Tim Fehlbaum CH-Regisseur über Frauen, seinen Film & Vorurteile

Sein erster Film «Hell» ist in Deutschland ein Erfolg. Diese Woche startet er in der Schweiz. SI online erzählt der Basler Tim Fehlbaum, wie man sich in der Filmbranche irren kann, ob ihn Frauen jetzt attraktiver finden und wie es am Set mit den deutschen Schauspielgrösen funktioniert hat.
Der 28-jährige Basler besucht die Filmschule in München und hat seinen ersten Kinofilm produziert. «Hell» startete bereits erfolgreich in den deutschen Kinos und läuft am 20. Oktober in der Schweiz an.
© David von Becker Der 28-jährige Basler besucht die Filmschule in München und hat seinen ersten Kinofilm produziert. «Hell» startete bereits erfolgreich in den deutschen Kinos und läuft am 20. Oktober in der Schweiz an.

SI online: Ihr Film «Hell» feiert in Deutschland seinen Erfolg mit Traumbesetzung. Erfolg macht sexy. Kommen Sie bei den Frauen jetzt besser an?
Tim Fehlbaum: Ich habe da keine Veränderung bemerkt.

Das glaub ich Ihnen nicht.
Ok, vielleicht habe ich etwas geflunkert. Aber ich spreche nicht gern über mein Liebesleben.

Sie sind Single. Auf der Suche?
Nein. Zurzeit nicht.

Wenn man Sie googelt, sieht man Sie ständig im selben Outfit: weisses Shirt, schwarzer Blazer. Die Uniform der Regisseure sozusagen.
Das ist mir eigentlich noch gar nicht aufgefallen. Stimmt aber schon. Ich trage häufig dasselbe, aber nicht bewusst. Ich glaube mein Outfit ist Ausdruck meines mangelndem Interesse an Mode.

Wofür interessieren Sie sich dann?
Filme. Natürlich. Und Bücher. Damit konnte ich mich schon immer gut zurückziehen. Ich bin eher der Einzelgänger-Typ, ziehe nicht so gerne mit Jungs abends durch Bars und trinke Bier.

Weil Sie Bier nicht mögen?
Im Gegenteil. Ich mag Bier. Aber ich war schon immer so. Auch zur Schulzeit. Nicht, dass ich gehänselt wurde. Ich bin einfach gerne für mich allein. Beim Job klappt Teamarbeit aber sehr gut. Nicht, dass man mich da falsch versteht.

In Ihrer Branche muss man doch Freude haben, neue Kontakte zu knüpfen und sich in der Öffentlichkeit zu zeigen.
Das stimmt nicht. Das ist ein grosser Irrtum. Wie in jedem anderen Beruf werde ich anhand meiner Leistung beurteilt. Viele junge Schauspielerinnen und Schauspieler denken, dass sie an gute Rollen kommen, wenn sie sich an Cüpli-Anlässe zeigen. Aber das ist nicht wahr.

Der Film «Hell» war Ihr erstes grosses Filmprojekt. Sie drehten mit erfahrenen Schauspielern wie Angela Winkler, Hannah Herzsprung und Lars Eindinger. Hat man Sie als unerfahrener Regisseur ernst genommen?
Ich habe im Vorfeld schon gesagt: «Ihr habt Erfahrung im Gegensatz zu mir. Ich kann extrem von unserer Zusammenarbeit profitieren, wenn wir dieses Projekt zusammen erarbeiten.» Ich wollte mich nicht wie der Big Boss aufführen. Aber von diesem Moment an hatten sie Respekt.

Was hätten Sie bei «Hell» besser machen können?
Es gibt einige Produktionsfehler. Man sieht Mikrofonschatten, bei einer Szene sieht man sogar, dass es zuvor geregnet hat. Was absurd ist, weil der Film von Dürre erzählt. Aber das sieht man nur, wenn man ganz genau hinschaut.

Der Film «Hell» startet am Donnerstag, 20. Oktober, in den Deutschschweizer Kinos.
«Hell» spielt im Jahr 2016. Die Sonneneinstrahlung hat sich stark erhöht, Menschen kämpfen mit allen Mitteln um ihr Überleben.

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