Claudia Lässer, Mimi Jäger & Frieda Hodel Drei berühmte Mamas sprechen offen übers Muttersein

Kinder sind eine Herausforderung! Die neue Mütter-Generation traut sich, das auch zuzugeben. Claudia Lässer, Mirjam Jäger und Frieda Hodel über Glück und Tränen im Familienalltag.
Claudia Lässer, Mirjam Jäger und Frieda Hodel Muttertags Shooting SI Ausgabe 19 /2018
© Fabienne Bühler

«Playdate» im Grünen: Claudia Lässer mit Linn, Mirjam Jäger mit Louie und Frieda Hodel mit Baby Zuria (v. l.) treffen sich auf der Werd-Insel in Zürich.

Muttertag? Wann ist der schon wieder?», fragt Frieda Hodel, 35, in die Runde. Bei der Kult-Bachelorette steht am 13. Mai der erste Muttertag überhaupt an. Vor zwei Monaten ist sie Mami geworden, und nun macht sie ganz vieles zum ersten Mal.

So auch die erste «grosse Reise» vom Wallis auf die Zürcher Werd-Insel, wo sie mit Moderatorin Mirjam Jäger, 35, TV-Frau Claudia Lässer, 41, und deren Kindern, zum Quatschen und Spielen verabredet ist. Während Mirjams einjähriger Louie und Claudias vierjährige Linn die Blumenwiese erkunden, verschläft die kleine Zuria allerdings ihr erstes «Play-Date» milchtrunken auf Friedas Arm. 

Frieda Hodel mit Baby Zuria Muttertags Shooting SI Ausgabe 19/2018
© Fabienne Bühler
Komplett umgestellt: Für ihren Mann Fabio Zerzuben ist Frieda Hodel ins Wallis gezogen, wo Zuria im Februar zur Welt kam.

Frieda Hodel: Ich geniesse das gerade sehr. Ihr solltet mal ihre Schreistunde erleben. Zuria hat Koliken. Aber auch wenn zu viel Zucker das Problem verschlimmert, am Muttertag gönn ich mir ein Stück Kuchen! 

Mirjam Jäger: Kriegt ihr Blumen von euren Männern?

FH: Da hätte ich lieber einen Nuggi-Anhänger oder sonst ein Symbol für mein Armband. Mir bedeutet es sehr viel, selber Mami zu sein. Ich wurde adoptiert, und meine Eltern liessen sich scheiden. Ich habe seit Jahren keinen Kontakt zu meiner Mutter. 

Claudia Lässer: Fehlt sie dir?

FH: Meine Schwiegermutter ist zum Glück pures Gold wert! Sie steht mir mit gutem Rat zur Seite.

CL: Ich könnte es mir ohne mein Mami gar nicht vorstellen. Sie weiss immer eine Lösung. Wenn was ist, rufe ich sie als Erste an.

MJ: So geht es mir auch. Mein Sohn ist um meine Mutter extrem ruhig. Er rennt immer sofort zu ihr. Ich bin froh, verstehen sich die zwei gut, aber manchmal denke ich schon: He, hallo, ich bin diejenige, die tagein, tagaus alles für dich macht!

Mimi Jäger mit Sohn Louie Jäger beim SI Shooting für Muttertagsausgabe vom 11.05.2018 SI Nr. 19 / 2018
© Fabienne Bühler

Drei Jungs zu Hause: Ex-Ski-Freestylerin Mirjam Jäger lebt mit Rafael Beutl, Söhnchen Louie und Hund Benji in Zürich.

CL: Und die Väter eurer Kinder?

FH: Wir haben uns gut organisiert. Mein Mann übernimmt, was er kann, zum Beispiel das Leeren des Windelkübels. 

MJ: Wir wollten eigentlich alles fifty-fifty aufteilen, das funktioniert aber nicht wirklich. Schon im Spital war ich diejenige, die nachts aufgestanden ist. Ich wache halt bei jedem Pieps von Louie auf. Mein Freund hört nichts und schläft friedlich weiter. Ich denke, das haben wir Mütter einfach in den Genen. 

CL: Ein sehr interessantes Thema, über das ich oft mit meinem Partner spreche. Obwohl er exakt gleich viel Verantwortung übernimmt wie ich, er hat einen Papitag, ich einen Mamitag, reagiert Linn mehr auf mich. Ich glaube mittlerweile, das dies biologisch bedingt ist. Aber ihn frustriert es natürlich manchmal.

Galerie: Das Privatleben der Bachelors und Bachelorettes


 

FH: Das kenne ich. Mein Mann hatte sogar schon Tränen in den Augen vor Mitgefühl, wenn Zuria vor Hunger schrie und er nichts tun konnte, weil sie das Fläschchen verweigerte. 

MJ: Diese Abhängigkeit von der Mutter in den ersten Monaten ist ein Privileg, aber auch eine Belastung. Obwohl ich die Zeit mit meinem Sohn geniesse, habe ich das Gefühl, mich selbst zu verlieren.

