Manuela Frey Das Elite-Model läuft an die Spitze

Sie ist 16 und weiss genau, was sie will: ganz nach oben im Modelbusiness! Dafür arbeitet Manuela Frey, die Gewinnerin des Elite Model Look Switzerland, hart. Modezar Karl Lagerfeld hat die Aargauerin schon beeindruckt. Aber nicht nur ihn!

Die Melonenköpfe sind überall. In New York, in London, Mailand, Paris. Heidi Klum wars, die bei «Germany’s Next Topmodel» ihren Kandidatinnen den Tipp gab, sich beim Gang über den Laufsteg die Zuschauer einfach als Melonenköpfe vorzustellen. «Das hilft mir gegen die Aufregung», erzählt Manuela Frey. Im Februar und Anfang März sah sie unzählige Melonenköpfe. Es ist die Zeit der internationalen Fashion-Weeks in den USA und Europa. Für Frey hiess das: laufen, umziehen, laufen, umziehen, laufen. 34 Shows an 28 Tagen. Sie schritt für Armani, Akris, Burberry, Chanel, Dior, DSquared, Fendi und Alexander McQueen über den Laufsteg.

Manuela, gerade erst 16 geworden, gewann im August den Schweizer Elite Model Look und landete beim internationalen Weltfinal im Dezember in Schanghai auf Platz 3. In der Modelbranche gilt so ein Mädchen trotzdem als «No Face» – als eine unter vielen. Umso erstaunlicher der Weg, den die junge Aargauerin in den letzten Wochen hinter sich gebracht hat. «Ich kenne kein Mädchen, das bei den Fashion-Weeks auf Anhieb so Erfolg hatte», sagt Ursula Knecht, Chefin der Schweizer Modelagentur Option.

Obwohl verdammt jung, weiss Manuela sehr genau, was sie will. Ihr ist bewusst, dass sich ihr eine riesengrosse Chance geboten hat, und die hält sie nun fest. Mit eiserner Disziplin. Verzichtet im Gegensatz zu mancher Kollegin auf Partys. Auch wenn sie dafür von den anderen als «Baby» verlacht wird. Manuela verkörpert im Modelbusiness, was einen Roger Federer im Sport auszeichnet: Schweizer Bescheidenheit, gepaart mit gesundem Selbstbewusstsein, dazu Tugenden wie Pünktlichkeit, Freundlichkeit und Fleiss. Manuelas Mutter Béatrice, 46, bescheinigt ihrer Tochter extremen Fleiss: «Sie hat schon immer hart gearbeitet, es dauert, bis sie mit sich selbst zufrieden ist.» Ursula Knecht, die mit ihrer Agentur einige Models gross gemacht hat, stellt fest: «Ein so diszipliniertes Mädchen wie Manuela ist auch für mich aussergewöhnlich. Mir fällt sonst keine ein, die so fokussiert ihr Ziel verfolgte.» Und was ist Manuelas Ziel? «Vom Cover der ‹Vogue› strahlen und für Victoria’s Secret laufen.» Beide gelten als so etwas wie der Olymp im Modezirkus. Manuela könnte es schaffen, ist Knecht überzeugt. «Nicht sofort heute oder morgen, aber sie hat jetzt bei den Fashion-Shows mit den besten Leuten weltweit zusammengearbeitet.» Und die merken sich nicht nur ein Gesicht wie das von Manuela, sondern auch deren offene und mitunter schlagfertige Art. Im Gegensatz zu manch anderen Schweizer Models, die oft als zu scheu und zurückhaltend gelten, macht Manuela eben auch mal ihren Mund auf. Und das mehrsprachig. So beeindruckte sie Karl Lagerfeld, als sie sich in dessen Beisein auf Englisch, Französisch und Italienisch mit den Anwesenden verständigte. «Er sass die ganze Zeit still da und fragte plötzlich, wie viele Sprachen ich denn noch sprechen würde?» Spanisch will sie noch lernen. Und die Sprachen irgendwann auch perfekt beherrschen.

Dass sie so selbstbewusst ist, verdankt Manuela ihrem Elternhaus. Allein schlug sie sich sechs Wochen in New York durch, absolvierte mit der U-Bahn einen Marathon von bis zu zwanzig Castings täglich. Dass sie dabei frühmorgens im stockfinsteren Brooklyn landete und noch kein Mensch beim verabredeten Treffpunkt war, erzählt sie erst, wenn sie zu Hause ist. Vor Ort hilft sie sich selbst. Und das mit 16.

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