Kurt Felix (†) «Das Kaminfeuer der TV-Unterhaltung»

Die Betroffenheit über den Tod von Kurt Felix ist gross. Der kreative Kopf war äusserst beliebt - beruflich wie als Privatmann. Einige prominente Weggefährten erzählen von ihren Erlebnissen mit der Fernseh-Ikone.
Kurt Felix erliegt am Mittwoch mit 71 Jahren seinem Krebsleiden.
© Kurt Reichenbach Kurt Felix erliegt am Mittwoch mit 71 Jahren seinem Krebsleiden.

Eine kleine Umfrage unter Berufskollegen zeigt: Kurt Felix war nicht nur ein kreativer Fernsehmacher, sondern auch ein äusserst beliebter Arbeitskollege. Fernsehfrau Gabriela Amgarten, 50, liebte die Treffen mit ihm: «Er war ein wunderbarer Anekdoten-Erzähler, konnte mich alleine einen Abend lang unterhalten.» Moderatorin Sandra Studer, 43, versüsste Kurt Felix jeweils die Redaktionssitzungen für die Sendung «Roter Teppich»: «Auch wenn wir uns oft aneinander die Zähne ausgebissen haben, war der Respekt immer da. Das Highlight unserer Sitzungen waren jeweils die Erzählungen von Kurt aus seinen Zeiten mit der versteckten Kamera.» 

Kurt Felix hatte offensichtlich auch die Gabe, junge Talente zu erkennen, darunter Sven Epiney, 40, Roman Kilchsperger, 42, oder Christine Maier, 46. Zu letzterer sagte er, als sie 21 und TV-Ansagerin beim Schweizer Fernsehen war: «Frau Maier, Sie werden einmal Fernseh-Karriere machen!» So wurde er eine Art Mentor für sie. «Er war sehr ehrlich und sehr kritisch. Seine Meinung bedeutete mir viel.» Ähnlich ergeht es Roman Kilchsperger: «Es gibt keinen Moderator, der nicht auf die Meinung von Kurt gehört hätte. Ein Kompliment von ihm war bis zuletzt etwas Besonderes.»

Auch für seinen Entscheid, sich schon mit 50 aus dem Showbusiness zurückzuziehen, wird Kurt Felix bewundert. Sandra Studer, 43: «Auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren hörten Paola und Kurt auf. Gemeinsam machten sie so vieles richtig.» «Dank des klugen und frühen Rückzugs aus der Showszene konnte er mit seiner super Frau noch viele wunderschöne Jahre verbringen», pflichtet Monika Fasnacht, 47, bei. Sie schätzte zudem seine Authentizität: «Einmal war er Gast in der Sendung Samschtig-Jass. Er hat die ganze Strecke bis zum Drehort mit dem Velo absolviert. Leicht verschwitzt ist er in derselben Kleidung aufgetreten. Ich fand das toll.»

Alt Bundesrat Adolf Ogi, 69, freut sich zudem noch heute über den Satz «söll emol cho» aus der Sendung Teleboy - «Der ist ähnlich legendär wie mein Freude herrscht!» Für Ogi war Kurt Felix eine fernsehschaffende Ikone. «Er hat die Schweiz am Samstagabend vor der Kiste versammelt, war sozusagen das Kaminfeuer der Fernsehunterhaltung.»

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