Das persönliche Interview Delia Mayer: «Ich würde gern auf das Fliegen verzichten»

Schauspielerin Delia Mayer ist für ihre «Tatort»-Rolle als Kommissarin Liz Ritschard bekannt. Im persönlichen Interview mit SI online verrät sie, was nach dem «Tatort»-Aus kommt.
Delia Mayer das persönliche Interview
© Thomas & Thomas

Neue alte Wege: Nach dem Ende für den Luzerner «Tatort» richtet Delia Mayer ihren Blick wieder in Richtung Musik.

Delia Mayer, Sie sind in der Jury für den Filmpreis der Zürcher Kirchen am Zurich Film Festival. Ein aussergewöhnliches Engagement. Was hat Sie daran gereizt?
Ich fand die Möglichkeit spannend, in sehr kurzer Zeit intensiv Filme zu sehen, sich inhaltlich auszutauschen und Teil eines Gremiums zu sein, das Filmemacherinnen und -macher unterstützt. Das ist eine feine Sache.

Für den Luzerner «Tatort» geht es bald in die letzte Runde. Wie gehen Sie mit dem Aus für Ihr Ermittlerteam um?
Fast acht Jahre sind eine lange Zeit und mein Austritt war seit Längerem geplant.

Was wünschen Sie sich für das neue Schweizer Ermittlerteam?
Frischen Wind für den Neustart!

Stefan Gubser Delia Mayer Tatort
© SRF/Daniel Winkler

Stefan Gubser und Kollegin Delia Mayer sind seit 2012 das Luzerner «Tatort»-Ermittlerteam. 2019 hat das ein Ende. 

Wie sehen Ihre nächsten Projekte aus?
Ich freue mich sehr darauf, auch wieder als Sängerin in Aktion zu treten. Ich singe in der Uraufführung von «Die Schneekönigin» in der Tonhalle in Zürich neben Max Simonischeck, 35. Ein weiteres Stück der Bergischen Symphoniker wurde extra für meine Stimme komponiert. Dazwischen brüte ich über eigenen Projekten und bin im Gespräch mit Regisseuren für neue Filme. Daneben mache ich noch einiges an Freiwilligenarbeit für abgewiesene Geflüchtete, die aus verschiedensten Gründen nicht in ihre Heimat zurückkehren können und hier in der Schweiz ein menschenunwürdiges Dasein führen müssen. 

Ich warte auf die Weiterentwicklung der Teleportation

Wann werden Sie wieder auf der Leinwand zu sehen sein?
Es wird noch drei Luzerner «Tatort»-Folgen geben. Die letzte, «Ausgezählt», ist für mich persönlich eine der besten Episoden des Schweizer «Tatorts». Die Zusammenarbeit mit Regisseurin Katalin Gödrös, 48, und Drehbuchautor Urs Bühler, 59, war inspirierend, tiefsinnig, kompromisslos, feinfühlig. 
Rückblickend für mich das Highlight der achtjährigen Zusammenarbeit und der Beitrag, auf den ich stolz bin.

Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern?
Ich würde gerne aufs Fliegen verzichten, warte also dringend auf die Weiterentwicklung der Teleportation.

Delia Mayer das persönliche Interview
© Benjamin Manser / TAGBLATT

Delia Mayer freut sich auf die Zukunft mit mehr Musik. 

Welches Gemüse sollte verboten werden?
Jedes Gemüse, das zu unfairen und ökologisch bedenklichen Bedingungen produziert wird. Da ist das Angebot im Moment relativ breit.

Was wären Sie für ein Gemüse oder was für eine Frucht?
Eine fliegende Rettichananas.

Wie hätte Ihr Vorname als Bub gelautet?
Dennis. Nach dem Comic «Dennis – der Quälgeist».

Als Sie Kind waren: Was hat Ihre Mutter Ihnen da immer gesagt?
Könntest Du bitte die Balkontür schliessen?

Wenn's schiefläuft, lobt man uns für ‚Germany's Next Topmodel‘

Was für ein Hintergrundbild hat Ihr Handydisplay?
Ein Ferkel, das mir entgegen grunzt – selber fotografiert.

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
«Silence» von John Cage.

Können Sie sich vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen?
Ja.

Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Mutter zu werden.

Delia Mayer das persönliche Interview
© Thomas & Thomas

Die Schauspielerin und Musikerin kürt am 4.Oktober den Gewinner des Filmpreises der Zürcher Kirchen. 

Welche die dümmste?
Ein Ikea-Gestell ohne Anleitung aufzubauen.

Angenommen, der liebe Gott würde Sie neu designen: Mit den Eigenschaften welcher Berühmtheiten soll er Sie erschaffen?
Mit meinen eigenen – genau so, wie ich bin.

Was wird man in hundert Jahren über die aktuelle Epoche sagen? Wofür wird man uns loben? Wofür verurteilen?
Loben wird man uns hoffentlich für die Entwicklung des Sozialstaates. Wenn's schiefläuft, für «Germany’s Next Topmodel». Verurteilen wir man uns dafür, dass wir unseren Planeten bis dahin vermutlich unbewohnbar gemacht haben, wenn wir so weitermachen. Wenn es dann überhaupt noch jemanden gibt, der uns verurteilen kann.

Welche Pille sollte erfunden werden?
Die Pille gegen Ignoranz.

Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Das Leben zu geniessen, dankbar zu sein und auf alles pfeifen, was unfrei macht. Und Ikea-Regale mit Anleitung aufzubauen.

Delia Mayer ist in der Jury für den «Filmpreis der Zürcher Kirchen» am Zurich Film Festival. Die Auszeichnung fördert das Filmschaffen und den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen.

Die Verleihung findet am 4. Oktober im Folium Sihlcity in Zürich statt. Anschliessend wird der Siegerfilm ab 20.00 Uhr im Kino Arena Sihlcity in Zürich vorgeführt.

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