Die Miss-Schweiz-Wahl in Gefahr Bleibt die Krone für immer bei Jastina Doreen Riederer?

Findet eine Tradition ihr Ende? Schon wieder? Die Zeichen verdichten sich, dass nächstes Jahr keine Miss Schweiz gekrönt wird.
Jastina Doreen Riederer Miss Schweiz Wahl
© Keystone

Laetitia Guarino krönt Jastina Doreen Riederer zur Miss Schweiz 2018.

Schönheitsköniginnen haben in der Schweiz keinen einfachen Stand mehr im Jahr 2018. Veraltet das Konzept, zu oberflächlich das Prinzip, zu unbedeutend viele der vergangenen Titelträgerinnen. Der Titel Miss Schweiz ist nicht mehr das, was er einmal war, darin sind sich viele einig.

Dennoch versuchten die Geschwister Iwan und Andrea Meyer zusammen mit Angela Fuchs, die Wahlen nach einer Pause wiederzubeleben. Nachdem Lauriane Sallin, 25, Ende 2015 die Krone aufgesetzt bekam, vergingen mehr als zwei Jahre, bis eine Nachfolgerin gekürt wurde. Doch mit Jastina Doreen Riederer, 20, scheint der Titel Miss Schweiz dennoch nur schwer zu altem Glanz wiederzufinden.

Nun verdichten sich die Zeichen, dass es vielleicht gar nicht zu einer nächsten Wahl kommt.

Uneinigkeit in oberster Etage

Vom einstigen Führungstrio in der Miss-Schweiz-Organisation sind nur noch die Geschwister Meyer übrig. Angela Fuchs verkündete im Juni, nur drei Monate nach Riederers Krönung, sie sei bereits nicht mehr CEO der Organisation und trete nun auch noch aus dem Verwaltungsrat aus. «Ein schwerer Schritt» soll die Aufgabe ihres Herzensprojekts gewesen sein. Doch hinter den Kulissen sei definitiv «zu viel passiert». Seither führen Iwan und Andrea Meyer die Organisation zu zweit.

 

Selbst Vollprofi Anita Buri schmiss hin

Einen Funken Hoffnung gab es, als die Organisation eine «alte Häsin» des Business ins Boot holte. Anita Buri, 40, selbst ehemalige Miss, übernahm das Booking für Jastina Doreen Riederer. Denn die 20-Jährige war in der Öffentlichkeit nicht präsent. Das vermochte Buri für kurze Zeit zu ändern. Doch nach drei Monaten lief der Vertrag der Thurgauerin aus. Die Trennung sei in gegenseitigem Einverständnis über die Bühne gegangen, jedoch «wegen verschiedener Ansichten mit der Organisation». Jetzt ist die 20-jährige Miss wieder auf sich alleine gestellt.

Sponsoren laufen davon

Wie der «Blick» heute Donnerstag berichtet, sind auch die Partner der Organisation verunsichert. Sponsor Ghel-Coiffeur etwa hat seinen Vertrag gekündigt. Er sei enttäuscht, dass die Miss nach der Wahl nicht einmal in seinen Salon gekommen ist, sagt Chef Ivo Aeschlimann. «Als Sponsor erwarte ich ein Minimum an Zusammenarbeit.» Vor der Wahl sponserte er allen Finalistinnen ein aufwendiges Umstyling. Auch die gewichtigen Sponsoren Ochsner Shoes und Swisscom drohen abzuspringen. Ihre Verträge laufen nur noch bis März 2019. Die nächste Wahl findet aber bis dahin sicher nicht statt.

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TV-Sender wartet auf Konzept

Bei der Vermarktungsfirma der ProSiebenSat.1 Group sei bis jetzt noch kein Konzept für die nächste Wahl-Sendung eingegangen, schreibt «Blick». Das brauche es jedoch, um eine Zusage für den Sendeplatz zu machen, sagt Sprecherin Jacqueline Sasso. Sollte die Wahl ganz vom TV verschwinden, dürfte das Image endgültig ruiniert sein.

Datum der nächsten Wahl unsicher

Eigentlich sollte die nächste Miss im März 2019 gewählt werden. Doch dazu wird es nicht kommen, wie Organisator Iwan Meyer dem «Blick» sagt. Voraussichtlich werde die Krone das nächste Mal im Herbst 2019 oder Frühjahr 2020 weitergegeben.

Karge Kommunikation

Seit Tagen versucht SI online das Geschwisterpaar Meyer für ein Gespräch über die Zukunft der Miss-Schweiz-Wahl zu erreichen. Doch ihr treuer Sprecher Roni Haug vertröstet immer wieder. Mit Schweigen schafft die Missen-Spitze weder bei den Medien noch bei den Sponsoren Vertrauen.

Die aktuelle Miss überzeugt nicht

Sie ist wunderschön und hat den Willen. Doch Jastina Doreen Riederer schaffte es bisher nicht, auf das Level einer charismatischen und beliebten Miss zu kommen. Sie erhält keine prestigeträchtigen Werbeaufträge und brilliert nicht in ihren Medienauftritten. Ein neues Aushängeschild à la Melanie Winiger, 39, hätte der Miss-Schweiz-Organisation einen grösseren Dienst erwiesen.

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