Olympia-Legenden Cologna, Ammann & Cancellara im Porträt

Die «Schweizer Illustrierte» will von Ihnen wissen, wer Ihr grösster Olympia-Held aller Zeiten ist. Damit Sie Ihren Favoriten noch besser auswählen können, stellen wir Ihnen die Nominierten näher vor. Heute: Simon Ammann, Fabian Cancellara und Dario Cologna.

SIMON AMMANN, 31, SKISPRINGEN: DAS DOPPELTE HUSARENSTÜCK
Erst 21 Jahre alt ist Simon Ammann (damals für alle noch Simi), als er 2002 in Salt Lake City sensationell Olympiasieger auf der Normal- und auf der Grossschanze wird. Mit seiner erfrischenden Unbekümmertheit («Das isch ja voll geil!») springt er in die Herzen der Schweizer Sportfans. Die amerikanischen Medien (er schafft es auf die Titelseite der «New York Times») nennen den Unterwassener «Flying Harry Potter». Simon Ammann: «Aber meine Geschichte ist keine Fantasie.» Trotzdem muten seine Leistungen acht Jahre später in Vancouver 2010 geradezu märchenhaft an: Ammann wiederholt sein Husarenstück von Salt Lake, gewinnt erneut zwei Goldmedaillen und kann sich fortan als erster Skispringer überhaupt Doppel-Doppel-Olympiasieger nennen.

FABIAN CANCELLARA, 31, RADFAHREN: NUR GOLD ZÄHLTE
«Ich weiss noch, dass ich vor dem Zeitfahren sehr relaxt war. Denn ich hatte im Strassenrennen bereits eine Medaille geholt, die für mich wie eine goldene war. Die Ausgangslage war klar: Gegen die Uhr zählte für mich nur Gold. Ich war sehr fokussiert und mir meiner Sache eigentlich sicher. Im Körper pumpte das Adrenalin, und ich merkte früh, dass es aufgehen könnte, da ich ja über die Zwischenzeiten immer informiert war. Im Ziel war es dann wirklich Gold. Ich war überwältigt, ich brach innerlich fast zusammen. Es war ein sehr patriotischer Moment, die Nationalhymne zu hören. Der Rest des Tages war reiner Stress. Ich musste all die offiziellen Termine wahrnehmen und hatte kaum Zeit, es zu geniessen. Erst eine Weile später wurde mir bewusst, was ein Olympiasieg alles auslöst, was man bewirkt hat und welche Verantwortung das mit sich bringt.»

DARIO COLOGNA, 26, LANGLAUF: DER COOLE LAUF ZU GOLD
«Eigentlich war ich nicht einmal sicher, ob ich die 15 Kilometer überhaupt laufen sollte, denn dort war ich nicht unbedingt der Favorit. Aber weil ich eine Woche zuvor in Kanada einen guten dritten Platz machte, entschied ich mich dafür. In der Nacht vor dem Rennen war ich cool, überhaupt nicht nervös. Ich teilte das Zimmer mit Curdin Perl, und wir bereiteten den Tag vor wie jeden anderen Weltcup-Event. Das war Routine. Am Morgen entschied ich mich für einen Ski, den ich noch nie zuvor benutzt hatte. Der war auf dem sulzigen Schnee perfekt. Ich hatte schnell ein gutes Gefühl. Bei 7,5 Kilometern war ich fast gleichauf mit dem Schweden Hellner. Ich spürte, dass ich Superbeine hatte, und distanzierte ihn von dem Zeitpunkt an kontinuierlich. Obwohl ich bis kurz vor dem Ziel einen grossen Vorsprung hatte, gab ich Vollgas und blieb sehr konzentriert, denn ich wollte um jeden Preis einen Sturz vermeiden. Schliesslich kam ich ins Ziel und wusste kurz darauf, dass es Gold war. Ich umarmte meine Eltern nach der Blumenzeremonie. Wir wechselten nicht viele Worte. Ich war einfach nur stolz. Am Abend dann gab es in Whistler die Medaillenübergabe, die ich nicht so schnell vergessen werde. Auch Verwandte und Bekannte waren da. Erst mit ein paar Stunden Abstand zum Rennen konnte ich den Sieg ausgiebig geniessen. Im Schweizerhaus herrschte eine glänzende Stimmung, da wir mit Didier Défago eine zweite Goldmedaille zu feiern hatten. Es war ein perfekter Schweizertag. Das Schöne ist, dass der Olympiasieg ein solches Gewicht hat. Dieser Sieg bleibt bei den Leuten viel mehr haften als jeder Gesamtweltcupsieg. Olympiasieger bleibt man für immer.»

Die «Schweizer Illustrierte» sucht den grössten Olympia-Star aller Zeiten? Stimmen Sie in unserem Voting ab und gewinnen Sie attraktive Preise. Mehr Informationen zu den Olympia-Legenden finden Sie auf Olympialegende.ch oder Legendeolympique.ch. 

Auch interessant