Matthias Britschgi Der «Achtung, fertig, WK!»-Star war nie im Militär

Er ist der Mann der Stunde. Schauspieler Matthias Britschgi hat die Hauptrolle im Schweizer Film «Achtung, fertig, WK!» ergattert. SI online spricht mit dem Luzerner über seinen ersten WK, über Schauspielkollege Marco Rima und über die Sex-Szenen.
Matthias Britschgi: Interview zu Achtung, fertig, WK!
© Tomas Dikk

Er gehört zu den aufsteigenden Sternen am Schweizer Schauspielerhimmel. Matthias Britschgi, 28, macht schon seit einiger Zeit von sich reden. Lange hat er im In- und Ausland auf grossen Theaterbühnen brilliert, hat Preise und Stipendien eingeheimst und soeben seinen dritten Kinofilm abgedreht. Nach dem Schweizer 3D-Horrorfilm «One Way Trip» und dem Skandalfilm «Hard Stop»  ist er nun in der Hauptrolle bei «Achtung, fertig, WK!» zu sehen. Als Alex Stüssi muss er seinem Schwiegervater in spe - Hauptmann Reiker - beweisen, dass er kein Weichei ist. Und muss darum in den WK. Zehn Jahre nach «Achtung, fertig, Charlie!» wartet nun die ganze Schweiz gespannt auf den Nachfolger.

SI online: Matthias Britschgi, wie kam es, dass Sie diese heiss begehrte Hauptrolle ergattern konnten?
Matthias Britschgi: Ich erfuhr im Frühling vergangenen Jahres, dass es ein Casting geben wird. Trotzdem habe ich nie eine Einladung erhalten und dachte, dass ich wohl doch nicht infrage kommen würde. Erst Ende Juli kam dann der überraschende Anruf. Ich musste am Ende ganze sechs Mal antreten, bis im Dezember die erlösende Nachricht kam, dass ich für die Rolle gesetzt bin. Ich habe mich unglaublich darüber gefreut! Ganz besonders darauf, mit Oliver Rihs zusammenzuarbeiten.

Was war das erste, das Sie gemacht haben, als Sie den Zuschlag bekommen haben?
Ganz ehrlich? Ich habe mir gemeinsam mit einem Freund «Achtung, fertig, Charlie!» angeschaut.

Und dann gings wohl auch schon bald los...
Ja, und wie! Im Februar haben wir uns alle zum ersten Mal getroffen. Wir gingen in die Krienseregg und übernachteten im Massenlager - es war richtig WK-mässig. Dort habe ich die Kollegen richtig gut kennenlernen können. Wir haben miteinander gegessen, getrunken, Spass gehabt und gemeinsam mit Regisseur Oliver Rihs den Film und natürlich auch unsere Rollen besprochen.

Wie haben Sie sich denn auf Ihre Rolle vorbereitet?
Ich verkörpere ja einen Yoga-Lehrer. Also habe ich in Berlin Yoga-Unterricht genommen.

Und, wie hat Ihnen das gefallen?
Sehr gut! Ich habe gemerkt, dass ich das weiterhin machen will. Ich bin nicht mehr der Gelenkigste. Yoga ist super! Ein guter Ausgleich, der für einen tollen Start in den Tag sorgt.

Konnten Sie während des Drehs auch auf Erfahrungen aus dem Militär zurückgreifen?
Ich war nie im Militär. Damals, als es um die Aushebung ging, war ich an der Schauspielschule. Die wollte und konnte ich nicht unterbrechen. Ich habe aber Zivildienst gemacht. Tja, nun habe ich doch noch am eigenen Leib erfahren, wie sich das Militär anfühlt (lacht).

Denken Sie denn, die Dreharbeiten sind mit der Realität vergleichbar?
Naja, teilweise sicher. Aber natürlich ist das meiste fernab der Wirklichkeit.

Wie war die Stimmung am Set?
Ich werde niemals den ersten Drehtag vergessen. Da drehten wir nämlich sämtliche Militär-Szenen. Wir robbten durch den Dreck, mussten über Baumstämme springen, uns mit Seilen durch den Wald kämpfen, alles nacheinander. Und auch wenn diese Szenen im Film nur kurz sind, so waren es doch stundenlange Aufnahmen. Wir waren völlig fertig. Aber Sie können sich nicht vorstellen, wie lustig das war. Wir mussten uns immer wieder ansehen, alle mit dem ganzen Dreck im Gesicht und völlig am Ende, und wir haben uns vor Lachen kaum noch eingekriegt. Am Ende hatten wir alle furchtbaren Muskelkater.

