Greis & Calimeros «Cover Me»: Rap trifft auf Schlager

Zwei Musiker aus gegensätzlichen Stilrichtungen treffen aufeinander und covern einen Song des jeweils anderen. Dies ist das Konzept der neuen Sendung «Cover Me» des Schweizer Fernsehens. Den Start machen am 5. Juli Greis und die Calimeros rund um Frontmann Roland Eberhart. Der Rapper und der Schlagerstar über Vorurteile, Gemeinsamkeiten – und was sie vom Cover ihres Songs halten.
Gute Stimmung im Tonstudio. Grégoire «Greis» Vuilleumier (2. v. l.) mit den Calimeros: Roland Eberhart, Alex Metzger und Andy Steiner (v. l.).
© SRF/Daniel Winkler Gute Stimmung im Tonstudio. Grégoire «Greis» Vuilleumier (2. v. l.) mit den Calimeros: Roland Eberhart, Alex Metzger und Andy Steiner (v. l.).

Gleich die erste Folge von «Cover Me» beschert dem Publikum eine Sternstunde. Die Calimeros stellen ihren grössten Hit zur Verfügung: «Du bist wie die Sterne so schön». Im Gegenzug covern sie «Enfant des étoiles» des Berner Rappers Greis.

Seit wann machen Sie Musik?
Greis: Ich habe mit dreizehn Jahren die Hip-Hop-Kultur entdeckt, habe zuerst Breakdance und Graffiti gemacht. Mit sechzehn fing ich an zu rappen. Jetzt bin ich 34, ich rappe also schon mein halbes Leben. Je besser ich werde, desto mehr Spass habe ich daran, neue Sachen auszuprobieren.
Roland Eberhart: Ich singe schon, seit ich ein kleiner Junge war. Gitarre spiele ich, seit ich etwa zwölf Jahre alt bin.

Kam für Sie nie ein anderer Stil infrage?
Greis: Wenn ich könnte, würde ich viel mehr singen, oder selber Songs auf dem Klavier produzieren. Leider kann ich weder Noten lesen noch ein Instrument spielen. Rap ist für mich das beste Ausdrucksmittel: Man muss nur auf vier zählen und reimen. Und wenn man lange genug sucht, findet man für alles einen Reim.
Roland Eberhart: Ich war immer ein Schlagerfan. Wohl auch, weil meine Eltern diese Musik gern hörten.

Was haben Ihre beiden Stilrichtungen gemeinsam?
Greis: Wir wollen die Menschen zum Tanzen bringen und glücklich machen. Es geht uns allen ums Vermitteln von positiver Energie.
Roland Eberhart: Beide berühren die Herzen.

Kannten Sie die Musik des anderen?
Greis: Absolut nicht. Ich komme ursprünglich aus Lausanne und habe in meiner Kindheit nur französische Musik gehört. Ich hatte keine Ahnung, dass es in der Schweiz, Deutschland und Österreich eine riesige Schlagerszene gibt, dass die Menschen «z Tanz» gehen und dass Bands wie die Calimeros zum Teil sechsstündige Konzerte spielen. Meine Konzerte dauern maximal zwei Stunden.
Roland Eberhart: Ja, ich kannte die Musik von Greis. Aber ehrlich gesagt nicht sehr gut.

Ganz ehrlich - gefällt Ihnen das Lied, das Sie covern?
Greis: Am Anfang hat mich das Original nicht angesprochen, weil ich diese Musik absolut nicht kannte, und sie deswegen auch nicht verstand. Nachdem ich mit Roland geredet und mich ein bisschen über die Schlagerwelt informiert hatte, merkte ich, was den Reiz dieser Musik ausmacht. Als ich die Coverversion meines Songs hörte, war ich positiv überrascht und gerührt. Ich finde die Version der Calimeros grossartig.
Roland Eberhart: Doch, es gefällt mir, vor allem auch vom Text her. Am Cover unseres Songs mag ich, dass es Elemente vom Original enthält, aber dennoch etwas ganz Neues ist.

Welche Vorurteile konnten Sie dank «Cover Me» revidieren?
Greis: Ich fand Schlager vielleicht ein bisschen einfach und lieb. Nun habe ich aber gesehen, wie viel harte Arbeit und Begeisterung Roland und die Calimeros in ihre Musik und in die Betreuung ihrer Fans stecken. Das hat mich tief beeindruckt. Ich freue mich schon, ein Konzert von ihnen zu besuchen.
Roland Eberhart: Ich habe gemerkt, dass Rap total interessant ist. Die Musik hat zwar eine gewisse Eintönigkeit, aber auch etwas Leichtes. Spannend finde ich den Aufbau, den Rhythmus und die Texte. Auch wenn ich mich nicht mit allen Rap-Texten anfreunden kann, zum Beispiel wenn sie frauenfeindlich oder menschenverachtend sind.

Die erste Folge von «Cover Me» mit Greis und den Calimeros gibts am 5. Juli um 22.20 Uhr auf SF1. Es folgen Baba Uslender und Toni Vescoli, Big Zis und Salvo Ingrassia, Kiko & Boro und Monika Kälin, Mundartisten und Maja Brunner, Dodo und Lys Assia, sowie Lo & Leduc und Andy L..

Auch interessant