lachte. Und ich wusste: Ich werde Komiker», sagt er einst im Interview.

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