SI-Autor Peter Rothenbühler verteidigt Christa Rigozzi «Sie ist mehr als eine Schaufensterpuppe»

«Kurzes Röckli holt mit lustigem Tessiner Akzent Quote»: Das Schweizer Fernsehen muss heftige Kritik einstecken, weil es Christa Rigozzi als «Arena»-Moderatorin einsetzt. Nun holt SI-Autor und Ex-Chefredaktor Peter Rothenbühler in einem offenen Brief an die 34-Jährige zum Verteidigungsschlag aus. Und lobt: Endlich merkt SRF, dass es am Fernsehen auch auf Charisma und Schönheit der Moderatorinnen ankommt.
Jonas Projer und Christa Rigozzi moderieren neu auf SRF Arena und Reporter
© SRF/Oscar Alessio

Christa Rigozzi und Jonas Projer moderieren ab dem 11. Juni die SRF-Sendung «Arena/Reporter».

«Liebe Christa Rigozzi,

Natürlich wird jetzt gemotzt. Wie kann man aus einer Ex-Miss, einer wandelnden Werbesäule, eine seriöse Co-Moderatorin machen, und erst noch zusammen mit Jonas Projer unter dem Titel «Arena», dem politischen Hochamt des Schweizer Fernsehens. Dürfen Sie jetzt weiterhin Ihr Gesicht für Produktewerbung vermarkten? Wo doch beim SRF diesbezüglich strenge Regeln herrschen.

Aber: Wurde dem Co-Kommentator Bernhard Russi je verboten, weiterhin für Subaru und Brillen Werbung zu machen? Nein. Interessant ist ja, dass niemand an Ihren intellektuellen Fähigkeiten und Ihrer Bildschirmtauglichkeit zweifelt. Aber eben, Sie verkörpern eine Art Gesinnungswandel. Bei SRF wollte man jahrzehntelang nicht wissen, dass es bei einem visuellen Medium auch auf Charisma und Schönheit der Moderator(inn)en ankommt, auch wenn’s um ernste Themen geht. In diesem Sinn verkörpern Sie natürlich eine Niederlage der feministischen Front, die immer dafür kämpfte, dass auch typische Radiogesichter moderieren dürfen, um es mal nett zu sagen.

Natürlich heisst es jetzt, es genüge, eine Blonde mit kurzem Röcklein und klimpernden Augendeckeln vor die Kamera zu stellen, um Einschaltquote zu bolzen. Doch so blöd ist das Publikum nicht. Es weiss, dass Sie mehr sind als eine Schaufensterpuppe. Und Sie alleine werden das auch jedesmal beweisen müssen. Sicher gibt’s jetzt noch viel Gegenwind, denn eine Ex-Miss als Arena-Moderatorin bedeutet auch, dass die bei SRF verpönte Miss-Schweiz-Wahl halt doch eine exzellente Casting-Show für künftige Medienstars ist. Aber da steche ich ja wieder in ein Wespennest. Tanti auguri!»

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