Lustig war es sicherlich auch mit Marco Rima zu drehen.
Oh ja! Ich kann mich gut erinnern, als ich ihm zum ersten Mal begegnet bin. Das war etwa zwei oder drei Tage vor Drehbeginn. Ich war richtig aufgeregt. Aber von der ersten Sekunde an stimmte die Chemie. Er ist absolut herzlich, auf dem Boden geblieben und ein total offener Mensch. Von Allüren keine Spur. Es war während der ganzen Drehzeit so, dass sich immer alle Schauspieler auf die Szenen mit ihm gefreut haben. Einfach, weil er so ein witziger, natürlicher Mensch ist. Er hat den Dreh jeweils aufgelockert und ab und zu mit seinen Sprüchen für Lachanfälle gesorgt.

Wie war es für Sie, die Sexszene auf dem Küchentisch mit Sira Topic zu drehen? Waren Sie durch «Hard Stop» schon Profi oder ist das immer wieder eine Herausforderung?
Abgehärtet hat mich «Hard Stop» schon - solche Sexszenen zu drehen war damals schwieriger. Ich hatte aber auch diesmal wieder das Glück, dass ich mich mit meiner Drehpartnerin super verstanden habe. Wir haben auch von Anfang an offen miteinander geredet, wie wir uns fühlen. Das hilft immer.

Die Szenen aus dem Trailer erinnern an Teil 1 - «Achtung, fertig, Charlie!». Haben Sie Angst, dass der neue Film zu stark dem alten gleicht?
Da mache ich mir keine Sorgen. Der erste Film war ein Mysterium. Seit «Achtung, fertig, Charlie!» sind zehn Jahre vergangen. Das Sehverhalten hat sich seither verändert. Man schaut sich Filme anders an als früher. Dass die Filme verglichen werden, ist klar. Aber auch wenn es Ähnlichkeiten hat, ist Oliver viel frecher unterwegs als damals Mike Eschmann.

Bringt der Film also auch Sie zum Lachen?
Ja! Ich habs gerade neulich gemerkt, als ich beim Synchronisieren war. Da musste ich ab und zu abbrechen, weil ich so sehr lachen musste.

Bald ist Premiere. Nervös?
Und wie! Das bin ich immer. Besonders, weil der Drehschluss noch nicht lange her ist. Bis Anfang Juli haben wir gedreht und im Oktober kommt er bereits ins Kino. Normalerweise liegt viel mehr Zeit dazwischen, in der man auch runterfahren kann. Jetzt bin ich irgendwie noch mittendrin. Trotz grosser Nervosität freue ich mich aber extrem darauf. Besonders auch, weil ich den ganzen Film am Stück noch nicht gesehen habe.

Denken Sie, dass Ihnen diese grosse Rolle nun auch weitere Türen öffnen wird?
Ich hoffe es natürlich! Aber das weiss man nie. Das wird sich erst zeigen, wenn der Film läuft und hängt auch davon ab, wie er ankommen wird. Vielleicht reagieren Filmemacher und Produzenten positiv und melden sich. Aber es kann auch sein, dass in einem Monat kein Hahn mehr nach einem kräht.

Hätten Sie denn eine Traumrolle, die sie gerne mal spielen würden?
Ganz toll fände ich es, einmal in einem historischen Film zu spielen. In einem Kriegsfilm zum Beispiel. Als Bub habe ich schon «Bravehart» mit grosser Begeisterung geschaut. Aber es gibt so viele Genres und Filmarten. Jede Rolle hat was für sich. Auch Krimis und Thriller mag ich sehr. Ich bin für alles offen! Also fast (lacht).

«Achtung, fertig, WK!» kommt am 24. Oktober 2013 in die Schweizer Kinos.

Matthias Britschgi: Interview zu Achtung, fertig, WK!
© zvg

Das Filmplakat zu «Achtung, fertig, WK!». Man darf sich auf noch frechere Szenen als beim ersten Film freuen.

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