Mister Schweiz Cavegn: «Titel war höchstens Neben-Standbein»

Die diesjährige Mister-Schweiz-Wahl fällt wegen fehlender Sponsoren ins Wasser. Während der amtierende Mister Sandro Cavegn das unglamouröse Ende seines Amtsjahres gelassen nimmt, reagieren die Ehemaligen mit Bestürzung.

Nun ist klar: Sandro Cavegn, 28, ist der vorerst letzte Mister Schweiz. Wie die Organisation am Dienstag bekannt gab, findet heuer keine Wahl statt. Es fehlt am Geld. Ein Schicksalsschlag für die Organisatoren, nicht aber für Cavegn, der seit einer Woche wieder seiner Consulting-Arbeit nachgeht - zu 100 Prozent. Denn: «Wer sich vorstellt, dass das Mister-Sein ein 80-Stunden-Job ist, der liegt falsch: Das ist höchstens ein besseres Neben-Standbein», sagt er zu SI online. Gelohnt hat sich die Amtszeit für ihn dennoch. Seine zwei Autos von Aston Martin wird er weiterhin fahren dürfen und auch sonst konnte er vom Titel profitieren - «man wird beispielsweise in die Ferien eingeladen».

Hat Cavegn sein Amt gar zu locker genommen? Seine Vorgänger leben teilweise heute noch für und von ihren Titeln: Luca Ruch, 23, arbeitet bewusst nur 80 Prozent als Banker - um daneben noch seinen Verpflichtungen als Ex-Mister nachzugehen, wie er sagt. Ähnlich sieht es bei André Reithebuch, 26, Mister Schweiz 2009, aus: Erst seit diesem Jahr arbeitet er wieder Vollzeit. Beide bedauern das Wahl-Aus, «ich hoffte sehr, die Organisatoren würden genug Sponsoren finden, um den Wettbewerb erneut durchführen zu können», meint Luca. Und André: «Der Titel mir viel gebracht, das würde ich auch anderen gönnen».

[reference:nid=197766;] Genau so sieht es der König der Schönheitskönige, Renzo Blumenthal, 36: «Es ist eine Katastrophe!» Die Zeiten hätten sich wohl geändert, sagt der Mister Schweiz 2005. Dass das SRF die Wahl nicht mehr überträgt, ist seiner Meinung nach Hauptgrund für das fehlende Interesse der Geldgeber. Doch er nimmt auch den amtierenden Mister in die Verantwortung: «Ich möchte Sandro nichts unterstellen, aber man hat ihn einfach zu wenig gesehen», sagt Renzo, und «je weniger Präsenz, desto weniger Resonanz, desto weniger Akzeptanz».

In einem Punkt sind sich aber alle Mister einig: Die Welt geht nicht unter ohne Mister-Wahl, sie ist vielleicht einfach ein bisschen weniger schön.

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