Buchautorin Jacqueline Straub im Interview Was heisst Karfreitag?

Wieso feiern wir einen Tag, an dem ein Mensch gekreuzigt wurde? Was hat ein Hase mit dem christlichen Osterfest zu tun? Jacqueline Straub kennt die Antworten. Die junge Frau studierte Theologie und kämpft dafür, die erste Priesterin in der katholischen Kirche zu werden. 
Jaqueline Straub
© Joseph Khakshouri

Jacqueline Straub, 27, studierte Theologie, ist TV-Redaktorin, Journalistin und Buchautorin. Sie möchte die erste Pfarrerin in der katholischen Kirche werden.

Sie ist jung, sieht gut aus – und fühlt sich berufen, von der Kanzel zu predigen: Jacqueline Straub, 27, will ihren Willen gegen kirchliche Widerstände durchboxen. In Sachen Glauben kennt sie sich aus – und erklärt das Osterfest.

Ostern ist dieses Jahr sehr früh? 
Das Datum richtet sich nach dem Mondkalender: Ostersonntag ist immer der Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühjahr. Der 22. März ist das frühestmögliche Datum für den Ostersonntag, der 25. April das späteste.  

Was ist Ostern überhaupt? 
Es ist das älteste und höchste Fest der Christenheit. 

Ostern ist ein Freudenfest, ein Fest der Freundschaft mit Gott. Er weiss, wie es ist, wenn wir leiden oder wenn nicht alles rundläuft. 

Und was wird da gefeiert?
Das Christentum feiert die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, am dritten Tag nachdem er gekreuzigt und begraben wurde. Christen leben in der Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende ist. 

Wir feiern einen Tag, an dem ein Mensch gekreuzigt wurde?
Die Kreuzigung war grausam. Es blieb jedoch nicht bei der Hoffnungslosigkeit, der Zerstörung eines Lebens. Gott ist so mächtig, dass er den Tod überwinden kann.

Jaqueline Straub
© Joseph Khakshouri

«Gott ist so mächtig, dass er den Tod überwinden kann», sagt Jacqueline Straub.

Wie erklären Sie Kindern das Fest? 
Ostern ist ein Freudenfest, ein Fest der Freundschaft mit Gott. Er weiss, wie es ist, wenn wir leiden oder wenn nicht alles rundläuft. Er geht mit uns Menschen durch unseren Schmerz, aber auch unsere Freuden hindurch, ist nah bei uns wie ein lieber bester Freund.

Welche Rolle spielt der Osterhase?
Jesus brachte das Leben, indem er den Tod besiegte. Auch der Hase hat viel mit neuem Leben zu tun. Ostern wird im Frühling gefeiert – in vielen Ländern gilt der Osterhase als Bote des Frühlings. Darum wurde der Hase ein Wahrzeichen für das Osterfest. In der byzantinischen Überlieferung galt er als Symbol der Auferstehung, weil der Hase beim Schlafen die Augen immer offen hat.

Das deutsche «Ostern» stammt wohl vom altgermanischen Wort Austro, was Sonnenaufgang oder Morgenröte heisst. 

Woher kommt das Wort «Ostern»?
Darüber ist man sich uneinig. Im nordwestdeutschen Raum nannte man Ostern bis weit ins Mittelalter «Paschen». Dieser Name erinnert ans jüdische Pessach-Fest. Das deutsche «Ostern» stammt wohl vom altgermanischen Wort Austro, was Sonnenaufgang oder Morgenröte heisst. Vielleicht liegen die Wurzeln auch im altnordischen «austr». Das bedeutet «Begiessen», es bezog sich auf das christliche Taufritual.

Was bedeutet Karfreitag?
«Kar» stammt vom althochdeutschen Wort «chara» oder «kara». Es bedeutet Klage, Kummer, Trauer. Der Karfreitag erinnert an die Kreuzigung und Beisetzung Jesu.

Wieso gibt es den Ostermontag?
Wichtige christliche Feste wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten haben einen zweiten Feiertag.

Und Christi Himmelfahrt …
… gehört als Feiertag zu Ostern. Die österliche Freudenzeit geht bis Pfingsten und dauert 50 Tage. Nach 40 Tagen wird das Himmelfahrtsfest gefeiert.

Eine letzte Frage: Was hat es mit den Osterfeuern auf sich?
In der Osternacht wird jeweils vor der Liturgie ein Feuer vor der Kirche gemacht, dieses geweiht – und daran dann die Osterkerze entzündet.

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