Die Rothenbühler Kolumne «Ihre Zeit kommt noch»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal Christian Wasserfallen. Der FDP-Nationalrat hat die Wahl zum Regierungsratskandidaten in Bern verpasst.
Christian Wasserfallen FDP Nationalrat (ohne Freundin)

Er zählt zu den Shooting Stars der FDP, jetzt musste Christian Wasserfallen eine Niederlage einstecken.

Gorbatschow sagte, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. In Ihrer FDP gilt eher das Gegenteil: Wer zu früh kommt, den bestrafen die Kollegen. Wenn ich sehe, wie Sie aus dem Rennen um den Sitz im Berner Regierungsrat gekippt wurden, mache ich mir Sorgen.

Weniger um Sie als um die Berner FDP. Geheimdienst-Fossil Peter Regli warnte vor dem Schlimmsten: dass nämlich die muntere Claudine Esseiva im Nationalrat nachrutschen würde, wenn Sie in die Regierung einziehen. Und damit die FDP Kanton Bern durch zwei progressive Frauen vertreten wäre: Esseiva und Christa Markwalder. 

Oh, là, là! Gleich zwei rot-grüne Tücher für ältere Herren, die brav die Ochsentour absolviert haben und im-mer noch kein Amt haben. Und glauben, dass vorwitzige Junge wie Sie noch jahrelang die Hörner abstossen müssen, bevor man sie aufsteigen lässt.

«Ihre Zeit kommt noch, Sie sind ja kein gefährlicher Linksabweichler»

Allerdings müssen Sie sich auch selbst rüffeln: Man sollte nie in die Schlacht ziehen, ohne eine gewisse Sicherheit, sie auch zu gewinnen. Ihre Versuche, Nationalratspräsident, Fraktionspräsident, Parteipräsident und ACS-Präsident zu werden, sahen recht hilflos aus. Da hat einer gemeint, einem Frühbegabten der Politik stünden alle Türen offen. Jetzt haben Sie mit erst 35 schon eine Zwei auf dem Rücken. 

Doch gerade Ihr Alter gibt Hoffnung. Ihre Zeit kommt noch, Sie sind ja kein «gefährlicher» Linksabweichler, eher knallhart freisinnig, wie mans vom Sohn von Kurt Wasserfallen erwarten darf. Vielleicht gehts Ihnen im richtigen Moment wie mit Guy Parmelin: subito in den Bundesrat. Ich nehme an, dass man Sie nicht bitten müsste, zu kandidieren …

Mit freundlichen Grüssen
Peter Rothenbühler

Auch interessant