Beat Schlatter Buchvernissage: Bingo, Herr alt Bundesrat!

Statt Rockstar wurde er Kabarettist, und statt Früchtekörbe verlost er an seinen Bingo-Abenden Ein-Brust-Vergrösserungen. Am meisten zu reden gab an Beat Schlatters Buchvernissage aber sein prominentester Gast: alt Bundesrat Samuel Schmid verzückte das Publikum mit seinem Humor. Und seinem Nagelpflegeset.

«Bin gleich zurück. Komisches aus dem Leben von Beat Schlatter» – der Titel sagt es: In seinem neuen Buch gibt der Zürcher Komiker manch ein Episödeli aus seinem bunten Leben zum Besten. Darin verwickelt sind viele bekannte Persönlichkeiten, darunter alt Bundesrat Samuel Schmid, 65. Der beehrte Schlatter, 51, am Dienstagabend an der Buchvernissage im Zürcher Kaufleuten mit seinem Besuch. Und las «seine» Episode wie die anderen Prominenten, darunter Regisseur Michael Steiner oder FCZ-Sportchef Fredy Bickel, gleich selbst aus dem Buch vor.

Schmid und Schlatter lernten sich in Engelberg kennen, wo 2006, ein Jahr nach dem grossen Unwetter, ein grosses Dankesfest für alle Helferinnen und Helfer stattfand. Der alt Bundesrat sprach dem Kabarettisten zwar keinen Witz auf dessen Aufnahmegerät, weil er fürchtete, «man könnte es eines Bundesrates unwürdig erachten, öffentlich Witze zu erzählen». Er blieb ihm aber bestens in Erinnerung. Und so dachte Schlatter sofort an Schmid, als er für eine Werbeaktion Geschenke für Freunde und Bekannte kaufen sollte und auf ein edles Rasier- und Bartpflegeset in weissem Kalbslederetui plus passenden Rasierpinsel aus Dachshaar stiess. 

Er nahm das teure Set auf die Geschenkliste. Und konnte deswegen für seine Freunde statt dem gewünschten Wäschetrockner oder Duvet nur günstigere Ersatzgeschenke wie Bratpfanne, Tischstaubsauger oder Netzstrümpfe erstehen. Dumm nur: Ausgerechnet das Bartpflegeset war ausverkauft, sodass die Verantwortlichen der Werbeaktion dem damaligen Bundespräsidenten als Ersatz ein Nagelpflegeset zukommen liessen. 

Der Gag war kaputt, Schlatter entsetzt, seine Freunde sauer. Und Samuel Schmid fragte sich, was er - und vor allem seine Fingernägel - bloss für einen Eindruck hinterlassen haben mussten. Das Missverständnis klärte sich auf, als die Werbeaktion veröffentlicht wurde. Und wie Samuel Schmid an der Buchvernissage versicherte, schneidet er seinen Schnauz nun eben mit dem Nagelscherlein. Zudem habe er ausgerechnet, dass von den 2000 Franken Geschenkbudget eine Menge Geld übrig geblieben sein musste, weil das Nagelset nur 11.95 kostete. Was Schlatter damit machte, hat alt Bundesrat Schmid auch an diesem Abend nicht erfahren. «Aber Hauptsache, ich bekam nicht die Netzstrümpfe.»

Das Buch «Bin gleich zurück. Komisches aus dem Leben von Beat Schlatter» ist ab sofort im Handel erhältlich.

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