FH: Ja! Ich habe mir das alles viel gemütlicher vorgestellt (lacht). Mir fehlen die Spontanität im Alltag und die Zweisamkeit mit meinem Mann.

CL: Auf die neue Situation am Anfang kannst du dich nicht vorbereiten. Die Zeit zu zweit ist rar, darunter kann die Beziehung leiden. Mir fehlt aber auch die Zeit für mich fast am meisten.

Claudia Lässer mit Tochter Linn SI Shooting Ausgabe 19/2018
© Fabienne Bühler
Business-Mami: Die Programmchefin von Teleclub Sport Claudia Lässer teilt sich die Verantwortung für Linn mit ihrem Partner, dem Psychologen Simon Raeber.

MJ: Die nehme ich mir abends. Ich habe ja, wenn man den Hund mitrechnet, drei Männer im Haus. Wenn mein Freund früh schlafen geht, bleibe ich oft vor dem TV sitzen, anstatt zu ihm ins Bett zu kriechen. Ich geniesse es so, wenn mal niemand etwas von mir will. 

FH: Dazu bin ich einfach zu kaputt vom Stillen. Wenn Zuria mal schläft, nicke ich auch grad weg.

CL: Du wirst sehen, wenn du abstillst, wird es dir fehlen. Meiner Meinung nach müssten Frauen in der Schweiz die Wahl haben, die von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfohlenen sechs Monate zu Hause zu stillen. Ich musste früher abstillen als gewünscht, weil sich das Abpumpen im Büro als enorm schwierig erwies. Danach hatte ich drei Tage die Krise, weil mir die Nähe zu meiner Linn so fehlte.

MJ: Vierzehn Wochen Mutterschaftsurlaub sind definitiv zu wenig. Stell dir vor, Frieda, du müsstest Zuria schon bald in eine Kita geben. Sie ist noch so klein, und ihr seid noch voll dabei, euch kennenzulernen.

Mimi Jäger mit Sohn Louie Jäger beim SI Shooting für Muttertagsausgabe vom 11.05.2018 SI Nr. 19 / 2018
© Fabienne Bühler

Mimi Jäger tollt viel mit ihrem Sohn Louie herum.

FH: Zum Glück bin ich selbstständig als Gesundheitscoach. Ich habe drei Angestellte, die mich nun vertreten. Aber wenn Zuria ein halbes Jahr alt ist, werde ich sie an zwei Tagen in die Kita geben.

MJ: Da kommt das nächste Problem: Man muss die Kinder an fixen Tagen anmelden. Wenn du unregelmässig arbeitest wie ich als Moderatorin und Model, bringt dir das nichts. Und wenn ich auf meinem Gebiet etwas Spannendes suche – ich habe Wirtschaft studiert –, muss ich mindestens 80 Prozent arbeiten. 

CL: Ich glaube, man redet allgemein einfach viel zu wenig offen darüber, was es wirklich bedeutet, ein Kind zu kriegen. 

FH: Es fängt schon bei der Geburt an. Ich war auf das, was ich erlebt habe, nicht vorbereitet. 

MJ: Wieso nicht?

FH: Weil ich ein 4-Kilo-120-Gramm-Baby zur Welt gebracht habe. Der Dammriss bereitet mir heute noch Schmerzen.

CL: Da habe ich den Vorteil, dass mich mein Partner als Psychologe beim Hypno-Birthing unterstützte. Natürlich zu gebären, war für mich eine wunderschöne Erfahrung, auch wenn ich mir zum Schluss noch das Steissbein brach. Nach fünfeinhalb Stunden konnte ich Linn sogar selber mit den Händen in Empfang nehmen. 

FH: Bei mir warens 31 Stunden. Stell dir das mal vor! 

MJ: Die Geburt ist so ein individuelles Erlebnis. Wie ja auch das Stillen. Man sollte es wirklich jede so machen lassen, wie sie will.

Mimi Jäger mit Sohn Louie Jäger beim SI Shooting für Muttertagsausgabe vom 11.05.2018 SI Nr. 19 / 2018
© Fabienne Bühler

Mirjam Jäger über das Thema Stillen: «Man sollte es wirklich jede so machen lassen, wie sie will.»

FH: Für mein Umfeld kam es gar nicht infrage, nicht zu stillen. 

MJ: Aber das ist doch deine eigene Entscheidung!

FH: Ich fühlte mich unsicher. Wieso hast du dich denn gegen das Stillen entschieden?

MJ: Weil ich mir das schon vor dem emotionalen Hormonschwall so überlegt hatte. Das liegt mir einfach nicht. Aber weil alle versuchten, mich umzupolen und mir ihre Ideologie aufzudrücken, hinterfragte ich meine Entscheidung. Letztendlich weiss ich: Sie war für mich richtig.

CL: Und schlussendlich sind es nicht die Dinge, die wirklich zählen. Sondern, dass man ein gutes Mami ist. Und was ist ein gutes Mami? Eines, das sein Kind liebt. 

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