Chris von Rohr Blocher holt ihn ins Bundeshaus

Er ist gegen Giftmüll, aber für die Ausschaffungsinitiative - Chris von Rohr lässt bei politischen Debatten immer mal wieder etwas von sich hören. Jetzt nähert sich der Alt-Rocker der Bundespolitik noch mehr: Er darf jetzt offiziell im Bundeshaus ein und aus gehen.
«Meh Dräck» im Bundeshaus: Christoph Blocher rüstete den Rock-Barden Chris von Rohr mit einem Lobby-Ausweis aus.
© RDB «Meh Dräck» im Bundeshaus: Christoph Blocher rüstete den Rock-Barden Chris von Rohr mit einem Lobby-Ausweis aus.

Um seinen politischen Aktivismus machte Krokus-Rocker Chris von Rohr, 60, noch nie einen Hehl. 2006 überreichte er dem Chemiekonzern Roche ihm Namen von Greenpeace ein Unterschriftenpaket, mit dem um eine Sanierung gedrängt wurde. Und SVP-Bundesrat Ueli Maurer bezeichnete ihn kürzlich als politisch wachen Menschen «mit viel Lebenserfahrung».

In Zukunft dürfte von Rohr die Politik noch stärker rocken, denn er hat von SVP-Nationalrat Christoph Blocher, 71, eine Zugangsberechtigung fürs Bundeshaus in Bern bekommen, von der jeder Parlamentarier zwei vergeben kann. In der Wandelhalle auftreten wolle er aber nicht als Lobbyist - «weder für die SVP noch für sonst irgendwen», sagte von Rohr gegenüber der «Sonntagszeitung». Er gehöre einzig der «Rock-'n'-Roll-Partei» an.

Einblicke in sein politisches Innenleben gab es letztes Jahr. Da gestand von Rohr in einem Interview mit dem «Sonntag», dass ihm die Parlamentswahlen Mühe bereiten würden, da ihn «die grinsenen Faces der teuren Plakatekampagnen» nicht überzeugen würden. Chris von Rohr weiter: «Viele dieser Hobbypolitiker sind weder besonders innovativ noch charakterstark oder sturmerprobt. Sie wollen einfach den bestbezahlten Nebenjob des Landes, um sich dann bequem in Bern einzurichten.»

Er selbst habe damals die Liste 19 eingeworfen: die Tierpartei. Die CVP sei nicht glaubwürdig, so Rohr, «die Sozis sind ein jenseitiges, verstaubtes Schreckgespenst». Ihm gehe es nicht um die Parteicouleur, sondern um Integrität und Persönlichkeit eines Politikers.

Und was sagte er damals zu Blocher? «Er hat mich überrascht, ist ein extrem witziger, spannender Gesprächspartner, wollte mich nie einspannen oder instrumentalisieren. Ich mag Leute mit Ecken und Kanten, die klar Ja oder Nein sagen können, die einen Leistungsausweis haben und Probleme anpacken.»

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