Das persönliche Interview mit Andrea Berg Ihr Lebenswerk ist ein Kleinod

Lieber stricken als Ski fahren! Die deutsche Schlagersängerin Andrea Berg feiert ihr 25-Jahr-Bühnenjubiläum und das Leben an sich. Über ihre Beerdigung denkt die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes nicht nach, engagiert sich aber ehrenamtlich in der Sterbebegleitung.
Andrea Berg
© HO

Angekommen: Mit Ulrich Ferber ist der Schlagerstar seit zehn Jahren verheiratet. Die Frau seines Sohnes Andreas ist Sängerin Vanessa Mai.

Andrea Berg, mit dem Album «25 Jahre Abenteuer Leben» feiern Sie Ihr Bühnenjubiläum. Was war Ihr grösstes Abenteuer?
Das Leben an sich. Ich durfte so viele schöne Augenblicke, spannende Momente, tolle Menschen kennenlernen. Dafür bin ich ehrfürchtig dankbar – mit allen Höhen und Tiefen. Während der Albumaufnahmen konnte ich nochmals alles Revue passieren lassen. 

Die Fans durften fürs Album ihre 25 Lieblingslieder wählen. Welche sind Ihre?
«Sag mir doch», «Sternenträumer» und «Wir können nicht verlieren» waren sehr wichtig für mich und haben viel Charme.  

Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Ich bin gerade rundum zufrieden und ganz bei mir. Glück muss man nicht definieren über Ereignisse wie Ferien, sondern dass in dem Moment kein Unglück ist. 

Was für ein Hintergrundbild hat Ihr Smartphone?
Mein Kind! 

Andrea Berg und Gölä
© SRF
Erfolgreich: Mit Gölä singt Andrea Berg in «Kilchspergers Jass-Show» (13. Januar, 20.10 Uhr, SRF 1).

Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes geschenkt?
Ich habe meinem Techniker eine Mütze gestrickt. Als ich im letzten Winter meinen Fuss gebrochen hatte, habe ich für alle zu Weihnachten etwas gestrickt. Auch meine Schwiegertochter Vanessa Mai hat orangefarbene Kuschelsocken erhalten. 

Als Sie Kind waren, was haben Ihre Eltern Ihnen da immer gesagt? 
Mein Vater sagte stets: «Das Leben hängt an einem seidenen Faden. Niemand kann sich auf nichts etwas einbilden.» Das ist bis heute mein wichtigster Satz, der mich vor vielen Dummheiten bewahrt hat. 

Haben Sie einen Organspendeausweis?
Ja. 

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Ich beschäftige mich nicht mit meinem Tod, daran kann ich nichts ändern. Mir ist viel wichtiger, welche Töne gerade jetzt klingen. 

Können Sie sich vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen?
Das ist eine existenzielle Frage, die man nicht pauschalisieren kann. Wir müssen über Sterbehilfe diskutieren und meiner Meinung nach auch versuchen, sie zu verhindern. Aber man darf jemandem, der in einer schmerzvollen Lage ist, nicht sagen, was er zu tun hat.

Über welche Tat oder Aussage von Ihnen wird man noch lange nach Ihrem Ableben reden? 
Zu wissen, dass mit meiner Musik etwas bleibt, ist wunderschön. 

Andrea Berg
© HO
Ihr aktuelles Jubiläums-Album heisst «25 Jahre Abenteuer Leben». 

Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Mein Dörfle zu bauen. Dieses Kleinod ist mein Lebenswerk. Ich freue mich darüber, was ich da geschaffen habe. Eine Märchenwelt, wo die Welt noch in Ordnung ist. 

Und Ihre dümmste Idee?
Dass ich als absolute Flachland-Tirolerin mit der Gondel rauf bin, dann auf den Ski stand und da runterwollte. Ich liebe die Berge, gehe leidenschaftlich gerne wandern. Sie machen mir nur Angst, wenn es Schnee hat und ich auf Ski stehe.

Was verbindet Sie denn mit der Schweiz, wenn nicht das Skifahren? 
Ich habe viele nette Freunde hier wie René Baumann (Anm. d. Red. DJ Bobo) und seine Familie. 

Was würden Sie Ihrer Tochter gerne mit auf den Weg geben?
Lena hat, glaube ich, meine Empathie. Sie ist sehr offen und versucht, jeden Menschen anzunehmen. Das macht mich ganz stolz. Mein Verhältnis zu den Herren der Schöpfung möchte ich ihr nicht vererbt haben. Ich hoffe, dass sie nicht durch so viele Dinge gehen muss, wie ich sie erlebt habe, und wünsche ihr, dass sie schneller an ihr Ziel kommt. 

Was wird man in hundert Jahren über die aktuelle Epoche sagen?
Ich hoffe, dass wir auch in den kommenden Generationen nicht jene sind, die den Anfang vom Ende eingeläutet haben.

Welche Pille gehört erfunden? 
Eine gegen Intoleranz oder eine für Toleranz. Das wäre doch toll!

Ihr Spitzname als Kind? 
Meine zwei Jahre jüngere Schwester konnte meinen Namen nicht sagen und nannte mich «Drea». 

Haben Sie ein Tattoo? 
Ich habe sogar ein ganz grosses. Einen Feuervogel – er symbolisiert meinen Papa –, der einen Traumfänger trägt. Auf dem sitzt noch ein Schmetterling, meine Tochter. 

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz? 
Es war ein Junge aus meiner Klasse, eine unschuldige Liebe, die nie übers Flaschendrehen im Keller hinausging. Deswegen ist sie bis heute so rein und entzückend. 

Worüber haben Sie sich zuletzt gefreut? 
Über einen wunderbaren Schweinebraten mit Knödel und grossem Bier in München. 

Andrea Berg Uli Ferber
© Instagram
Berg hat eine Tochter, Lena und ist mit Uli Ferber verheiratet. 
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